Die Champagne fasziniert wie keine andere Weinregion der Welt. Auf rund 34.000 Hektar, an der nördlichen Grenze des Weinbaus bei 49° Nord, entstehen aus Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier Schaumweine von unvergleichlicher Finesse. Das duale Klima – ozeanisch und kontinental zugleich – macht jeden Jahrgang zum Balanceakt zwischen Reife und Frische.
Anders als in den meisten Weinregionen deklarieren Champagner-Häuser nur in außergewöhnlichen Jahren einen Jahrgang – typischerweise drei- bis viermal pro Jahrzehnt. Die Kunst der Assemblage bleibt das Fundament der Region. Doch gerade die kleinen Winzer-Champagner (Récoltant-Manipulant), wie sie in unserem Sortiment vertreten sind, verfolgen eine andere Philosophie: Einzellagen, Einzeljahrgänge und minimale Dosage rücken den Ausdruck von Terroir und Jahrgang in den Vordergrund.
Jahrgänge auf einen Blick
JR Jancis Robinson
RP Robert Parker
RJ Richard Juhlin
AG Antonio Galloni
RJ Ein herausragender Jahrgang – „beste Ernte seit 30 Jahren.“ Ruhige, gleichmäßige Wachstumsperiode, außergewöhnlich frühe Lese ab 20. August. Sanitärer Zustand der Trauben makellos. Pinot Noir besonders stark. Optimale Zucker-Säure-Balance.
RJ Regenreiches Jahr mit schwerem Falschem Mehltau – besonders verheerend in der Côte des Bar. 46% weniger Ertrag als 2023. Zehn entscheidende Sonnentage im September „retteten die Ernte.“ Gute Balance und Säure bei den überlebenden Trauben. Die Weine erinnern an den Stil der 1990er.
RJ Drittgrößte Ernte in der Geschichte der Champagne. Chardonnay mit „bemerkenswerter Reinheit“, Pinot Noir mit „tiefgründigem Charakter“, Meunier mit „ungewöhnlicher Distinktion.“ Kombiniert strukturelle Präzision kühler Jahre mit der großzügigen Fruchtexpression wärmerer Jahrgänge. Allerdings: Dom Pérignon verwarf den gesamten 2023er Keller – zum vierten Mal in diesem Jahrhundert.
JR Hervorragend – erinnert an 1947, 1959 und 1976. Trockener Sommer ohne Extreme, krankheitsfreie Trauben mit exzellenter Reife. Alle drei Hauptrebsorten zeigen außergewöhnliche Qualität.
AG Chardonnay mit bemerkenswerter Reinheit und Mineralpräzision. Pinot Noir mit ungewöhnlicher Tiefe und aromatischer Komplexität.
JR Verheerende Aprilfröste reduzierten den Ertrag auf ein 35-Jahres-Tief. Anhaltender Regen und hoher Krankheitsdruck. Verzögerte Lese bis Oktober.
AG „Helligkeit, Spannung und klassisch-schlankes Profil“ bei erfahrenen Produzenten. Côte des Blancs am wenigsten betroffen.
JR Rekord-frühe Lese Mitte August – die früheste in der Geschichte der Champagne. Milder Winter, warm-sonniger Frühling, anhaltende Sommerwärme ohne Extremhitze.
AG Überzeugendes Gleichgewicht von Reife und Frische. Phenolische Reife und konzentrierte Aromen. Chardonnay besonders hervorragend.

JR Schwere Frühjahrsfröste, dann Rekordhitze von 42,9°C am 25. Juli – Verbrennungsschäden zerstörten rund 10% der Ernte. August brachte Balance zurück.
RJ „Nicht so sonnig wie 2018, mehr Finesse und Struktur.“ Wahrscheinlich der beste der warmen Trilogie 2018–2020. Großartiges Alterungspotential.
AG Gute Spannung und feine Reinheit. Pinot Noir besonders herausragend.
JR Rekord-Winterniederschlag, reichlich Sonne, früheste Ernte am 17.–20. August. Zweitwärmster Sommer. Saubere, üppige Weine mit bemerkenswert niedriger Säure (5,9 g/l).
