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Pertois-Lebrun

Knochentrockene Präzision trifft auf mineralgeprägte Tiefe – so schmeckt authentischer Blanc de Blancs aus der Côte des Blancs. Das familiengeführte Weingut Pertois-Lebrun in Cramant gehört zu jenen stillen Revolutionären, die Chardonnay in seiner pursten Form interpretieren. Keine Kompromisse bei der Dosage, keine Schönfärberei im Keller. Stattdessen parzellengenaues Arbeiten in den Grand Cru-Lagen von Chouilly, Le Mesnil-sur-Oger und Cramant, wo die Kreideböden dem Wein jene vibrierende Spannung verleihen, die großen Champagner ausmacht. Die Weine sind Charakterstudien ihrer Herkunft – geradlinig, ehrlich, elektrisierend lebendig.
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Derrière le Mont Aigu N°13 Chouilly Grand Cru Blanc de Blancs Extra Brut 2013
103,49 €Inkl. MwSt. wo zutreffend -
Derrière le Mont Aigu N°15 Chouilly Grand Cru Blanc de Blancs Extra Brut 2015 1500ml Magnum
209,00 €Inkl. MwSt. wo zutreffend -
Derrière le Mont Aigu N°18 Sans Sulfites Ajouté Chouilly Grand Cru Blanc de Blancs Brut Nature 2018
94,00 €Inkl. MwSt. wo zutreffend -
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L’extravertie 2020+Réserve Grand Cru Blanc de Blancs Extra Brut 1500ml Magnum
105,01 €Inkl. MwSt. wo zutreffend -
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L’extravertie R2019 Grand Cru Blanc de Blancs Extra Brut 3000ml Doppel-Magnum
245,00 €Inkl. MwSt. wo zutreffend -
Le Chetillons N°16 Mesnil sur Oger Grand Cru Blanc de Blancs Extra Brut 2016
115,00 €Inkl. MwSt. wo zutreffend -
Le Fond du Bateau N°13 Chouilly Grand Cru Blanc de Blancs Extra Brut 2013
103,49 €Inkl. MwSt. wo zutreffend -
Le Fond du Bateau N°15, Chouilly Grand Cru Blanc de Blancs Extra Brut 2015 1500ml Magnum
209,00 €Inkl. MwSt. wo zutreffend
Mehr über Pertois-Lebrun
Wo Kreide auf Purismus trifft
In Cramant, mitten im Herzen der Côte des Blancs, liegt das Weingut so unprätentiös da wie seine Champagner schmecken. Keine pompösen Gebäude, keine marketinggetriebenen Geschichten – nur die kompromisslose Überzeugung, dass großer Champagner im Weinberg entsteht und im Keller lediglich begleitet wird. Die Familie bewirtschaftet rund acht Hektar in den besten Grand Cru-Lagen der Region, ausschließlich mit Chardonnay bestockt. Chouilly mit seinen tiefgründigen Kreideböden, Le Mesnil-sur-Oger mit seiner legendären Mineralität, Cramant selbst mit seiner besonderen Eleganz – jede Parzelle wird einzeln vinifiziert, um ihr spezifisches Terroir zu bewahren.
Die Weinberge werden mit größter Sorgfalt bearbeitet, der Boden lebt, chemische Eingriffe werden auf ein absolutes Minimum reduziert. Hier versteht man, dass Chardonnay auf Kreide eine Präzision entwickeln kann, die an geschliffenes Glas erinnert – kühl, klar, durchdringend. Die Erträge werden konsequent niedrig gehalten, die Trauben von Hand gelesen und selektiert. Was simpel klingt, erfordert jahrzehntelange Erfahrung und den Mut, in schwierigen Jahren auf Menge zu verzichten.
Kellerarbeit als Kunst der Zurückhaltung
Im Keller regiert eine Philosophie der Nichtintervention. Die Grundweine reifen in Edelstahltanks und teilweise in alten Holzfässern, wobei nie das Holz dominieren soll, sondern lediglich eine sanfte oxidative Reifung ermöglicht wird. Die malolaktische Gärung wird je nach Jahrgang und Parzelle entschieden – manchmal durchgeführt für mehr Geschmeidigkeit, manchmal blockiert für zusätzliche Frische und Langlebigkeit. Die Dosage bleibt radikal niedrig: Extra Brut ist hier Standard, bei einigen Cuvées sogar Brut Nature ohne jeglichen Zuckerzusatz.
Der L’extravertie 2021+Réserve etwa vereint die Energie eines jungen Jahrgangs mit der Komplexität von Reserveweinen und zeigt, wie lebendig und zugänglich Blanc de Blancs sein kann, ohne an Substanz einzubüßen. Die lange Hefelagerung – mindestens drei Jahre, oft deutlich länger – verleiht den Weinen jene cremige Textur, die den knochigen Säuregrip mildert, ohne ihn zu domestizieren.
Besonders beeindruckend sind die Einzellagen-Champagner, die das Terroir ohne Filter abbilden. Der Le Chetillons N°16 Mesnil sur Oger aus dem 2016er Jahrgang stammt aus einer der berühmtesten Lagen der Champagne und zeigt die stahlharte Eleganz, für die Le Mesnil bekannt ist – ein Champagner von schneidender Präzision und enormem Reifepotenzial.

Charakterköpfe mit sprechendem Namen
Die Namensgebung der Cuvées verrät viel über die Selbstwahrnehmung des Hauses. „L’Ambitieuse“ – die Ehrgeizige – oder „L’Egoiste“ – der Egoist – sind keine Marketing-Gags, sondern Bekenntnisse zu einem kompromisslosen Stil. Der Derrière le Mont Aigu N°18 Sans Sulfites Ajouté geht noch einen Schritt weiter: ein Champagner ganz ohne zugesetzte Sulfite, vinifiziert in der Lage hinter dem Mont Aigu in Chouilly. Hier zeigt sich, wie klar und rein Chardonnay schmecken kann, wenn man ihm vertraut und ihn nicht mit önologischen Tricks zurechtstutzt.
Diese Weine brauchen Zeit im Glas, oft auch Jahre in der Flasche. Sie sind keine Easy-Drinking-Champagner für den schnellen Genuss, sondern Gesprächspartner, die Aufmerksamkeit fordern und belohnen. Wer sich darauf einlässt, erlebt Champagner in seiner intellektuellsten und zugleich sinnlichsten Form.

Pertois-Lebrun und die Grower-Bewegung
Das Weingut steht exemplarisch für die Grower-Champagne-Bewegung, jene Winzer also, die ihre Trauben selbst anbauen, keltern und vermarkten. In einer Region, die lange von großen Handelshäusern dominiert wurde, ist diese Unabhängigkeit eine bewusste Entscheidung. Pertois-Lebrun teilt diese Philosophie mit Nachbarn wie Larmandier-Bernier oder Vazart-Coquart & Fils, die ebenfalls in der Côte des Blancs das Terroir über alles stellen.
Die Produktionsmenge bleibt bewusst überschaubar – nur so lässt sich die Qualität auf diesem Niveau halten. Jede Flasche wird noch von Hand gerüttelt, ein Anachronismus in Zeiten automatisierter Gyropaletten, aber ein Statement. Diese Champagner sind rar, nicht weil man sie künstlich verknappen würde, sondern weil echte Handarbeit Zeit braucht und die besten Parzellen nun einmal begrenzt sind. Wer sie einmal getrunken hat, versteht, warum Blanc de Blancs aus der Côte des Blancs als Königsdisziplin der Champagne gilt.











