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Louise Brison

Delphine Brulez, Winzerin bei Champagne Louise Brison

Wer die Flasche öffnet, trinkt hundert Jahre Familiengeschichte. Champagne Louise Brison, gegründet 1910 von der Namengeberin selbst, wird heute in vierter Generation von Delphine Brulez geführt – Agraringenieurin, Önologin und Mitglied der „Les Fa’bulleuses“, einem Kollektiv ausschließlich weiblicher Champagner-Winzerinnen.

Die Weinberge um Noé-les-Mallets in der Côte des Bar ruhen auf Kimmeridge-Kalk – demselben Gestein, das Chablis prägt. Näher an Auxerre als an Reims gelegen, bringt dieses südliche Terroir Champagner hervor, die sich durch mineralische Präzision und unerwartete Tiefe auszeichnen.




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Fünf Jahre Geduld – mindestens

Während das Champagner-Gesetz drei Jahre Hefelager vorschreibt, ruhen die Weine bei Louise Brison mindestens fünf Jahre auf der Hefe. Delphine Brulez formuliert es klar: Mit drei Jahren sind ihre Champagner noch Babys. Erst die zusätzliche Reifezeit entwickelt jene cremige Textur und komplexe Aromatik, für die das Haus bekannt ist. Der À l’Aube de la Côte des Bar verkörpert diese Philosophie exemplarisch.

Die Weinberge von Champagne Louise Brison in der Côte des Bar

Chablis-Terroir im Champagnerglas

Die Kimmeridge-Böden der Côte des Bar sind geologische Geschwister von Chablis. In den Kalksteinschichten verstecken sich Fossilien der Auster Exogyra virgula – ein 150 Millionen Jahre altes Erbe, das sich im Glas als feine Mineralität zeigt. 70 Prozent Pinot Noir und 30 Prozent Chardonnay wachsen auf südostexponierten Hängen zwischen 280 und 320 Metern Höhe.

Kimmeridge-Kalkstein im Weinberg von Champagne Louise Brison

Lebendige Böden statt Chemie

Seit 2017 ist das Weingut bio-zertifiziert, praktiziert wird biologischer Anbau bereits seit 2011. Das Ergebnis lässt sich messen: Der Anteil des nützlichen Pilzgeflechts Mykorrhiza im Boden stieg unter Delphines Führung von 18 auf 70 Prozent. Sie arbeitet nach der Simonit-Sirch-Methode des sanften Rebschnitts – ein Drittel der Arbeit im Weinberg widmet sich allein den Scheren. Auch Olivier Horiot, Nachbar in der Côte des Bar, teilt diese Überzeugung für lebendige Böden.

Keine Kompromisse, keine Dosage

Alle Champagner sind Jahrgangsweine. Alle sind Brut Nature – ohne Dosage, ohne Zuckerzugabe. Die Vergärung erfolgt in gebrauchten Burgunder-Fässern mit wilden Hefen, die Moste trennt Delphine in vier Pressdurchgängen feiner als üblich. Das Ergebnis: Champagner von kristalliner Klarheit, in denen Terroir nicht Marketingbegriff bleibt, sondern schmeckbar wird. Der Chardonnay de la Côte des Bar zeigt dies mit besonderer Eleganz.

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