Amphorenweine
Amphorenwein gärt und reift in Ton. Das Material atmet, lässt den Wein reifen und fügt keinerlei Fremdaroma hinzu; so entstehen Weine von fester Struktur und eigener Textur. Die Auswahl reicht vom Trentin über die Abruzzen bis ins Burgenland und stammt von Weingütern, die biologisch oder biodynamisch arbeiten und im Keller kaum eingreifen.
Was der Ton mit dem Wein macht
Die Amphore ist das älteste Gefäß der Weinkultur. In Georgien gären Qvevri seit rund 8.000 Jahren, im Boden vergraben; in Spanien heißt das Gefäß Tinaja, im römischen Italien Dolium. Ton atmet, er lässt den Wein langsam Sauerstoff aufnehmen und fügt ihm kein Holzaroma zu. So entstehen Weine mit fester Struktur, feinem Tannin und einer Textur, die an Gewebe erinnert. Maischegärung und Ausbau können im selben Gefäß stattfinden. Die Hintergründe erläutert der Beitrag Amphorenwein.
Die Weingüter dieser Auswahl
Viele Weine kommen aus Italiens Norden und Süden. Foradori im Trentin füllt Teroldego und Nosiola in spanische Tinajas, Cirelli in den Abruzzen baut Montepulciano und Trebbiano im Ton aus. Österreich steuert Weingüter aus Weinviertel und Burgenland bei, der Priorat Grenache und Carignan vom Schiefer. Gemeinsam ist ihnen die biologische, oft biodynamische Arbeit im Weinberg und Geduld im Keller.
Woran man einen Amphorenwein erkennt
Alle Weine dieser Auswahl sind trocken, die meisten verstehen sich als Naturwein. Wer einen saftigen, dunkelfruchtigen Wein sucht, greift zu Teroldego aus der Tinaja; wer Griff, Bittermandel und Kräuterwürze mag, wählt einen Wein mit längerem Maischekontakt, wie ihn der Orange Wine pflegt. Am Tisch mögen die dunklen, strukturierten Weine Pilzgerichte, kräftige Eintöpfe und Schmorbraten; konkrete Anregungen dazu sammelt Wein zu Pilzen. Die helleren, schalenvergorenen passen zu würzigem Gemüse und gereiftem Käse.











































