Verkostungsnotiz
- Farbe & Aussehen
- Dichtes Kirschrot, tief und glänzend im Glas.
- Nase
- Ein dezentes, feingliedriges Parfum: reife dunkle Kirschen und Cassis, dazu ein Hauch Blaubeerjoghurt. Darunter mischen sich Blätter, Kräuter und eine Spur Torf – die kühl-würzige Handschrift des Cabernet Franc ist unverkennbar.
- Gaumen
- Kühle, saftige Frucht trifft auf ein straffes Tannin-Gerüst – von den drei Einzellagen des Weinguts der festeste, strukturierteste Wein. Die Säure ist seidig, der Körper schlank, das Ganze wirkt frisch, lebendig und durchscheinend. Bereits jetzt trinkfreudig, doch mit erkennbarem Potenzial.
- Abgang
- Lang, kühl und klar – die Kräuternoten und die feine Tannin-Spannung tragen den Wein weit nach.
- Terroir & Herkunft
- Die Parzelle Les Noyers umfasst gerade einmal 2,9 Hektar in Puisseguin, zwölf Kilometer von Saint-Émilion entfernt. Ton, Schluff und Sand liegen auf einem Sockel aus Asteria-Kalk – jener fossilen Kalkader, die auch Pomerol und Saint-Émilion prägt. Auf 90 bis 102 Metern Höhe wurzeln die Reben in Böden voller Zeugnisse urzeitlicher Meere.
- Rebsorte & Vinifikation
- 80 % Cabernet Franc und 20 % Merlot – für Bordeaux ein ungewöhnlich hoher Franc-Anteil, der dem Wein seine kühle Würze verleiht. Handlese, spontane Gärung, dann 18 Monate Reifung in gebrauchten Eichenfässern; gefüllt ohne Filtration und Schönung.
- Speiseempfehlungen
- Die kräuterige Frucht und das feste Tannin passen zu Entenbrust mit Honig, Orangen und Paprika, zu Wildterrine mit Wacholder oder zu einer klassischen Lasagne.
- Besonderheiten
- Pascal Amoreau – 14. Generation von Château Le Puy – vinifiziert hier nach burgundischem Vorbild jede Parzelle separat. Les Noyers ist der cabernet-franc-dominierte Ausdruck dieser Idee: biodynamisch bewirtschaftet (Ecocert und Demeter zertifiziert), mit Agroforst und Permakultur zwischen den Reben. Ein Bordeaux, der zeigt, wie viel Kühle und Kontur in dieser Region steckt, wenn man dem Franc die Führung überlässt.



