Verkostungsnotiz
Ein Bordeaux vom rechten Ufer, der zeigt, dass Côtes de Bourg weit mehr kann als schweres Schattendasein hinter den großen Namen. Château Falfas gehört seit 1988 zu den Pionieren biodynamischer Bewirtschaftung in der Region – und man schmeckt dem 2020er diese Konsequenz an: klar, geradlinig, ohne jeden Firlefanz.
- Farbe & Aussehen
- Dichtes Purpur mit violetten Reflexen, jung und tiefgründig im Glas.
- Nase
- Holunderbeere, Cassis und rote Johannisbeere stehen vorne – kühl, präzise, ohne Marmeladenton. Dahinter Brombeere, Süßkirsche und Pflaume, umrahmt von schwarzem Pfeffer, etwas Zimt und einem Hauch Zedernholz und Zigarrenkiste. Mit Luft gesellen sich Rosmarin und Wacholder dazu – balsamische, fast mediterrane Noten, die dem Wein Tiefe verleihen.
- Gaumen
- Üppige Frucht im Antrunk, sofort eingefangen von einer kernigen Tanninlinie mit leicht grünlichem Akzent, die das Ganze straff und lebendig hält. Die Balance zwischen würziger und fruchtiger Seite ist genau dosiert, die Entwicklung verläuft linear und diszipliniert – ein Bordeaux mit Rückgrat statt Polster.
- Abgang
- Lang, zunächst fruchtgetrieben, dann öffnet sich Raum für Würze und dunkle Kakaoanklänge – ein Finish, das nachhaltig nachwirkt.
- Terroir & Herkunft
- Das Château aus dem Jahr 1612 thront über dem Gironde-Ästuar. Die Reben wurzeln auf einem Südhang aus Kalkstein und Silex – auf dem schon im 14. Jahrhundert Weine für den englischen Königshof wuchsen. 15 Hektar Wald umgeben die 20 Hektar Reben und stabilisieren das Mikroklima.
- Rebsorte & Vinifikation
- Cuvée aus 55 % Merlot, 30 % Cabernet Sauvignon, 10 % Cabernet Franc und 5 % Malbec von im Schnitt 35 Jahre alten Reben. Vergoren mit indigenen Hefen, zwölf Monate in kleinen Barriques ausgebaut, ungefiltert abgefüllt.
- Speiseempfehlungen
- Ein natürlicher Partner für Côte du Boeuf mit Pommes Alumette oder Lammrücken mit Nusskruste. Vegetarisch überzeugt er zu Ofen-Rote-Bete mit Walnüssen und Feta – die erdige Süße des Gemüses greift die dunkle Frucht elegant auf.
- Besonderheiten
- Véronique Cochran, Tochter des französischen Biodynamie-Pioniers François Bouchet, führt das Gut in derselben Überzeugung weiter. Dieser Wein ist das Ergebnis: präzise, authentisch, ohne Schwergewichtigkeit – Bordeaux, wie er sein sollte.



