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Larmandier-Bernier

Pierre und Sophie Larmandier - Champagne Larmandier-Bernier

„Ein guter Champagner befolgt Herstellungsregeln. Ein großartiger entsteht, wenn man sie bricht.“ Pierre Larmandier hat diesen Satz nicht nur gesagt, er lebt ihn. Seit 1999 arbeitet Larmandier-Bernier biodynamisch – lange bevor es in der Champagne Mode wurde. Gemeinsam mit seiner Frau Sophie und Sohn Arthur bewirtschaftet er 16 Hektar an der Côte des Blancs, verteilt auf Premier und Grand Crus von Vertus bis Avize. Die Champagner? Puristisch, fast ohne Dosage, mit einer Mineralität, die an nassen Kreidestein erinnert. Wer Chardonnay in seiner reinsten Form sucht, ist hier richtig.




Mehr über Larmandier-Bernier

Mit 18 ins kalte Wasser

1982 starb Pierres Vater plötzlich – mit nur 44 Jahren. Pierre war gerade 18, wollte eigentlich BWL studieren. Stattdessen übernahm er das Weingut. Was folgte, war keine Fortsetzung des Gewohnten, sondern eine radikale Neuausrichtung. Schon 1992 verbannte er Herbizide aus den Weinbergen, 1999 stellte er vollständig auf Biodynamie um. Damit war Larmandier-Bernier einer der ersten biodynamischen Betriebe der Champagne – zu einer Zeit, als viele Nachbarn noch skeptisch die Köpfe schüttelten.

Stockinger-Holzfass im Keller von Larmandier-Bernier

Kreide, Chardonnay und Purismus

Die 16 Hektar verteilen sich auf 17 Parzellen entlang der Côte des Blancs: Vertus (Premier Cru) sowie die Grand Crus Cramant, Chouilly, Oger und Avize. 85 Prozent Chardonnay, 15 Prozent Pinot Noir. Der Boden? Reine Kreide, die den Weinen ihre vibrierende Mineralität verleiht. Pierre ist überzeugt: Große Champagner entstehen im Weinberg, nicht im Keller. Entsprechend minimal sind seine Eingriffe – Spontangärung mit natürlichen Hefen, keine Filtration, keine Schönung. Die Terre de Vertus zeigt exemplarisch, was das bedeutet: Kreide pur, ohne ablenkende Süße.

Stockinger-Fässer und das Verzichten auf Dosage

Für den Ausbau arbeitet Pierre mit großen Holzfässern der österreichischen Küferei Stockinger – bekannt für ihre präzise Arbeit. Das Holz gibt dem Wein Struktur, ohne ihn zu dominieren. Noch radikaler ist sein Umgang mit der Dosage: Maximal 4 Gramm Zucker pro Liter, meist gar nichts. Seine Champagner tragen Namen wie Longitude und Latitude – Koordinaten, die auf die Herkunft verweisen. Die Spitze bildet Vieille Vigne du Levant aus alten Grand-Cru-Reben.

Biodynamischer Weinberg von Larmandier-Bernier in Vertus

Drei Generationen, ein Ziel

Seit 2017 arbeitet Sohn Arthur im Betrieb – die Übergabe an die nächste Generation hat begonnen. Die Philosophie bleibt: Champagner, die das Terroir sprechen lassen, ohne Kompromisse. Selbst die Flaschen kommen ohne Kapseln – ein kleines Detail, das zeigt, wie konsequent hier gedacht wird. Nur wenige Kilometer entfernt, in Avize, arbeitet De Sousa ebenfalls biodynamisch an puristischen Blanc de Blancs Grand Crus – zwei Häuser mit derselben Überzeugung: Das Terroir spricht für sich.

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