Alle 10 Ergebnisse werden angezeigt
Georges Laval

2.000 Kilogramm fasst die Coquard-Vertikalpresse im Keller. Bei Champagne Georges Laval in Cumières steht die kleinste Presse der Region: Vincent Laval, Winzer, presst seine Trauben schonender als jeder andere. Die Familie lebt seit 1694 im Dorf, bewirtschaftet heute 2,5 Hektar auf sieben Parzellen. Jede trägt einen Namen: Les Chênes, Les Hautes Chèvres, Les Longues Violes. Bio-zertifiziert seit 1971, vergoren mit wilden Hefen, gereift im Holz. 10.000 Flaschen pro Jahr, die meisten ohne Dosage.
Mehr über Georges Laval
Die kleinste Presse, die größte Geduld
Im Keller von Cumières steht eine Maschine, die anderswo längst verschrottet worden wäre: eine traditionelle Coquard-Vertikalpresse mit 2.000 Kilogramm Fassungsvermögen. Das ist das gesetzliche Minimum für Champagner-Kellereien – kleiner darf man in der Region gar nicht pressen. Vincent Laval hat sie behalten, weil sie schonender arbeitet als jede moderne Pneumatikpresse. Die Trauben werden langsam zerdrückt, der Most fließt ohne Druck. Danach wandert alles in gebrauchte Fässer, wo wilde Hefen die Arbeit übernehmen. Zehn Monate später wird abgefüllt – ohne Schönung, ohne Filtration, ohne Kältestabilisierung. Der Schwefelgehalt liegt meist unter 20 Milligramm pro Liter. Wer einen Cumières Brut Nature im Glas hat, schmeckt, was Geduld bewirkt.


330 Jahre in sieben Parzellen
Die Familie Laval lebt seit 1694 in Cumières – Barone des Dorfes, wie alte Aufzeichnungen vermerken. Die Rebstöcke stehen heute auf 2,5 Hektar Premier Cru, verteilt auf sieben Parzellen mit poetischen Namen. In den Chênes (den Eichen) wächst Chardonnay auf reiner Kreide, Südlage, mittlere Hanghöhe. Die Hautes Chèvres (die hohen Ziegen) liefern Pinot Meunier von Stöcken aus 1930 und 1971 – gepflügt mit Pferden. Die Longues Violes, der „lange Weg“, trägt Pinot Noir und Meunier in Massal-Selektion. Das Durchschnittsalter der Reben: über 30 Jahre. Die ältesten stehen seit mehr als sieben Jahrzehnten.
10.000 Flaschen aus den Siebzigern
Die Jahresproduktion schwankt zwischen 8.000 und 10.000 Flaschen – weniger als manche Genossenschaften an einem Tag abfüllen. Georges Laval, der Vater, las 1971 einen Artikel über Pestizidfunde im arktischen Eis: Was bis zum Polarkreis driftet, sollte nicht in seine Böden gehören. Er stellte um, als in der Champagne weniger als zehn Winzer biologisch arbeiteten. In Vertus, an der Côte des Blancs, traf Larmandier-Bernier zur selben Zeit dieselbe Entscheidung – heute gehören beide Häuser zu den Referenzen für handwerklichen Champagner. Vincent steht seit 1996 im Keller, der Stil blieb: Brut Nature ohne Dosage, Reifezeiten von 50 Monaten und mehr bei den Einzellagen-Cuvées.
Am Südhang der Marne
Cumières liegt am rechten Ufer der Marne, wenige Kilometer nordwestlich von Épernay. Die Südhänge oberhalb des Flusses gelten als Premier Cru für Pinot Noir, doch Vincent kultiviert alle drei Champagner-Rebsorten: Meunier, Pinot Noir, Chardonnay. Die Assemblage-Cuvée Garennes mischt Grundweine aus bis zu zehn Jahren. Die Einzellagen-Champagner tragen den Charakter ihrer Parzellen: Les Chênes mineralisch und straff, Les Hautes Chèvres mit der runden Frucht des Meunier, Les Longues Violes komplex und langlebig. Alle erscheinen ohne Dosage, alle reifen lange auf der Hefe. Champagner, bei dem das Terroir wichtiger ist als die Kohlensäure.










