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Jeaunaux-Robin

Clémence Robin und Cyril Jeaunaux - Champagne Jeaunaux-Robin

Meulière – so heißen die Feuersteine, die hier überall im Boden stecken. Champagne Jeaunaux-Robin in Talus-Saint-Prix hat seine Cuvées danach benannt, und wer einmal einen Schluck nimmt, versteht warum: Diese Champagner schmecken nach ihrem Boden. Cyril Jeaunaux und seine Frau Clémence Robin bewirtschaften fünf Hektar am südlichen Rand der Côte des Blancs, wo nicht Chardonnay dominiert, sondern Pinot Meunier – eine Traube, die den Spätfrösten der Vallée du Petit Morin trotzt und hier seit Generationen zuhause ist. Biodynamisch, spontanvergoren, ohne Kompromisse.




Mehr über Jeaunaux-Robin

Mühlsteine im Weinberg

Der Name verrät es: Meulière bedeutet Mühlstein. In Talus-Saint-Prix, einem Dorf zwischen Côte des Blancs und Côte de Sézanne, liegt der Boden voller Feuersteine – Silex, der einst für Mühlsteine gebrochen wurde. Diese mineralische Signatur prägt jeden Champagner von Jeaunaux-Robin. Die fünf Hektar verteilen sich auf Südhänge über dem Petit Morin, einem Nebenfluss der Marne. Anders als in den benachbarten Regionen dominiert hier Pinot Meunier mit über 50 Prozent – eine Rebsorte, die Spätfröste übersteht und auf diesem Terroir eine unverwechselbare Würze entwickelt.

Weinberge von Jeaunaux-Robin im Winter

Drei Generationen, ein Kreidekeller

1986 gruben Cyrils Eltern Michel und Marie-Claude einen Keller in den Kreidefelsen – von Hand, über Monate. Diese natürliche Höhle hält konstant 12 Grad und lagert heute die Flaschen zwischen zwei und sieben Jahren vor der Degorgierung. Cyril übernahm 1999, gemeinsam mit Clémence, und stellte konsequent auf biodynamische Bewirtschaftung um. Berater Jacques Mell begleitet sie dabei seit 2013. Die Reben sind durchschnittlich 40 Jahre alt, manche deutlich älter. Von den drei Söhnen will der jüngste, Anselme, das Weingut eines Tages weiterführen.

Handpressung und alte Fässer

Die Trauben werden noch immer von Hand gepresst – keine Selbstverständlichkeit in der Champagne. Die Vergärung startet spontan, ohne zugesetzte Hefen. Ausgebaut wird in Stahltanks, glasiertem Beton und gebrauchten Eichenfässern, die mindestens zehn Jahre alt sind. Cyril will kein Holz schmecken, sondern Terroir. Das Ergebnis: Der Éclats de Meulière trägt die Feuerstein-Mineralität im Namen und im Glas. Wer reinen Meunier sucht, findet ihn im Instinct Meunier – unverstellt, ohne Dosage.

Weinberge von Jeaunaux-Robin in Talus-Saint-Prix

Terres et Vins de Champagne

Cyril gehört zur Vereinigung Terres et Vins de Champagne – einer Gruppe von Winzern, die Terroir über alles stellen. Neben ihm: Pascal Agrapart, Benoît Laherte, Tarlant. Die Les Marnes Blanches zeigt, dass auch 100% Chardonnay von diesem Terroir profitiert: kreidige Mineralität, straffe Säure. Jeaunaux-Robin bleibt ein Geheimtipp – noch. Wer Champagne abseits der großen Namen sucht, ist hier richtig.

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