
Sancerre
Sauvignon & Pinot von der Loire
Auf den Kalkhügeln über der oberen Loire zeigt Sauvignon Blanc, wie viel Herkunft in ihm steckt – und Pinot Noir liefert Rosés und Rote von leiser Tiefe. Wir führen 22 lieferbare Sancerre von drei Winzern, vom Einstieg bis zur parzellengenauen Füllung.
Unsere Sancerre
Was einen Sancerre ausmacht
Ganz im Osten der Loire-Weinbaugebiete, wo der Fluss nach Norden zieht, steigen die Weinberge von Sancerre über dem Ufer auf – 14 Gemeinden, darunter Chavignol und Bué. Drei Böden prägen drei Gesichter: die terres blanches aus Kimmeridge-Mergel für Struktur und Lagerfähigkeit, die steinigen caillottes für Duft und frühe Zugänglichkeit, der Silex für die rauchige Spannung, die man dem Sancerre nachsagt.
Weißer Sancerre ist immer Sauvignon Blanc – 1936 als eine der ersten Appellationen Frankreichs anerkannt –, Rosé und Rot sind seit 1959 dem Pinot Noir vorbehalten. Im Glas: Zitrus, Stachelbeere und je nach Boden eine feuersteinige Note, getragen von kühler, steiniger Länge; die Roten setzen auf helle Kirschfrucht und feine Würze statt auf Kraft. Drei Winzer tragen unsere Auswahl: Domaine Vacheron, Claude Riffault und Matthias Planchon. Und wenn die Loire perlen soll, steht der Crémant bereit.
Herkunft
Obere Loire – 14 Gemeinden um die Stadt Sancerre, u. a. Chavignol und Bué.
Rebsorten
Sauvignon Blanc (weiß), Pinot Noir (rosé & rot).
Böden
Terres blanches (Mergel), Caillottes (Kalk), Silex (Feuerstein).
Am Tisch
Crottin de Chavignol, Fisch, Meeresfrüchte, Spargel; der Rote zu Geflügel.
Sancerre blanc
Sauvignon Blanc, sonst nichts: je nach Boden schlank und duftig (Caillottes), strukturiert und lagerfähig (Terres blanches) oder rauchig-mineralisch (Silex).
0,375 LSancerre blanc AOC 2025
Knochentrocken, vibrierend, von rauchig-salziger Textur – dieser Sancerre hebt sich wohltuend vom lauten Mainstream ab. Caillotte, Terres blanches und Silex verweben sich zu burgundischer Präzision. Mineralische Frische und stille Tiefe in perfekter Balance.

Sancerre blanc AOC 2025
Drei Bodentypen, ein Ausdruck: Silex, Terres Blanches und Kalksteinschutt formen hier eine fast salzige Steinfruchtmineralität. Handlese, Wildhefen, behutsamer Ausbau – kein Eingriff zu viel. Biodynamik nicht als Etikett, sondern als Haltung, die man schmeckt.

Sancerre blanc "Les Denisottes" AOC 2023
Kühle Präzision statt Klischee: Zitrusabrieb, nasse Kreide, ein Hauch Austernschale. Die cremige Textur trifft auf karge Kimmeridge-Mineralik – ein spannungsvoller Kontrast. Der lange, salzige Abgang verlangt nach mehr.

Sancerre blanc "Les Herses" AOC 2020
Jasmin und weißer Tee, darunter nasses Gestein und Petrichor – die Silex-Böden von Ménétréol schreiben sich unübersehbar in diesen Wein. Am Gaumen saftig und präzise, mit cremigem Schmelz und anhaltender Mineralik. Kraft und Eleganz in seltener Balance.

Sancerre blanc "Les Herses" AOC 2022
Weiße Blüten, Kalk und eine jodig-maritime Brise – die Nase ist fein und schwebend. Am Gaumen treibt eine vibrierende Säure den Wein voran, begleitet von Zestigkeit und subtiler Bitterkeit. Lang, salzig, mineralisch – Silex und 47 Jahre alte Reben sprechen eine klare Sprache.

Sancerre blanc "Le Paradis" AOC 2020
Jasmin, Johannisbeere, Zitrusschale – kühl und vielschichtig. Am Gaumen druckvoll, dabei von schnörkelloser Präzision: Kalkstein und Kreide sprechen laut durch die Stille. Der Abgang bleibt – mineralisch, salzig, lang.

