Brunello di Montalcino ist ein sortenreiner Sangiovese aus den historischen Gemeindegrenzen von Montalcino, und er ist einer der wenigen großen Rotweine Europas, die dem Käufer einen Teil der Reifezeit abnehmen. Das Produktionsreglement schreibt mindestens zwei Jahre Holzfass und vier Monate Flaschenreife vor, freigegeben wird der Wein nicht vor dem 1. Januar des fünften Jahres nach der Ernte. Der Jahrgang 2020 kam deshalb erst im Januar 2025 in den Handel, die Riserva mit sechs Monaten Flaschenreife jeweils ein Jahr später, weshalb 2020er Annate und 2019er Riserve gemeinsam erschienen sind.
Das verschiebt die Jahrgangsfrage gegenüber anderen Regionen. Weil zwischen Lese und Freigabe fünf Jahre liegen, steht das Urteil der Kritik meist fest, bevor die erste Flasche im Handel ist. Zugleich verändert der lange Ausbau die Trinkreife: Ein als streng geltender Jahrgang ist bei Erscheinen oft zugänglicher, als seine Bewertung vermuten lässt. Die bekannteste Kennzahl ist die Sterne-Bewertung des Consorzio del Vino Brunello di Montalcino. Sie wird im Januar auf Basis chemisch-physikalischer und sensorischer Analysen durch ein Komitee aus zwanzig in Montalcino tätigen Technikern vergeben und im Februar bei der Veranstaltung „Benvenuto Brunello“ verkündet. Die Skala reicht von einem Stern („insufficient“) über drei („good“) und vier („excellent“) bis zu fünf Sternen („outstanding“).
Diese Sterne sind Geschichte. Der Jahrgang 2020 ist der letzte, der eine offizielle Sterne-Bewertung erhalten hat; die Gedenkkacheln an der Rathauswand von Montalcino tragen ab 2021 nur noch Jahreszahl und Künstlernamen. An ihre Stelle tritt „Brunello Forma“, ein von Gabriele Gorelli MW und Andrea Lonardi MW entwickeltes Modell aus Blindverkostungen durch Masters of Wine verschiedener Länder, ergänzt um Wetterdaten und Analysewerte. Gorelli begründete den Schritt damit, man wolle von einer rein quantitativen Analyse zu einer stärker qualitäts- und stilorientierten Bewertung kommen. Der Einwand dahinter ist der, den erfahrene Käufer ohnehin mitdenken: Die Sterne des Konsortiums gelten als großzügig kalibriert, und sie sagen, dass ein Jahr reif und gesund war, nicht, dass seine Weine am längsten leben. Bei 2003 und 2009 ist ihnen die Kritik offen widersprochen.
Auf dieser Seite stehen die Consorzio-Sterne (CB) deshalb neben drei unabhängigen Quellen: der Vintage Chart des Wine Advocate (RP, Punktzahl plus Reifecode), der Brunello-Tabelle des Wine Spectator (WS) und den Verkostungsberichten von Vinous (V). Die Reifecodes des Wine Advocate lauten R für trinkreif, T für noch tanninbetont und jung, E für früh zugänglich und C für „Vorsicht, möglicherweise zu alt“. Wo die Quellen auseinanderlaufen, ist das im Text vermerkt, denn gerade die Abweichung ist die eigentliche Information.
Was davon gerade im Haus liegt: alle lieferbaren Brunelli im Überblick.
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Punkte-Bänder: unter 88 88–90 91–93 94–96 97+ ohne Wertung · Trinkfenster: T lagern · R trinkreif · E früh trinken · C weit entwickelt · ★ Consorzio-Sterne · Zahl = Parker-Punkte
2020 · CB ★★★★★ · RP 92T
Der Winter vor dem Jahrgang war ausgesprochen nass: Zwischen Oktober und Dezember 2019 fielen über 600 Millimeter Regen, im Januar weitere 115. Diese Reserven trugen die Reben durch einen heißen Sommer mit sieben Tagen um 39 °C, bis Ende August vierzig Millimeter Regen die Temperaturen absenkten und dreißig Tage mit ausgeprägter Tag-Nacht-Amplitude die phenolische Reife vollenden ließen. Ein Regenereignis am 25. September brachte dann viele Betriebe dazu, früher zu lesen als geplant. Eric Guido beschreibt den Jahrgang bei Vinous als „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“: Die gelungenen Weine zeigen süße, reife Tannine und kühlende Säure über einem Kern balancierter Frucht, die schwächeren sind groß und dekadent, ohne die Balance zum Reifen. Hier lohnt der Hinweis, dass die Urteile auseinandergehen, denn während der Handel den Jahrgang vielfach als ideal beschreibt, hält Vinous ihn für ausgesprochen erzeugerabhängig. Viele 2020er trinken heute bereits sehr gut, die Spitzen sind kellerwürdig.
