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Foradori

Zwanzig Jahre alt, mitten im Studium, der Vater plötzlich tot. 1984 stand Elisabetta Foradori vor einer Entscheidung, die ihr Leben prägen sollte. Das Weingut Foradori im Campo Rotaliano, wo der Fluss Noce seit Jahrhunderten Kalkstein, Porphyr und Granit aus den Dolomiten ins Tal trägt, brauchte eine Führung. Sie blieb.
Was folgte, grenzt an Rebellion: Während ganz Italien auf Cabernet umschwenkte, setzte sie alles auf eine fast vergessene Rebsorte – den Teroldego. Mit akribischer Klonselektion holte sie ihn zurück. Heute stehen 28 Hektar unter Demeter-Zertifizierung, 80 Prozent davon Teroldego. Die Weine reifen in spanischen Tonamphoren, den Tinajas, und finden ihren Ausdruck über Frucht und Mineralität.
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Granato Teroldego Vigneti delle Dolomiti IGT 2019 3000ml Doppel-Magnum
225,01 €Inkl. MwSt. wo zutreffend -
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Morei Cilindrica Teroldego Vigneti delle Dolomiti IGT 2016 1500ml Magnum
100,00 €Inkl. MwSt. wo zutreffend -
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Sgarzon Cilindrica Teroldego Vigneti delle Dolomiti IGT 2016 1500ml Magnum
100,00 €Inkl. MwSt. wo zutreffend -
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Mehr über Foradori
Die Retterin einer Rebsorte
Teroldego war einst so bedeutend, dass man ihn beim Konzil von Trient ausschenkte. Im 20. Jahrhundert wäre er beinahe verschwunden – Massenerträge hatten seinen Ruf ruiniert. Elisabetta Foradori erkannte das Potenzial, das in den alten Klonen schlummerte. Gemeinsam mit der Universität Mailand und dem Forschungszentrum San Michele begann sie eine Massenselektion, die Jahre dauerte. Das Ergebnis: Der Granato, seit 1986 vinifiziert, gilt heute als einer der bedeutendsten Rotweine Italiens. 36 Mal verlieh der Gambero Rosso seine höchste Auszeichnung.

Ton statt Barrique
Die Hinwendung zu spanischen Tonamphoren kam aus der Erkenntnis, dass Holz den Teroldego überlagerte. In den Tinajas, die acht Monate lang Wein und Maische atmen lassen, entfaltet sich eine Dimension, die an die antike Weinbereitung erinnert. Die Einzellagen Morei und Sgarzon zeigen, wie unterschiedlich derselbe Boden sprechen kann: Morei von alluvialem Sand geprägt, Sgarzon von Dolomit-Kalkstein. Selbst der Pinot Grigio wandert hier in die Amphore – der Fuoripista vergärt mit Schalen und gewinnt eine kupferne Tiefe, die konventionelle Versionen alt aussehen lässt.
Drei Kinder, ein Bauernhof
Seit 2013 leitet Sohn Emilio die Weinbereitung mit einer Präzision, die seiner Mutter Respekt abnötigt. Theo, der Fotojournalismus studierte und jahrelang in den USA lebte, kümmert sich um den Vertrieb. Myrtha bewirtschaftet den biodynamischen Bauernhof: Tiroler Grauvieh grast zwischen den Reben, der Gemüsegarten versorgt die Hofküche, und wöchentlich öffnet ein Markt für Käse, Eier und Erntefrisches. Elisabetta selbst? Sie steht heute in der hauseigenen Käserei – und gründete nebenbei mit Freunden Ampeleia in der Maremma, wo sie dieselbe Philosophie auf toskanischem Boden fortsetzt.

Der Berg im Glas
Der Campo Rotaliano ist eine geologische Besonderheit: Eine Talebene, eingekeilt zwischen Dreitausendern, wo der Noce über Jahrtausende Sedimente aus Kalk, Porphyr und Gneis abgelagert hat. Tagsüber reflektieren die Felswände die Sonne, nachts strömt kühle Bergluft durch das Tal. Die Weine tragen diesen Kontrast: Veilchen und wilde Brombeeren treffen auf nassen Schiefer und eine fast salzige Mineralität. Wer Foradori trinkt, schmeckt die Dolomiten.
























