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Terroir al Limit

Dominik Huber und Tatjana Peceric im Keller von Terroir al Limit

Ein Münchner im Priorat, der mit dem südafrikanischen Kultwinzer Eben Sadie ein Weingut gründet – und dann alles auf den Kopf stellt. Dominik Huber kam als Quereinsteiger, heute gehört Terroir al Limit zur absoluten Spitze einer der gefragtesten Weinregionen der Welt.

Mit seiner Partnerin Tatjana Peceric als Head Winemaker setzt er auf Infusion statt Extraktion, auf Eleganz statt Wucht. 15 Hektar biodynamisch bewirtschaftet, Ganztrauben-Vergärung seit 2009, kein Pigeage mehr. Das Ergebnis: Priorat-Weine, die tanzen statt zu poltern. 100 Punkte für den Les Manyes 2016 – der Rest ist Geschichte.




Mehr über Terroir al Limit

Der Münchner, der das Priorat neu definiert

2004 gründete Dominik Huber gemeinsam mit dem südafrikanischen Önologen Eben Sadie ein kleines Weingut in Torroja, tief im Herzen des Priorats. Sadie verließ das Projekt 2012, um sich auf seine südafrikanischen Weine zu konzentrieren. Huber blieb – und machte weiter, konsequenter denn je.

Heute leitet er das Weingut gemeinsam mit der serbischstämmigen Önologin Tatjana Peceric, die nicht nur für Weinbereitung und Weinberge verantwortlich ist, sondern auch das internationale Gesicht von Terroir al Limit geworden ist. Im benachbarten Montsant betreiben beide das Schwesterprojekt Terroir Sense Fronteres – gleiche Philosophie, kein Holz im Keller.

Die steilen Schieferweinberge von Les Tosses im Priorat

Infusion statt Extraktion

Wo andere auf Kraft und Konzentration setzen, wählt Huber den entgegengesetzten Weg. Seit 2009 arbeitet er mit Ganztrauben-Infusion: Die Beeren bleiben ganz, werden nicht gequetscht, kein Pumpen über den Tresterhut. „Am Anfang gab es noch etwas Pigeage“, sagt er, „heute rühren wir nicht mehr.“ Das Ergebnis sind Weine von einer Leichtigkeit und Trinkbarkeit, die im Priorat ihresgleichen suchen.

Die 15 Hektar werden organisch und biodynamisch bewirtschaftet. Huber gehört zu den frühesten Erntenden der Region – er kontert die heißen Sommer mit biodynamischen Präparaten im Weinberg und einer Lese, die andere als zu früh bezeichnen würden. Seine Grenache-Reben zeigen, dass Reife auch ohne Überreife möglich ist.

Flaschen von Terroir Sense Fronteres aus dem Montsant

Die burgundische Pyramide im Priorat

Die Weine sind in Anlehnung an Burgund strukturiert: Villages, Premier Cru, Grand Cru. Der Terra de Cuques als Ortswein bietet den Einstieg – saftig, direkt, sofort zugänglich. Darüber die Lagenselektionen: Les Tosses, Arbossar, Dits del Terra.

An der Spitze steht Les Manyes, der 2016 als erster spanischer Wein überhaupt 100 Punkte vom Wine Advocate erhielt. Nicht wegen Wucht, sondern wegen Finesse und Präzision. Ein Priorat, das nach Veilchen und nassem Schiefer duftet, nicht nach überreifen Brombeeren.

Für Gefälligkeit ist Priorat der falsche Ort

Huber selbst sagt es am besten: Die Region verzeiht keine Kompromisse. Was hier wächst, muss sich dem Schiefer, der Hitze und den steilen Hängen anpassen. Seine Weine tun genau das – sie kämpfen nicht gegen das Terroir, sondern mit ihm.

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