Aus diesem Jahrgang bei uns: Col d'Orcia – Brunello 2020 · Le Chiuse – Brunello 2020 · Pian Dell'Orino – Brunello Vigneti del Versante 2020 · Salicutti – Brunello Piaggione 2020 · Salicutti – Brunello Sorgente 2020.
2019 · CB ★★★★★ · RP 95T
Ein Jahr ohne dramatische Ereignisse, und genau das ist sein Vorzug. Frühjahrsregen baute die Wasserreserven auf, der Sommer blieb warm, aber stabil und ohne Hitzewellen, der September brachte milde Temperaturen, starke Tag-Nacht-Unterschiede und kaum Regen. Die Analysewerte zeigen Spitzenwerte bei Anthocyanen und Polyphenolen, die Weine verbinden Komplexität und Breite mit einem gut strukturierten Körper und ausgeprägter Säure. Guido charakterisierte 2019 als Jahr der Strahlkraft und Anziehung, ohne jedes Gefühl von Überreife oder fehlender Komplexität. Die 2019er Riserve legen darauf noch Tiefe und ernstere Struktur, ohne den Fruchtausdruck zu verlieren. Ein Jahrgang für den Keller.
Aus diesem Jahrgang bei uns: Col d'Orcia – CMC LOT.1 Conti Marone Cinzano Brunello 2019 · Salicutti – Brunello Teatro Riserva 2019.
2018 · CB ★★★★ · RP 92T
Ein kühles, nasses Jahr mit ergiebigen Regenfällen bis in den Juni und erneut um den Monatswechsel August/September. Der Juli war trocken und heiß, die Temperaturen lagen im Jahresmittel dennoch unter dem Durchschnitt, und ein trockener Spätseptember ließ die Trauben ausreifen. Das Ergebnis ist ein Jahrgang klassischen Zuschnitts: Frische und Aromatik sind die auffälligen Eigenschaften, während Polyphenolkonzentration und Lagerpotenzial hinter den großen Jahren zurückbleiben. Über genau diesen Punkt gehen die Meinungen auseinander, denn mehrere Erzeuger schätzen die Haltbarkeit ihrer 2018er deutlich optimistischer ein als die Kritik. Wer den schlanken, klassischen Brunello-Stil sucht, findet hier viel; wer auf Jahrzehnte einlagert, sollte selektiv vorgehen.
Aus diesem Jahrgang bei uns: Col d'Orcia – Brunello Vigna Nastagio 2018 · Pian Dell'Orino – Brunello Vigneti del Versante 2018 · Salicutti – Brunello Piaggione 2018.
2017 · CB ★★★★ · RP 88R
Ein Hitze- und Trockenjahr. Ein mildes, regenarmes Frühjahr zog die Blüte vor, ab Mai lagen die Temperaturen über dem Mittel, Regen blieb weitgehend aus, und erst ein Temperatursturz Anfang August verschaffte den Reben Erleichterung. Die Erntemenge lag 25 bis 30 Prozent unter der von 2016. Die Weine sind intensiv, oft alkoholbetont und fruchtig, mit gut ausgereiften, weichen Tanninen, aber spürbar weniger Säure und damit weniger Frische. Es gibt viele ausgewogene Flaschen, doch als großer Jahrgang gilt 2017 nicht; der Wine Advocate führt ihn bereits als trinkreif. Ein Jahrgang zum Trinken, nicht zum Warten.
Aus diesem Jahrgang bei uns: Salicutti – Brunello Piaggione 2017.
2016 · CB ★★★★★ · RP 98T
Der Referenzjahrgang des Jahrzehnts. Rund 220 Millimeter Niederschlag in Januar und Februar legten die Wasserreserven an, ein kühler März verzögerte den Austrieb, und nach einem regnerischen Spätfrühling blieb der Sommer warm, ohne je heiß zu werden, mit großer Tag-Nacht-Spreizung. Regen Ende August und der Nordwind Tramontana waren nach Einschätzung von Susan Hulme MW der Schlüssel, der 2016 zu einem großen Jahrgang machte. Gelesen wurde ab dem 14. September, rund eine Woche später als in den Vorjahren. Vinous beschreibt die Weine als dunkel und doch strahlend, rein, ausbalanciert und strukturiert, und betont, dass der Erfolg breit über das Gebiet verteilt war; James Suckling notierte, er habe nie so viel Tannin in einem jungen Brunello gesehen. Kerin O’Keefe veranschlagt zwanzig bis dreißig Jahre Reifepotenzial. Ein Vorbehalt bleibt: Über zehn Prozent der verkosteten Weine lagen bei 15 Volumenprozent oder darüber, was eher an einzelnen Betrieben als an den Lagen lag.
Aus diesem Jahrgang bei uns: Brizio – Brunello Riserva 2016 · Col d'Orcia – Poggio al Vento Brunello Riserva 2016.
