Verkostungsnotiz
- Farbe & Aussehen
- Ein leuchtendes Kirschrot von mittlerer Dichte, am Rand violett schimmernd — das Bild eines jungen Weins, der nichts verbergen will.
- Nase
- Frisch und unverstellt: Veilchen über einem Kern aus Kirsche und roten Beeren, dazu jener leicht exotische Bananen-Zug, der für kohlensäurevergorene Weine typisch ist. Ein Bukett, das sofort zugänglich ist und trotzdem klar konturiert bleibt.
- Gaumen
- Saftig, weich, mittelgewichtig. Die Tannine treten kaum in Erscheinung — die Kohlensäuremaischung setzt auf Frucht statt auf Gerüst. Das Ergebnis ist ein Wein von ungewöhnlicher Trinkigkeit, der nie banal wirkt: Er hat Energie, Frische und eine Art ländlicher Direktheit, die man in dieser Preislage selten findet.
- Abgang
- Kurz bis mittellang, mit einem dezent herben Twist, der dem saftigen Auftakt eine anregende Pointe verleiht und den Mund angenehm ausräumt.
- Terroir & Herkunft
- Aus Baños de Ebro in der Rioja Alavesa, wo die Brüder Arturo und Kike de Miguel Blanco den Familienbetrieb führen. Die Trauben für diesen Wein kommen aus mehreren Parzellen auf 420 bis 500 Metern, Sand und Ton mit Kalk, die Reben sind im Schnitt 40 Jahre alt. Ihr Vater Roberto de Miguel begann 1991, eigene junge Cosechero-Weine abzufüllen, und verkaufte sie aus seinem Lieferwagen im Baskenland.
- Rebsorte & Vinifikation
- 95 % Tempranillo, 5 % Viura. Die ganzen Trauben gären per Kohlensäuremaischung fünf bis sieben Tage im Edelstahltank, bei höchstens 24 bis 26 °C und ohne Extraktion. Bis zur Abfüllung in der ersten Januarwoche 2026 blieb der Wein im Beton, danach wurde er leicht filtriert gefüllt. 13,5 % Vol., 80.000 Flaschen.
- Speiseempfehlungen
- Der ideale Wein zu Tapas und Pintxos, zu Chorizo, Jamón und Manchego. Auch zu einfacher Pasta mit Tomatensauce, gegrilltem Gemüse oder einer Tortilla española eine natürliche Wahl. Leicht gekühlt serviert, zeigt er sich von seiner besten Seite.
- Besonderheiten
- Auf dem Etikett steht schlicht „Artuke“, gebildet aus den Vornamen der Brüder Arturo und Kike. Luis Gutiérrez vom Wine Advocate nannte den 2025er einen Kohlensäure-Rotwein wie aus dem Lehrbuch, mit hellen Aromen von Erdbeere und Blüten, und gab 92 Punkte; Vinous vergab 91 Punkte und fand die klassischen Merkmale der Alavesa, Banane und Erdbeerjoghurt. Artuke gehört zur Winzergruppe Rioja’n’Roll und zum Verband Futuro Viñador.