AG „Bemerkenswerte Balance zwischen Großzügigkeit und Zurückhaltung.“ Weicher Charakter, sofort ansprechend.
RP 93–96/100
JR Schwierigster Jahrgang des Jahrzehnts. Schwere Aprilfröste, versengende Sommerhitze, unerwarteter Juli/August-Regen löste Botrytis und Essigfäule aus. 20–30% Ernteschaden.
AG Sehr schwaches Jahr, besonders für Pinot Noir. Chardonnay am stärksten. Nur selektiv deklariert – Ausnahmen: Taittinger Comtes, Dom Ruinart BdB.
RP 83/100
JR Exzessiver Niederschlag, Fröste, Falscher Mehltau, Hagel, Dürre, Sonnenbrand – praktisch alles. 20–30% Ertragsreduktion. Fruchtbetont, üppig mit lebhafter Säure.
AG Gut bei wendigen Erzeugern. Dom Pérignon deklariert. Konzentration durch niedrige Erträge.
RP 92/100
JR Ähnlich 2003 aber besser balanciert. Heißester Jahrgang bis dato. Ausnahmsweise trockener Sommer ab Mitte Mai.
AG Sofort ansprechende, attraktive Frucht. Aber: Aschige Aromen problematisch bei manchen Weinen – Dürrestress hinterlässt Spuren. Qualität kontrovers.
RP 94–97/100
JR Zunächst als durchschnittlich abgetan, jetzt „wunderschön zeigend.“ Präzision statt Kraft, helle Säure und strukturelle Integrität.
AG Chardonnay ist die „Starvarietät.“ Krug und Dom Pérignon deklarierten NICHT – aber Roederer Cristal und Bollinger La Grande Année schon.
RP 91–94/100
JR Stark unterschätzt. Verzögerter Wachstumszyklus, kühler Frühling, heißer trockener Sommer, späte Lese bis Oktober. Vergleiche mit 1971.
AG „Fesselnde Kombination von Intensität und Zurückhaltung“ mit lebhafter Säure und ausgeprägter Mineralität. Wird mit der Zeit besser gewürdigt.
RP 94/100
JR Herausragender Jahrgang. Schwere Winterfröste und Hagelschäden, aber August-Hitzewelle mit kühlen Nächten erzeugte seltene Kombination: hohe Säure UND hoher Zucker bei makelloser Konzentration.
AG „Einer der vollständigsten und charmantesten Jahrgänge der modernen Ära.“ Sofortiger Charme UND Struktur zum Altern. Roederer Cristal 2012 war erste biodynamisch erzeugte Prestige-Cuvée. Krug investierte in Reserven – kein Vintage released.
RP 95/100
JR Früheste Ernte der Geschichte, aber kühler feuchter Sommer mit Mehltau. Weich und zugänglich, aber wenig Tiefe.
AG Wenige Vintage-Deklarationen. Dom Pérignon deklarierte NICHT.
RP 79/100
JR Sehr kalter Winter, August/September-Stürme komplizierten die Reife. Chardonnay herausragend – bester innerhalb von 10 Jahren. Pinot Noir mit Fäulnisproblemen.
AG Klassischer Charakter mit ausgezeichneter Spannung und Präzision. Wenige Häuser deklarierten.
RP 88/100

JR Sonnig, generös. Prächtig sonnengefüllter Sommer, fast kein Regen August–September. Hoher Zucker, weiche Säure.
AG Großzügige Weine mit frühem Trinkspaß. Pinot Noir und Meunier besonders erfolgreich.
RP 93/100
JR Benchmark-Jahrgang des 21. Jahrhunderts. Helle, klare Tage mit kühlen Nächten erlaubten langsame, perfekte Reifung bei Erhaltung außergewöhnlich lebhafter Säure.
RJ „Der beste Jahrgang der letzten 20 Jahre.“ Außergewöhnliche Präzision, Energie und Reifepotential. Kühl-fruchtig, klassisch-stilisiert, salzige Frische. Alle Rebsorten exzellent – selbst Pinot Meunier zeigte Spitzenqualität.