2015 · CB ★★★★★ · RP 96R
Ein warmer, konzentrierter Jahrgang, über den sich die Kritik bemerkenswert uneinig ist. Auf einen kalten, regenreichen Winter folgten ein unregelmäßiges Frühjahr und ein heißer, trockener Sommer, in dem kleine Julischauer den Trockenstress abfingen und kühle Augustnächte die Amplitude sicherten. Die Beeren blieben klein und dickschalig. Ian D’Agata nannte 2015 bei Vinous einen der zehn besten Brunello-Jahrgänge überhaupt und lobte den geschmeidigen, an Opulenz grenzenden Mundfluss; sein Kollege Eric Guido widersprach und sah keinen über die Breite der Erzeuger erfolgreichen Jahrgang. Wine Enthusiast sprach von einer Sprunghaftigkeit, wie man sie selten gesehen habe, und zählte unter mehr als zweihundert Weinen nur achtzehn mit 95 Punkten oder mehr. Der Lesezeitpunkt entschied: Bei Le Chiuse führten schon drei oder vier Tage Wartezeit zu überreifen Trauben. Die Spitzen tragen noch acht bis zehn Jahre, die schwächeren Flaschen sollte man jetzt trinken.
Aus diesem Jahrgang bei uns: Col d'Orcia – Poggio al Vento Brunello Riserva 2015 (Doppelmagnum).
2014 · CB ★★★ · RP 87E
Der schwierigste Jahrgang der jüngeren Geschichte. Regen und kühles, bedecktes Wetter zogen sich nach D’Agatas Beschreibung praktisch durch das ganze Jahr, mit verstreuten Hagelschlägen, durchgehendem Peronospora-Druck und schweren Septemberregen. Gerettet wurde 2014 erst durch eine sonnige, überdurchschnittlich warme Phase von der letzten Septemberwoche bis Mitte Oktober. Die Erträge brachen ein, bei Ciacci Piccolomini um 25 bis 30 Prozent, und mehrere renommierte Güter verzichteten ganz auf einen Brunello: Biondi-Santi, Conti Costanti, Padelletti und Salvioni stuften ihre Ernte zurück. Was blieb, sind geschmeidige, feingliedrige Weine mit polierten Tanninen und lebhafter Säure, roter Beere, Veilchen und Rose, denen jedoch die brunellotypische Struktur fehlt. Vinous hält 2014 gemeinsam mit 2002 für den am wenigsten kellerfähigen Jahrgang der letzten zwanzig Jahre. Jetzt trinken.
2013 · CB ★★★★ · RP 95R
Ein regenreicher Winter füllte die nach der Trockenheit von 2012 erschöpften Bodenwasservorräte wieder auf. Die Weine gelten als gelungene Verbindung von Struktur und Finesse, mit guter Säure, die ihnen Frische verleiht, und ansprechendem Reifepotenzial. Der Wine Advocate führt den Jahrgang mit 95 Punkten und stuft ihn als trinkreif ein. 2013 ist einer der Jahrgänge, die im Schatten der lauteren Nachbarn 2010 und 2016 stehen und für Käufer deshalb interessant bleiben.
2012 · CB ★★★★★ · RP 88R
Hier klaffen die Bewertungen weiter auseinander als bei jedem anderen Jahrgang dieser Liste, und das ist die eigentliche Information. Nach einem harten, schneereichen Winter folgte ein relativ heißes Frühjahr, der Sommer war sehr heiß und blieb ohne Niederschlag; erst Regen Anfang September stellte etwas Gleichgewicht her. Die Sommertrockenheit senkte die Erträge auf den tiefsten Stand der Dekade, die Beeren blieben klein, die Konzentration stieg. Über das Ergebnis herrscht ungewöhnliche Uneinigkeit, und zwar nicht nur bei den Punkten: Consorzio (fünf Sterne) und Wine Spectator (96 Punkte) feiern einen konzentrierten, mediterran-opulenten Jahrgang, während Vinous beinahe das Gegenteil beschreibt — tadellose Balance, lebendige Säure, feinkörnige Tannine und weniger Alkohol als im Vorjahr, zugleich aber kaum Kandidaten für ganz große Bewertungen. Der Wine Advocate setzt mit 88 Punkten einen der tiefsten Werte der Dekade. Ein Jahr, das man nach Erzeuger kauft, nicht nach Tabelle.
2011 · CB ★★★★ · RP 89R
Reichliche Frühjahrsregen und hohe Temperaturen in derselben Phase führten zu einem frühen vegetativen Austrieb. Der Jahrgang gilt weder für Finesse noch für Balance als herausragend, bringt aber einzelne qualitative Spitzen hervor, die Beachtung verdienen. Der Wine Advocate führt ihn mit 89 Punkten als trinkreif. Ein Jahrgang, bei dem der Name des Erzeugers mehr zählt als die Jahreszahl.
Aus diesem Jahrgang bei uns: Salicutti – Brunello Piaggione Riserva 2011.
