Zum Inhalt springen

De Sousa

Julie De Sousa mit Arbeitspferd im Weinberg - Champagne De Sousa

Der Großvater kam als portugiesischer Soldat nach Frankreich, sein Enkel Erick wurde zum Pionier des biodynamischen Champagners. Heute, zwei Generationen später, führen Charlotte, Valentin und Julie De Sousa das 9,5 Hektar große Haus in Avize mit derselben Überzeugung: Große Champagner entstehen im Weinberg, nicht im Keller.

Während andere auf Masse setzen, bleiben sie beim Kleinen. 45 Jahre alte Reben im Herzen der Côte des Blancs, Grand Cru-Lagen in Avize, Cramant, Oger und Le Mesnil-sur-Oger. Seit 2013 Demeter-zertifiziert, lange bevor Bio zum Marketing-Buzzword wurde. Die Weine? Kristallin, würzig, von einer Präzision, die man schmecken kann.




Mehr über De Sousa

Vom Soldaten zum Winzer

Manuel De Sousa war portugiesischer Soldat, der im Ersten Weltkrieg an Frankreichs Seite kämpfte. Nach dem Krieg ließ er sich in Avize nieder – einem Ort, den er nie wieder verließ. Er starb 1929 mit nur 29 Jahren an den Spätfolgen von Kampfgas. Sein Sohn Antoine heiratete Zoémie Bonville, Tochter einer alteingesessenen Winzerfamilie, und legte damit den Grundstein für das heutige Champagnerhaus.

Als 1963 Erick geboren wurde, benannte die Familie das Haus um: De Sousa & Fils. Erick sollte derjenige werden, der De Sousa in die Moderne führte – ohne die Vergangenheit zu vergessen. Nach seinem Studium in Beaune und Jahren bei Larmandier-Bernier kehrte er in die Champagne zurück.

Der historische Kreidekeller von Champagne De Sousa in Avize

Biodynamie mit Pferd und Verstand

Ende der 1990er Jahre begann Erick mit der Umstellung auf biologischen Anbau – zu einer Zeit, als kaum jemand in der Champagne darüber nachdachte. 2010 folgte die Bio-Zertifizierung, 2013 die Demeter-Anerkennung für biodynamische Bewirtschaftung. Was bei anderen Marketinggetöse ist, wird hier konsequent gelebt.

Die Parzellen der Cuvée Mycorhize werden ausschließlich mit dem Pferd bearbeitet. Der Name ist Programm: Mykorrhiza, die Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzenwurzeln, steht für das Zusammenspiel von Boden und Rebe, das De Sousa so wichtig ist. Es geht nicht um Esoterik, sondern um Bodenverdichtung vermeiden und Wurzelwachstum fördern.

Biodynamische Pferdearbeit im Weinberg bei Champagne De Sousa

Grand Cru-Terroir der Côte des Blancs

Die 9,5 Hektar verteilen sich auf die besten Lagen der Côte des Blancs: Avize, Cramant, Oger und Le Mesnil-sur-Oger – allesamt Grand Cru. Das Durchschnittsalter der Reben liegt bei über 45 Jahren, was in der Champagne außergewöhnlich ist. 60 Prozent Chardonnay dominieren, ergänzt durch 30 Prozent Pinot Noir und 10 Prozent Pinot Meunier.

Der Einstieg gelingt am besten mit dem Tradition Brut – ein Champagner, der zeigt, was passiert, wenn Handwerk auf erstklassiges Terroir trifft. Wer tiefer eintauchen möchte, greift zur Cuvée des Caudalies: reiner Chardonnay, würzig, mineralisch, von einer Länge, die ihren Namen verdient.

Präzision statt Pomp

Die Keller von De Sousa sind in die Kreide gehauen, die konstant bei 10°C für eine langsame, schonende Reifung sorgt. Erick war einer der ersten in Avize, der Eichenfässer für die Vinifikation einsetzte – nicht für Holzaromen, sondern für Textur und Tiefe. Die Champagner von De Sousa sind nie laut, aber sie haben viel zu erzählen.

de_DEDE