Weinbeschreibung für Clos du Chêne Vert Monopole AOC 2016 von Charles Joguet
- Farbe & Aussehen
- Leicht transparentes Granatrot mit einem sich ankündigenden ziegelroten Rand – ein Wein, der seine Reife diskret andeutet, ohne sie aufzudrängen.
- Nase
- Zunächst verschlossen und introvertiert, entfaltet sich die Nase mit einer geradezu meditativen Stille: Herbstlaub und ein charakteristischer Hauch von Tomatenblättern – das unverkennbare Cabernet-Franc-Signet der Loire – verbinden sich mit Pfingstrosen, Veilchen und zarten Noten von Kirschen und schwarzen Oliven. Kein Wein, der laut nach Aufmerksamkeit verlangt; einer, der sie verdient.
- Gaumen
- Am Gaumen offenbart sich die eigentliche Stärke dieses Chinon: Was die Nase zurückhält, gibt der Gaumen mit Eleganz preis. Kirsche und Olive treffen auf eine feine Extraktsüße, eingebettet in ein Gerüst aus noch festen, präzisen Tanninen. Kräutrige Noten von Gestrüpp und Blattwerk verleihen dem Wein eine rustikale Tiefe, ohne je rau zu wirken. Bemerkenswert ist die Balance zwischen struktureller Strenge und floraler Leichtigkeit – ein Wein von echter Komplexität und innerer Spannung.
- Abgang
- Lang, würzig und von frischer Lebendigkeit geprägt. Die Tannine tragen den Wein über einen anhaltenden, leicht herben Abgang mit floralen und mineralischen Akzenten. Hier wartet noch Potenzial auf seinen richtigen Moment.
- Terroir & Herkunft
- Der Clos du Chêne Vert liegt am rechten Ufer der Vienne nahe Chinon, auf einem steilen, südexponierten Hang mit Böden aus Lehm, Kieseln und tiefem Kalk. Den Namen verdankt der Clos einer monumentalen Eiche, die – der Legende nach – von Mönchen aus Bourgueil im 12. Jahrhundert gepflanzt wurde. Die Südlage macht ihn zum frühreifsten Weinberg im Portfolio von Charles Joguet.
- Rebsorte & Vinifikation
- Reinsortiger Cabernet Franc, vinifiziert mit größter Sorgfalt: zehn Tage kühle Vorvergärung bei 10 °C, anschließend rund vier Wochen Maischegärung in Holzbottichen bei maximal 21 °C. Ausbau in französischen Eichenfässern (ein Fünftel Neuholz) über 15 bis 16 Monate, gefolgt von einem halben Jahr Harmonisierung im Tank. Ein klassisch handwerklicher Ansatz, der dem Terroir das letzte Wort lässt.
- Speiseempfehlungen
- Ein idealer Begleiter zu Lammrücken mit Kräuterkruste, geschmortem Kaninchen oder Rillettes de Tours. Auch zu Ziegenfrischkäse aus der Loire – etwa einem Crottin de Chavignol – entfaltet er eine geradezu klassische Affinität.
- Besonderheiten
- Als Monopole ist der Clos du Chêne Vert ausschließlich im Besitz von Charles Joguet – ein seltenes Privileg in der Loire. Der 2016er Jahrgang zeigt sich noch jung und tanninreich; ein Wein, der Geduld belohnt und mit weiteren fünf bis zehn Jahren Kellerreife an Tiefe und Harmonie gewinnen wird.





