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Rotwein

Rotwein holt Farbe, Tannin und Tiefe aus der Maische, denn der Saft der roten Trauben ist fast immer hell. Diese Auswahl versammelt Rotweine von der Côte d’Or bis zum Priorat, von Winzern, die biologisch oder biodynamisch wirtschaften und im Keller mit ruhiger Hand arbeiten.

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Pinot Noir bestimmt den Ton, von der Côte d’Or bis zur Ahr

Pinot Noir, in Deutschland Spätburgunder genannt, liebt Kalkstein und kühle Lagen; wird es zu warm, verliert der Wein Säure und Feinheit. In dieser Auswahl steht Burgund im Zentrum, mit tiefgründigen Weinen von der Côte de Nuits und feineren, zugänglicheren von der Côte de Beaune. Wie viel Handwerk dahintersteht, zeigt Hubert Lignier in Morey-Saint-Denis, dessen Weine schon in einfachen Lagen Präzision und Länge besitzen. Von der Ahr und aus der Pfalz kommen Spätburgunder von heller, kühler Frucht.

Nebbiolo, Sangiovese und Teroldego bringen Italiens Kanten ins Glas

Nebbiolo aus dem Piemont paart helle Frucht mit festem, feinkörnigem Tannin und entfaltet mit den Jahren Noten von Rose und Teer; Vietti in Castiglione Falletto steht seit Jahrzehnten für diese Verbindung von Kraft und Anmut. Sangiovese aus der Toskana schmeckt nach Kirsche und getrockneten Kräutern und trägt einen herben Zug, der nach dem Essen verlangt. Im Trentino baut Foradori Teroldego tiefdunkel und kühlwürzig aus, zum Teil in Amphore.

Biodynamische Arbeit im Weinberg trägt bis ins Glas

Diese Weine eint die Haltung kleiner Weingüter, die im Weinberg biologisch oder biodynamisch arbeiten und im Keller auf Zusätze verzichten. Die Gärung läuft spontan ab, Schwefel kommt sparsam zum Einsatz, mancher Wein reift in Amphore statt im Holzfass. Viele gelten als Naturweine und schmecken entsprechend offen und unverstellt. Am Tisch zeigen sie sich vielseitig; leicht gekühlt entfalten selbst kraftvolle Rotweine mehr Duft, und zu Wild, dunklem Braten oder reifem Käse passen Tannin und Säure so gut wie nirgends sonst.

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