2010 · CB ★★★★★ · RP 98T
Der höchstbewertete Brunello-Jahrgang der Vintage Chart und für viele der Referenzpunkt schlechthin. Die Bedingungen waren über die gesamte Saison günstig: ausreichender Frühjahrsregen, ein warmer und trockener, aber nicht übermäßig heißer Sommer und ein September mit guten Tagestemperaturen und kühlen Nächten, der eine ruhige, vollständige Reifeentwicklung erlaubte. Die Weine verbinden Konzentration und polyphenolische Reife mit Komplexität und Finesse in der Nase. Der Reifecode T zeigt an, dass der Wine Advocate sie weiterhin als jung und tanninbetont führt; Eile ist hier nicht geboten.
2009 · CB ★★★★ · RP 93R · WS 89
Der umstrittenste Jahrgang der jüngeren Reihe. Auf den regenreichsten Winter des vorangegangenen Jahrzehnts folgte eine Niederschlagsphase bis Mitte Juli, dann kippte das Wetter in einen sehr heißen, trockenen August, der den Zucker schneller steigen ließ als die phenolische Reife. Septemberregen machte die Lese schwierig, im Vorteil war, wer im Wesentlichen vor dem 22. September gelesen hatte; Canalicchio di Sopra füllte 18.000 statt 40.000 Flaschen und verzichtete auf die Riserva. Über den Charakter widersprechen sich zwei Kritiker desselben Hauses: Während der International Wine Cellar gut balancierte, fleischige Weine mit frühem Charme sah, nannte Antonio Galloni 2009 einen unterdurchschnittlichen Jahrgang mit einigen der problematischsten Jungweine, die er je verkostet habe, und die vier Sterne des Konsortiums einen schweren Fehler. Die besseren Flaschen verteilen sich unabhängig von der Zone über das Gebiet. Das Trinkfenster dürfte für die meisten Weine überschritten sein.
2008 · CB ★★★★ · RP 93R · WS 91
Eines der nassesten Jahre der letzten Jahrzehnte in Montalcino, mit sehr regenreichem, kühlem Winter und Frühjahr, gestörter Blüte und hohem Krankheitsdruck. Mitte August vernichteten ein Sturm mit rund 95 Kilometern pro Stunde, Hagel und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt bis zu zwanzig Prozent der Ernte. Von Ende September an brachte ein beständiger Altweibersommer die Rettung, gelesen wurde bis Ende Oktober fast durchgehend trocken. Das Ergebnis trägt ein kühles Jahrgangsprofil: hohe Säure, feste Tannine, mineralischer Zug, mittleres Gewicht und klare Aromatik, besonders aus den kühleren Nordlagen. Galloni bemerkte, dies sei ein Jahrgang, in dem Verallgemeinerungen wenig taugen.
2007 · CB ★★★★★ · RP 96R · WS 93
Ein trockener, milder Winter zog die Vegetation rund drei Wochen vor, das Jahr blieb warm, ohne die Hitzespitzen von 2003 zu erreichen; gut getimter Augustregen und kühlere Nächte zum Saisonende erhielten Säure und Aromatik. Gelesen wurde überwiegend in der zweiten Septemberhälfte, die Erträge lagen etwa zehn Prozent unter dem Mittel. Gegenüber den straffen 2006ern sind die Weine fleischiger, runder und geradezu opulent, mit für die Kategorie ungewöhnlich frühem Charme, aber nur wenige besitzen deren Säure-Tannin-Rückgrat. Das hat Folgen für die Reife: Bereits 2013 galten die 2007er Riserve überwiegend als überentwickelt, weil die vorgeschriebene längere Fassreife dem ohnehin frühen Jahrgang nicht bekam. Die besten Annate halten weiter, ein Grund zu warten besteht nicht.
2006 · CB ★★★★★ · RP 97R · WS 95
Der Referenzjahrgang des Jahrzehnts und der am besten dokumentierte dieser Liste. Auf einen warmen Winter folgte ein kühler, regenreicher Frühling, der die Wasserreserven füllte; Juni und Juli waren heiß, sonnig und sehr trocken, ohne die Reben in schweren Stress zu bringen, und ein kühlerer, bedeckter August verlangsamte die Reife. Gelesen wurde unter optimalen Bedingungen, ab Mitte September im Süden bis weit in den Oktober im Norden. Die Weine sind dunkel, intensiv und tief texturiert, fast sinnlich, und werden von strenger Säure im Gleichgewicht gehalten; der Norden liefert Finesse und Linearität, der Süden dunklere Kraft, ohne dass eine Seite die Nase vorn hätte. Auffällig ist die Konstanz bis in weniger bekannte Güter hinein, während viele Riserve zu deutlich vom Holz gezeichnet sind. Eine Retrospektive vom Oktober 2025 kommt zu dem Schluss, dass viele dieser Weine noch langsam reifen, nur ein kleiner Teil abbaut und der Jahrgang sich über die nächsten fünf bis zehn Jahre jederzeit trinken lässt.