Sancerre blanc "Le Paradis" AOC 2022
Orangenblüte, weiße Beeren und Zitrus über einem Fundament aus Jura-Kalkstein – der solare 2022er trägt seine Reife mit Leichtigkeit. Seidige Textur, lebendige Säure und mineralisches Gestein halten sich in perfekter Balance. Der Nachhall vibriert, frisch und würzig, wie der Boden, dem er entstammt.

Sancerre blanc "Les Romains" AOC 2024
Kein lautstarker Sauvignon Blanc – sondern ein stiller, intellektueller. Drahtiger Energie und kompakter Textur verleiht die rauchige Mineralität des Sancerre-Terroirs faszinierende Tiefe. Biodynamisch bewirtschaftet, burgundisch gedacht: Hier spricht die Lage.

Sancerre blanc "Le Paradis" AOC 2024
Puristische Mineralität statt lauter Frucht – dieser Sancerre aus kalkreichen Böden ist Terroir in Reinform. Am Gaumen zeigt er sich knochentrocken, straff und mit einer feinen, kreidigen Textur. Biodynamisch gewirtschaftet, vinifiziert mit burgundischer Präzision. Stille als Stärke.

Sancerre blanc "Le Paradis" AOC 2023
Limette, grüner Apfel und wilde Kräuter – präzise und elektrisierend. Am Gaumen zeigt sich Substanz und würzige Tiefe, die man bei Sauvignon Blanc selten antrifft. Steinige Mineralität und Kräuterwürze klingen lange nach. Ein Sancerre mit echtem Reifepotenzial und ruhiger Eleganz.

Sancerre blanc "Chambrates" AOC 2022
Kühl, präzise, mit Feuerstein und Zitrus in der Nase – hier spricht das Terroir von Chambrates. Am Gaumen verbindet sich zitrische Frische mit burgundischer Tiefe, getragen von geschliffener Säure. Der Abgang ist lang, salzig-mineralisch und von einer cremigen Textur durchzogen.

Sancerre blanc "Guigne-Chèvres" AOC 2021
Stein, Salz und Austernschale – die Caillottes-Böden sprechen unverkennbar. Am Gaumen baut sich Druck auf: Limette, grüne Birne und Küchenkräuter, durchzogen von mineralischer Strenge. Der Abgang ist lang, salzig, kühl. Aufgestaute Kraft, gehalten von großer Finesse.
Magnum · 1,5 LSancerre blanc AOC 2024
Kühle Präzision, Zitrus und grüne Stachelbeere – die Nase ist filigran und von aristokratischer Zurückhaltung. Am Gaumen trägt eine belebende Säure die kräuterfrische Eleganz, unterlegt von feiner mineralischer Spannung. Der Abgang: salinisch, lang, geprägt von Kalkstein.
Sancerre rouge
Der rote Sancerre ist reiner Pinot Noir – seit 1959 zugelassen, hell in der Farbe, mit feiner Kirschfrucht und Würze eher burgundisch gedacht als kraftvoll.

Sancerre rouge "La Noue" AOC 2023
Schattenmorellen, rote Johannisbeeren, eine kühle mineralische Tiefe. Am Gaumen geradlinig und seidig, die Säure perfekt eingebunden, das Kalkstein-Terroir von La Noue spürbar präsent. Der Abgang ist filigran und saftig – Finesse, die bleibt.

Sancerre rouge 2020
Sauerkirsche, Waldhimbeere und ein floraler Hauch von Veilchen – subtil und nie überladen. Am Gaumen belebt eine präzise Säure, getragen von Kalkstein und Schiefer, das Geschehen. Der Abgang klingt frisch und mineralisch aus, mit Kräutern und roter Frucht.

Sancerre rouge "Tirrepeine" AOC 2022
Kühle Präzision in lichtem Kirschrot: Moosbeeren, Berberitzen und eine zarte Sous-bois-Note geben der Nase Tiefe. Am Gaumen saftig und klar, mit keidigem Tannin und salziger Silex-Mineralität. Ein schlanker, lebendiger Pinot Noir – burgundisch im Geist, unverkennbar von der Loire.

Sancerre rouge "Les Herses" AOC 2020
Frische Kirschen, Kirschkern und Cranberry, unterlegt von Zeder und mediterranen Kräutern. Am Gaumen kühl und schlank, durchzogen von stählerner Mineralität – Feuerstein, Kalkstein, seidene Tannine. Der Abgang hallt nach: Graphit, Kräuterwürze, pure Präzision.