AG „Erwarten Sie Brillanz über die nächsten zwei Jahrzehnte.“ Universell gelobt. Häuser hielten Releases zurück wegen des außergewöhnlichen Reifepotentials.
RP 97/100
JR Ungewöhnlich warmer Frühling, kühler feuchter Sommer. Frühe Ernte am 24. August. Chardonnay übertraf die Pinots deutlich.
AG Zurückhaltende Reife, schneidende Säure. Salon Le Mesnil 2007 bemerkenswert.
RP 89/100
JR Kalter Winter, Frühjahrsfröste, perfekter Juni/Juli. Hoher Zucker, bemerkenswert niedrige Säure.
AG Offenherzig und einladend. Geschmeidige Weine mit gutem Reifepotential. Taittinger Comtes, Krug Vintage, Philipponnat Clos des Goisses alle deklariert.
RP 93/100
JR Warm und trocken, dann Juli-Mehltau und Fäulnis. Erwartete Qualität nicht realisiert – „negative Evolution“ selbst bei feinsten Weinen.
AG Reiche aber schwere Weine mit Überreife-Charakter. Wenig Alterungspotential. Enttäuschend.
RP 90/100
JR Große Ernte, kühler August. Im Schatten von 2002 und 2008 unterschätzt – aber „lebendige Weine mit raffiniertem Charme und erfrischender Leichtigkeit.“
AG „Ein klassischer Jahrgang im besten Sinne. Linear, rein und lagerungsfähig.“ Seltene Balance aus Frische und feiner Aromenintensität.
RP 92/100
JR Beispiellose Hitzewelle über 40°C. Früheste Ernte seit 1822 am 21. August. Sehr niedrige Säure (5,8 g/l). Rund, reif – aber atypisch für die Champagne.
AG Außergewöhnliche Fülle und Kraft, aber atypische Struktur. Viele Produzenten lehnten Vintage-Deklaration ab.
RP 88/100
JR Nahezu perfekter Jahrgang. Wind-induzierte Dehydration förderte Reife, kühle Nächte bewahrten Säure. Dom Pérignon 2002 erhielt Jancis Robinsons einzige 20/20-Bewertung.
RJ Universell gelobt für überragende Balance von Fülle, Säure und Alterungswürdigkeit. Makellose Kombination aus Frische, Kraft, Struktur und Finesse. Nahezu alle Häuser deklarierten.
AG „Ein außergewöhnlicher Jahrgang mit unglaublicher Klarheit und Balance. Die besten 2002er gehören zu den feinsten Champagnern, die ich je probiert habe.“
RP 94/100
JR Sehr schwacher Jahrgang. Riesige, verwässerte Ernte durch Last-Minute-Regen ruiniert. Botrytis-Probleme. Kaum Vintage-Champagner produziert.
JR Warmer Beginn, Juli-Regen und Hagel, September-Sonnenschein. Voluptuöse, reife, leicht zugängliche Weine.
AG Großzügig und offenherzig. Schnelle Evolution – die meisten Weine jetzt am optimalen Trinkfenster.
RP 89/100

JR Heißer trockener Sommer, feuchter September. Weich, niedrige Säure, voluptuös. Herausragende Rosé-Prestige-Cuvées.
RP 89/100
JR Hoher Zucker UND hohe Säure – seltene Kombination. Variabel, aber die besten zeigen Eleganz und Frische.
RJ Strukturierter und langlebiger als erwartet. Chardonnay außergewöhnlich. Krug Clos d’Ambonnay 1998 als Spitzenwein.
RP 91/100
JR Kleine Ernte. Im Schatten von 1995 und 1996 übersehen. Weich, rund, fruchtbetont – Trinkvergnügen statt Langzeitalterung.
RP 87/100
JR Einer der strukturiertesten und langlebigsten Jahrgänge des 20. Jahrhunderts. Nordwinde dehydrierten die Beeren zu außergewöhnlicher Konzentration. Zucker UND Säure auf Rekordniveau – Säure: 10,0 g/l bei 10,3% Alkohol. „Ein Jahr wie kein anderes.“
RJ Sein persönlicher Lieblingsjahrgang. Majestätisch, aber braucht außergewöhnlich viel Zeit. Dom Pérignon Œnothèque 1996: 97 Punkte.