2005 · CB ★★★★ · RP 88R · WS 89
Ein kühler Start beeinträchtigte den Fruchtansatz, ein heißer Juli und August trieben den Zucker, und dann drehte ein nasser, kühler September das Bild: Die Tannine erreichten vielfach keine Vollreife, und auch während der Lese fiel Regen. Von 116 blind verkosteten Weinen erreichte bei James Suckling nur gut die Hälfte 90 Punkte oder mehr. Bemerkenswert ist, was nicht abgefüllt wurde: Zahlreiche Spitzenselektionen flossen in den einfachen Brunello, darunter kein Cerretalto, kein Pianrosso und keine Riserva bei Biondi-Santi, was einzelne Normale stärker ausfallen ließ als erwartet. Galloni urteilte 2016, sehr wenige 2005er würden sich von da an noch positiv entwickeln, und im Februar 2026 hieß es bei Vinous, der Jahrgang beginne zu verblassen. Austrinken.
2004 · CB ★★★★★ · RP 95R · WS 97
Nach dem Hitzejahr 2003 ein klassisch temperiertes Jahr. Ein langer, kalter Winter und ein regnerisches Frühjahr verzögerten Austrieb und Blüte, der Sommer blieb ausgedehnt warm statt heiß, mit warmen Tagen, kühlen Nächten und gut getimten Niederschlägen, und ein ungewöhnlich warmer Oktober erlaubte eine um fünfzehn bis zwanzig Tage spätere Lese. Das Kernthema war der Ertrag: Die in 2003 gespeicherte Energie führte zu üppigem Behang, und wer nicht grün ausdünnte, auch um die Ausfälle von 2002 und 2003 zu kompensieren, erzeugte verwässerte Weine. Die gelungenen Flaschen sind fein parfümiert und majestätisch, mit höherer Säure und feineren Tanninen als 2003 und Alkoholwerten durchweg zwischen 13,5 und 14,5 Volumenprozent. Die Zwanzig-Jahres-Retrospektive vom Januar 2025 beschreibt sie als reich und doch harmonisch, mit vibrierender Säure und einem Rest aufgelöster Tannine; die meisten Flaschen nähern sich gerade erst ihrem Höhepunkt, viele dürften ihren dreißigsten Geburtstag mit Grazie erreichen.
2003 · CB ★★★★ · RP 77C · WS 88
Das europäische Hitzejahr, und der Fall, in dem offizielle Bewertung und Kritik am weitesten auseinanderliegen. Nach einem Regen am 21. April fiel bis nach der Lese kaum noch Niederschlag, im Juli und August kletterten die Temperaturen über 40 °C, und bei Conti Costanti begann die Lese am 10. September so früh wie nie zuvor. In den heißen Lagen blieben die Beeren winzig und wurden von der Sonne gegart, bevor sie phenolische Reife erreichten; Nord- und Höhenlagen kamen besser durch. Kerin O’Keefe beschrieb die Weine als generell unbalanciert, mit hohem Alkohol, niedriger Säure und grünen Tanninen, und nannte die vier Sterne des Konsortiums schockierend optimistisch, weil sie 2003 mit 1999 und 2001 gleichsetzten. Der Wine Advocate führt den Jahrgang mit 77 Punkten und dem Reifecode C. 2003 ist zugleich der Ausgangspunkt der Ermittlungen, die als „Brunellopoli“ bekannt wurden: Die Staatsanwaltschaft Siena verfolgte ab 2007 den Verdacht, dem sortenrein vorgeschriebenen Sangiovese seien nicht zugelassene Rebsorten beigemischt worden. Im Oktober 2008 stimmten die Erzeuger mit 96 Prozent dafür, an den 100 Prozent Sangiovese festzuhalten.
2002 · CB ★★ · RP 70C · WS 78
Der schwächste Jahrgang dieser Liste und für die Toskana der schwierigste seit 1992. Auf einen späten, kalten und nassen Frühling mit Rekordregen im Mai folgte ein heißer Juni, dann lagen Juli bis Oktober deutlich zu kühl bei den höchsten Niederschlägen seit Jahren; gelesen wurde zwischen den Schauern, oft vor der Vollreife, um der Fäulnis zuvorzukommen. Das Konsortium riet offiziell zur Rückstufung in Rosso di Montalcino. Biondi-Santi erzeugte von Il Greppo weder Brunello noch Riserva, Banfi strich die Riserva Poggio all’Oro, Barbi halbierte die Menge. Der Wine Spectator führt 2002 als einzigen Jahrgang der Reihe mit dem Vermerk, der Höhepunkt sei überschritten.