Sancerre rouge "Les Herses" AOC 2021
Helles Kirschrot, kühl und transparent. Frische Kirsche, Kirschkern und ein Anflug wilder Kräuter – präzise, niemals aufdringlich. Am Gaumen seidig, von einer salzigen Silex-Ader durchzogen, die Frucht lebendig und ausgewogen. Ein klares, langes Finish.

Sancerre rouge "Belle Dame" 2020
Waldhimbeere, Holunder und ein Schimmer Bitterschokolade – die Nase verspricht viel. Am Gaumen trägt kühle Beerenfrucht eine lebendige Säure, darunter mineralische Tiefe aus Kimmeridge-Kalk und Feuerstein. Saftig, ungestüm, mit langem Nachhall – ein Wein, der Zeit verdient.

Sancerre rouge "Belle Dame" 2023
Burgundische Finesse, geformt von der kühlen Loire. Feinkörniges Tannin, lebendige Säure und eine straffe mineralische Präzision geben diesem Pinot Noir seine aristokratische Haltung. Biodynamisch bewirtschaftet, mit Akribie vinifiziert – ein roter Sancerre von intellektuellem Anspruch und puristischer Klarheit.
Sancerre rosé
Auch der Rosé wird aus Pinot Noir gekeltert: trocken, hell und präzise, mit kühler roter Frucht – am Tisch zu Hause.

Sancerre rosé " La Noue En Rosé" AOC 2024
Leuchtendes Lachsrosa, Waldhimbeere und Sauerkirsche, unterlegt von Kräuteranklängen wie Kerbel und einem Hauch Rauch und Stein. Am Gaumen zeigen feine Tannine und ein vibrierender Säurenerv echte Ernsthaftigkeit. Kalkstein und Mergel der Lage La Noue sprechen klar und lang nach.

Sancerre Rosé AOC 2025
Kein Kompromiss zwischen Rot und Weiß – sondern eine eigenständige Aussage. Pinot Noir, präzise geformt auf Kalkstein und Silex der Loire, mit trockenem Charakter und mineralischer Spannung. Biodynamische Sorgfalt, die man spürt: Frische über Fülle, Haltung statt Gefälligkeit.
Häufige Fragen
Was ist Sancerre?
Eine Appellation an der oberen Loire rund um die gleichnamige Stadt, seit 1936 AOC. Weißer Sancerre wird aus Sauvignon Blanc gekeltert, Rosé und Rotwein aus Pinot Noir.
Aus welcher Rebsorte wird Sancerre gemacht?
Weiß: ausschließlich Sauvignon Blanc. Rosé und Rot: ausschließlich Pinot Noir, zugelassen seit 1959.
Wie schmeckt Sancerre?
Weißer Sancerre ist trocken und präzise: Zitrus, Stachelbeere, je nach Boden eine rauchige Feuersteinnote und eine kühle, steinige Länge. Roter Sancerre zeigt helle Kirschfrucht und feine Würze.
Was passt zu Sancerre?
Der Klassiker ist Ziegenkäse – der Crottin de Chavignol stammt aus demselben Ort. Daneben Fisch, Meeresfrüchte, Spargel und grüne Salate; roter Sancerre begleitet Geflügel und zarte Fleischgerichte.
Was ist der Unterschied zwischen Sancerre und Pouilly-Fumé?
Beide keltern Sauvignon Blanc an der oberen Loire, nur durch den Fluss getrennt. Pouilly-Fumé ist immer weiß, Sancerre gibt es auch als Rosé und Rot – stilistisch sind sie enger verwandt, als die Etiketten vermuten lassen.
Was kostet ein guter Sancerre?
Ernsthafter Sancerre beginnt um 20 bis 25 Euro. Lagen- und Altreben-Abfüllungen der besseren Güter liegen zwischen 40 und 70 Euro.
Sancerre blanc oder rouge?
Der weiße aus Sauvignon Blanc ist der Klassiker. Den roten aus Pinot Noir kennen wenige; er ist hell und kühl gebaut und kostet deutlich weniger als vergleichbarer roter Burgund.
Wie spricht man Sancerre richtig aus?
„Sã-sär“: Das erste n bleibt nasal wie im Französischen, betont wird die zweite Silbe, das Schluss-e ist stumm.
Warum ist Sancerre so teuer?
Eine kleine Appellation mit Hanglagen, die Handarbeit verlangen, trifft auf die Nachfrage der Weltgastronomie. Winzer-Sancerres von Familiengütern sind gemessen daran noch immer fair bepreist.