AG Krug Clos du Mesnil 1996: 97,5/100. Louis Roederer Cristal 1996: 96,8/100.
RP 96/100
JR Im Schatten von 1996, aber sehr gut. Elegante, einladende Fruchtigkeit, schöne Balance. Viele befinden sich noch in bestem Trinkfenster mit Noten von Brioche, gerösteten Nüssen und Honig.
RP 94/100
JR September-Regen, normale Ernte. Balanciert, aber schwache Fruchtigkeit. Reife Noten von Honig, gerösteten Mandeln und gebackenem Apfel.
JR Heißer Sommer, beachtliche Ernte. Superbe Reife kombiniert mit hoher Säure. Elegant mit Finesse. Besonders gut für Chardonnay.
JR Reifster Jahrgang seit 1959. Drittgrößte Ernte, langer heißer trockener Sommer. Wunderbare Harmonie und Struktur. Wurde als bester der 88/89/90-Trilogie gefeiert, reifte aber schneller als erwartet. Prämature Oxidation bei manchen Flaschen.
RJ Tiefe und Finesse, opulent und legendär.
RP 97/100

JR Heiß-sonniger Sommer, frühe September-Lese. Reich, üppig, weich – verführerisch, aber früh gereift. Warm, reichhaltig.
RP 95/100
JR Der feinste der 88/89/90-Trilogie für Langzeitreifung. Langsame Traubenreifung. Kraftvoll, fest, klassisch. Straff, strukturiert, makellos gebaut. Delikate Komplexität und elegante Textur.
RJ Salon Cuvée, Pol Roger Sir Winston Churchill und Ruinart Dom Ruinart als Spitzenweine.
RP 95/100
JR Warmer Sommer. Sorgfältige Selektion nötig. Im Schatten der großen Jahrgänge ringsum.
RP 88/100
JR Extremwinter mit -25°C zerstörte 10% der Reben. Winzige Ernte bei perfekter Traubengesundheit. Wunderschön balanciert, intensiv, große Länge. Verbessern sich noch immer.
RJ Dom Pérignon 1985: 97 Punkte. „Kühne Aromen von reifer Frucht, Honig und Nüssen.“
JR Unterschätzter Jahrgang. Sonniger warmer Sommer, riesige Ernte (15.012 kg/ha). Klassisch schlanke Struktur, schöne Frische – nahezu perfekt.
JR „Nahezu perfekt.“ Ideale Vegetationsperiode, großzügigste Ernte der Geschichte. Konsistent großartig: reich, elegant, fein balanciert.
RJ Dom Pérignon 1982 Œnothèque: 97 Punkte. Opulent und komplex.
JR Frühjahrsfröste zerstörten 20–25% der Ernte, winziger Ertrag. Trotzdem ausgezeichnete Qualität. Chardonnay hervorragend.
JR Durchdringend kalter Winter, kühler Frühling mit Mai-Frösten. Beeindruckender Charakter und Länge. Chardonnay besonders erfolgreich.
JR Rekordhitze in Europa, sehr frühe Lese am 1. September. Superreif, reich, kraftvoll. Niedrige Säure (7,2 g/l), aber Langlebigkeit bewiesen – eine Vielzahl majestätischer 1976er widerlegt die Bedenken.
RJ Dom Pérignon 1976 P3: 98 Punkte.
JR Späte Oktober-Ernte, langer Sommer. Großer Charakter und Dichte.
RJ Dom Pérignon 1975: 97 Punkte.
JR Riesige Ernte nach langem, warmem Sommer. September-Regen verursachten Fäulnis. Trotzdem gute Ergebnisse. Bollinger, Dom Pérignon, Krug alle deklariert.
JR Juli-Stürme, August-Hagel, dann trockener heißer September. Winzige, elegante Ernte mit bewiesener Alterungsfähigkeit.
RJ Dom Pérignon 1971 P3: 98 Punkte.
JR Überfluss an Sonnenschein und Regen zur richtigen Zeit. Größte Ernte mit Rekord. Die meisten großen Häuser deklarierten.