2001 · CB ★★★★ · RP 94R · WS 98
Ein nasser Winter und ein nasses Frühjahr legten die Wasserreserven an, dann traf ein Frost Mitte April vor allem den Norden der Appellation und kostete einzelne Güter bis zur Hälfte der Ernte. Der Sommer war heiß, wurde aber von kühlen Nächten und Niederschlägen im Abstand weniger Wochen begleitet, und ein langes Lesefenster reichte von Anfang September bis Ende Oktober. Aus 132 verkosteten Weinen ergab sich ein ungewöhnlich einheitliches Bild: tiefe Farbe, nuancierte Aromatik, fleischige Süße, harmonische reife Säure und feste, aber nicht harte Tannine, kaum geröstete oder grüne Weine. Die Zwanzig-Jahres-Retrospektive von 2021 sieht die Mehrheit am Höhepunkt oder wenige Jahre dahinter, weiterhin als glorreichen Sangiovese-Ausdruck, rät aber davon ab, sie ein weiteres Jahrzehnt zu halten. Mit 98 Punkten ist 2001 der höchstbewertete Jahrgang der Wine-Spectator-Tabelle.
2000 · CB ★★★ · RP 93R · WS 88
Ein unstetes Jahr mit frühem Austrieb, einem nassen und warmen Juni mit verbreitetem Peronospora-Druck und einem zum dritten Mal in Folge sehr heißen, trockenen August. Anfang September brachten Gewitter Erleichterung, die Lese fiel zehn Tage bis drei Wochen zu früh. Die Weine zeigen hohe Zuckerwerte und reife Tannine bei reduzierter Aromatik und niedriger Säure, weich und rund und für den früheren Genuss gedacht. Eine aktuelle Retrospektive existiert nicht; die Beleglage ist die dünnste dieser Reihe, und alles spricht dafür, verbliebene Flaschen zu trinken.
1999 · CB ★★★★ · RP 95T · WS 97
Ein sehr warmes, nahezu ideales Jahr, das im Unterschied zu 1997 weniger Hitze und vor allem kühlere Nächte vor und während der Lese bot; gut getimter Augustregen half zusätzlich. In Montalcino war die Lese schon am 21. September abgeschlossen, die Menge lag rund zehn Prozent über dem Mittel. Die Weine sind selbst für Brunello-Verhältnisse tief gefärbt, zeigen mehr frühe Struktur als die fleischigeren 1997er, festere Tannine und gut eingebundene Säure, und es gab sehr wenige echte Enttäuschungen; wo sie auftraten, lagen zu hohe Erträge oder zu langer Fassausbau zugrunde, nicht das Wetter. Eric Guido sah 1999 im Jahr 2020 in Fahrt kommen und nannte die Weine klassisch genug, um den Ruf zu rechtfertigen. Der Reifecode T des Wine Advocate ist bemerkenswert: Nach über zwei Jahrzehnten gilt der Jahrgang dort weiterhin als jung.
1998 · CB ★★★★ · RP 88R · WS 91
Ein langer, sehr heißer und trockener Sommer setzte die Reben unter Trockenstress, besonders in warmen, tiefen Lagen. Ab der dritten Septemberwoche bis Mitte Oktober fiel Regen, was den Jahrgang zweiteilte: Wer vorher lesen konnte, erzielte sehr gute Ergebnisse, wer warten musste, erntete verdünnt. Entsprechend heterogen fällt das Bild aus. In Retrospektiven schneidet 1998 dennoch überdurchschnittlich ab; Soldera erreichte mit Brunello und Riserva Bewertungen von 93 und 94 Punkten mit Trinkfenstern bis 2033 beziehungsweise 2038, und Salvioni übertraf das Jahr nach Vinous-Urteil deutlich. Die Erzeugerauswahl entscheidet.
1997 · CB ★★★★★ · RP 95R · WS 96
Der meistgefeierte Jahrgang der neunziger Jahre, und einer, der sich schwerer tat, als sein Ruf erwarten ließ. Ein milder Winter zog den Austrieb um bis zu drei Wochen vor, ein Frost in der Nacht zum 22. April reduzierte die Ernte um 25 bis 50 Prozent, und September und Oktober waren heiß und trocken, mit einem stetigen trockenen Wind, der die Beeren ohne Rosinierung dehydrierte; gelesen wurde ab Mitte September, etwa zwei Wochen früher als üblich. Die Weine zeigen tiefe Farben, hinreißende Aromen und üppige Texturen bei reifen, geschmeidigen Tanninen, wobei Alkoholwerte nahe 15 Volumenprozent gerade in Montalcino nicht selten waren. Eric Guido nannte 1997 im Jahr 2020 ein Fragezeichen: Viele hoch bewertete Weine hätten ihr Potenzial nicht eingelöst und seien Opfer des eigenen Erfolgs geworden, während sich die besten weiterhin sehr gut zeigten. Die Provenienz der Flasche entscheidet.
