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Waris-Larmandier

Jean-Philippe, Pierre-Louis, Inès und Marie-Hélène Waris - Champagne Waris-Larmandier

Weniger Druck, mehr Ausdruck: Bei Waris-Larmandier in Avize füllen sie ihre Champagner mit nur 4,5 bar statt der üblichen 6 – das ergibt eine cremosere Mousse und Weine, die sich sofort öffnen. Marie-Hélène Waris, Cousine von Pierre Larmandier aus Vertus, gründete das Haus 1989 mit ihrem Mann Vincent. Heute führen ihre drei Kinder das Weingut: Jean-Philippe im Weinberg, Pierre-Louis als Architekt der Vision, Inès als Gestalterin der charakteristischen Blütenetiketten. Demeter-zertifiziert seit 2020, ausschließlich Grand Cru Chardonnay.




Mehr über Waris-Larmandier

Finnische Wurzeln, französische Kreide

Vor fünf Generationen kam die Familie Waris aus Finnland nach Avize – mitten ins Herz der Côte des Blancs. Vincents Bruder führt heute Waris-Hubert im selben Dorf, Marie-Hélène stammt aus der Larmandier-Dynastie: Ihre Cousins sind Larmandier-Bernier in Vertus, ihr Bruder François leitet Guy Larmandier. Diese Vernetzung der Familien prägt die Côte des Blancs seit Jahrzehnten. Die neun Hektar von Waris-Larmandier verteilen sich auf Grand Crus in Avize, Cramant, Chouilly, Oger und Le Mesnil-sur-Oger – dazu etwas Pinot Noir in Chamery.

Jean-Philippe Waris mit Champagnerflasche im Weinberg von Avize

Jean-Philippe und die 4,5-Bar-Revolution

2009 übernahm der älteste Sohn Jean-Philippe die Vinifikation. Er hatte bei Benoît Lahaye gelernt, einem Pionier der Biodynamie in der Champagne. 2011 stellte er die gesamten neun Hektar um, 2020 kam die Demeter-Zertifizierung. Sein radikalster Eingriff: der reduzierte Flaschendruck. Wo andere auf sechs bar setzen, arbeitet er mit 4,5 – das macht die Perlage feiner, die Weine zugänglicher. Die Particules Crayeuses zeigt diesen Stil am klarsten: kreidig, präzise, ohne Dosage.

Lieu-dits mit Geschichte

Die Einzellagen-Champagner stammen von Parzellen, deren Reben 1962 und 1963 gepflanzt wurden – über 60 Jahre alt. Die Les Bauves aus Cramant zeigt, was solche Veteranen können: Tiefe statt Breite, Konzentration statt Lautstärke. Jean-Philippe lässt sie mindestens fünf Jahre auf der Hefe reifen, bevor er degorgiert. Spontanvergärung in gebrauchten Burgunderfässern, kein Schwefel bis zur Füllung. Diese Champagner sind Einzelstücke, jedes Jahr anders, jedes Jahr ehrlich.

Traditionelle Werkzeuge und Champagnerkorken auf einem Fass bei Waris-Larmandier

Drei Wurzeln, ein Champagner

Inès entwarf die Etiketten mit ihren floralen Motiven – jede Cuvée trägt eine andere Blüte. Die Racines de Trois vereint Chardonnay, Pinot Noir und Meunier aus drei Regionen der Champagne: Côte des Blancs, Montagne de Reims, Aube. Ein Einstieg, der zeigt, was diese Familie kann. Und Marie-Hélène? Sie malt Keramik, organisiert die Ernte mit 35 Helfern – und hält die Fäden zusammen, wie seit 1989.

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