1996 · CB ★★★ · RP 88R · WS 85
Bis etwa zum 20. September verlief das Jahr günstig, dann entzog Dauerregen den Weinen Kraft und Struktur bei eher großer Erntemenge. Das Ergebnis liegt zwischen durchschnittlich und leicht überdurchschnittlich, mit Fleischigkeit neben spürbarer Verdünnung; die Rossi waren teils besser balanciert als die Brunelli. Mit 85 Punkten ist es nach 2002 der tiefste Wert der Wine-Spectator-Tabelle in diesem Zeitraum. Bemerkenswert ist die nachträgliche Aufwertung bei einzelnen Spitzengütern, wo Vinous den 1996er Salvioni schlicht atemberaubend nannte. Nur bei Top-Adressen lohnt der Griff.
1995 · CB ★★★★★ · RP 93R · WS 92
Ein warmes bis, besonders in Montalcino, sehr heißes Jahr, in dem Regen Ende August die gestressten Reben rettete und kleine, dickschalige Beeren mit rund zwanzig Prozent weniger Saft hervorbrachte. Der Lesezeitpunkt entschied: Bei Salvioni waren die Trauben am 2. September noch grün, gelesen wurde am 20., und wer früher las, hatte Pech. Die Qualität fiel sehr einheitlich aus, die Weine gelten als eleganter als 1990, wenn auch nicht als so komplett wie 1997, und wirkten bei Erscheinen runder und attraktiver als tiefgründig. Eine Vertikale bei Salvioni kam 2016 zu dem Schluss, der Jahrgang sei vollständig gereift und gewinne durch weitere Lagerung kaum noch. Am Höhepunkt oder knapp darüber.
1994 · CB ★★★★ · RP nicht bewertet
Ein lehrreicher Fall für den Umgang mit der Sterne-Tabelle. Das Konsortium vergab vier Sterne, die internationale Kritik behandelt 1994 dagegen durchgehend als schwachen Jahrgang: Antonio Galloni nennt ihn 1995 unterlegen, Stephen Tanzer schlicht den schwächeren der beiden. Die Vintage Chart des Wine Advocate führt für 1994 gar keine Bewertung. Wer Jahrgangstabellen liest, findet hier das Musterbeispiel dafür, dass die offizielle Bewertung eines Konsortiums und das Urteil unabhängiger Verkoster auseinanderlaufen können.
1993 · CB ★★★★ · RP 90R
Ein unterschätzter Jahrgang, dessen Ruf mit dem Alter gewachsen ist. Vinous riet 2016 noch, die Soldera-Annata 1993 zu trinken, bevor die Frucht austrocknet, hob sie in der Retrospektive 2023 dann jedoch wieder an und nannte den Wein für einen Dreißigjährigen überraschend energiegeladen, mit einem Trinkfenster bis 2038. Stephen Tanzer beschrieb die Soldera Riserva 1993 als Essenz des Brunello und fühlte sich an eine reifende Flasche Lafite erinnert. Auch Valdicava und Il Poggione stellten mit ihren Riserve gut gereifte Weine. Vier Sterne und 90 Punkte unterschätzen diesen Jahrgang eher, als dass sie ihn überzeichnen.
1990 · CB ★★★★★ · RP 94R
Der große Jahrgang vor der Jahrtausendwende und einer der wenigen, bei denen alle Quellen in dieselbe Richtung zeigen. Die Soldera Case Basse Riserva 1990 gehört zu den höchstbewerteten Brunelli überhaupt: Neal Martin vergab 99 Punkte und beschrieb satinweiche Tannine, Antonio Galloni bewertete den Wein in zwei Durchgängen mit 98 und 100 Punkten. Für Il Poggione war 1990 der erste Jahrgang, der teilweise in mittelgroßen französischen Fässern statt ausschließlich in slawonischer Eiche ausgebaut wurde. Col d’Orcia führte in jenen Jahren neben Poggio al Vento eine separate Riserva, deren 1990er als eine der besten des Guts gilt. Gut gelagerte Flaschen tragen weiter, doch der Jahrgang ist an einem Punkt, an dem die Herkunft der Flasche über den Genuss entscheidet.
1988 · CB ★★★★★ · RP 94R
Fünf Sterne vom Konsortium und 94 Punkte vom Wine Advocate, geführt als trinkreif. Zum Witterungsverlauf und zum heutigen Zustand der Weine ließen sich keine belastbaren Einzelbelege finden, die über diese beiden Bewertungen hinausgehen. Ein Jahrgang für Sammler, bei dem Provenienz und Füllstand mehr aussagen als jede Tabelle.
1985 · CB ★★★★★ · RP 93R
Einer der klassischen Fünf-Sterne-Jahrgänge, vom Wine Advocate mit 93 Punkten und dem Vermerk trinkreif geführt. Als der Önologe Attilio Pagli den Jahrgang 2001 einen historischen nannte, stellte er allein 1985 noch darüber. Belastbare Angaben zum Witterungsverlauf waren nicht zu ermitteln. Wie bei allen Jahrgängen dieses Alters ist der Zustand der einzelnen Flasche die eigentliche Variable.
1975 · CB ★★★★★ · RP 93C
Ein Jahrgang, an dem sich die beiden Bewertungssysteme gut ablesen lassen. Das Konsortium führt 1975 unverändert mit fünf Sternen, also mit dem Urteil über die Qualität der damaligen Ernte. Der Wine Advocate vergibt zwar 93 Punkte, setzt aber den Reifecode C und damit den ausdrücklichen Hinweis, die Weine könnten inzwischen zu alt sein. Beide Angaben widersprechen sich nicht: Die eine beschreibt das Jahr, die andere den heutigen Trinkzeitpunkt.
Häufige Fragen
In welchem Alter trinkt man Brunello am besten?
Die meisten Annate öffnen sich zwischen dem achten und fünfzehnten Jahr nach der Ernte – und weil der Brunello erst im fünften Jahr freigegeben wird, ist ein Teil dieses Weges beim Kauf schon geschafft. Große Jahrgänge belohnen längeres Warten.
Wie lange ist Brunello trinkbar?
Gute Jahrgänge tragen drei Jahrzehnte und mehr; mittlere Jahre erreichen ihren Höhepunkt meist zehn bis fünfzehn Jahre nach der Ernte. Entscheidend sind Jahrgang, Erzeuger und Lagerung – die Bewertungen oben ordnen jeden Jahrgang nach seinem heutigen Trinkzeitpunkt ein.
Quellen:
1. Consorzio del Vino Brunello di Montalcino, Sterne-Bewertung der Jahrgänge ab 1945: https://www.consorziobrunellodimontalcino.it/en/piastrelle/
2. Consorzio del Vino Brunello di Montalcino, Produktionsreglement und Reifevorschriften: https://www.consorziobrunellodimontalcino.it/en/583/wines
3. Robert Parker Wine Advocate, Vintage Chart (PDF), Zeile „Tuscany: Brunello di Montalcino“: https://rp-devops-prod.s3.amazonaws.com/rp-wa/VintageChart_print.pdf
4. Wine Spectator, Vintage Chart Brunello di Montalcino: https://www.winespectator.com/vintage-charts/region/tuscany-brunello-di-montalcino
5. Vinous, Eric Guido: A Tale of Two Extremes — The 2020 Brunellos and 2019 Riservas, November 2024: https://v1.vinous.com/articles/a-tale-of-two-extremes-the-2020-brunellos-and-2019-riservas-nov-2024
6. Vinous, The Landmark Vintage: 2006 Brunello di Montalcino Retrospective, Februar 2026: https://v1.vinous.com/articles/the-landmark-vintage-2006-brunello-di-montalcino-retrospective-feb-2026
7. Vinous, A Vintage of Transcendence: 2004 Brunello di Montalcino Retrospective, Januar 2025: https://v1.vinous.com/articles/a-vintage-of-transcendence-2004-brunello-di-montalcino-retrospective-jan-2025
8. Vinous, In the Sweet Spot: 2001 Brunello di Montalcino, März 2021: https://v1.vinous.com/articles/in-the-sweet-spot-2001-brunello-di-montalcino-mar-2021
9. Vinous, 2009 Brunello di Montalcino — The Day of Reckoning, Mai 2014: https://v1.vinous.com/articles/2009-brunello-di-montalcino-the-day-of-reckoning-may-2014
10. Vinous, Salvioni Brunello di Montalcino 1985–2011, Mai 2016: https://v1.vinous.com/articles/salvioni-brunello-di-montalcino-1985-2011-may-2016
11. Vinous, Soldera Brunello di Montalcino 1979–2006, August 2014: https://v1.vinous.com/articles/soldera-brunello-di-montalcino-1979-2006-aug-2014
12. Vinous, Vertical Tasting of Il Poggione’s Brunello di Montalcino, Mai 2011: https://v1.vinous.com/articles/vertical-tasting-of-il-poggione-s-brunello-di-montalcino-may-2011
13. Decanter, Kerin O’Keefe: Brunello on the Brink: https://www.decanter.com/features/brunello-on-the-brink-247061/
14. Decanter, Tuscany Vintage Guides 1995–2008: https://www.decanter.com/learn/vintage-guides/tuscany-vintage-guide/
15. Wine Spectator, Brunello Investigation Ends: https://www.winespectator.com/articles/brunello-investigation-ends-40300
16. Forbes, Tom Hyland: Brunello Di Montalcino Says Goodbye To Its Stars, 14. Oktober 2024: https://www.forbes.com/sites/tomhyland/2024/10/14/brunello-di-montalcino-says-goodbye-to-its-stars/
17. Italy’s Finest Wines, Brunello di Montalcino Vintages Rating Chart: https://www.italysfinestwines.it/en/migliori-annate-brunello-di-montalcino/
