Verkostungsnotiz
Ein Bourgogne, der nach Chablis riecht – und das ist kein Zufall. Die Trauben stammen aus Parzellen in Saint-Bris und der Côte d’Auxerre, kaum eine Steinwurfweite von Béru entfernt, wo derselbe kimmeridgehaltige Kalk den Boden prägt. Das Team um Athénaïs de Béru bewirtschaftet die Rebflächen biologisch und biodynamisch und erntet selbst. Herausgekommen ist 2022 ein Chardonnay, der pur wirkt wie eine frisch geputzte Schieferterrasse.
- Farbe & Aussehen
- Zartes Goldgelb, klar und lebendig im Glas.
- Nase
- Zerstobener Kalk und Kreide, dazu Kräuter und Flechten. Limequats, Zitronen, Zeste, etwas grüner Apfel, Anklänge an Pfirsich und Birne. Darüber weiße Blüten und ein feiner Hauch Patisserie. Die Nase verspricht Energie – und lügt nicht.
- Gaumen
- Kalkig, kühl, druckvoll. Eine leicht cremige Textur mit Noten von Nuss und Mandel nimmt die Schärfe aus dem Winkel, ohne die Kanten zu glätten. Zitrusfrüchte und Mostapfel, eine wohldosierte Herbheit, ein salziger Zug – dazu ein präziser Säurenerv, der dem Wein Halt gibt.
- Abgang
- Salzig und geradlinig, mit nachhallender Kreidenote und klarer Säurelinie, die weit trägt.
- Terroir & Herkunft
- Böden aus Kimmeridge-Kalk, entstanden aus den Ablagerungen eines Urmeeres, sind hier das verbindende Element: in Saint-Bris und der Côte d’Auxerre ebenso zu Hause wie im wenige Kilometer entfernten Chablis. Diese Herkunft ist dem Wein anzuschmecken – Mineralität statt Opulenz.
- Rebsorte & Vinifikation
- Reiner Chardonnay. Die Trauben kommen von biologisch und biodynamisch arbeitenden, befreundeten Betrieben; Bewirtschaftung und Lese liegen jedoch ganz beim Béru-Team.
- Speiseempfehlungen
- Zur kühlen, salzigen Ader passen Austern, gegrillte Dorade, Muscheln in Weißweinsud oder junge Hartkäse. Auch Sushi und einfache Gemüsegerichte mit Zitrone sind gute Adressen.
- Besonderheiten
- Ein Négociant-Wein ohne den üblichen Abstand zwischen Winzer und Rebberg: Parzellen, Pflege und Ernte bleiben in einer Hand. Das Ergebnis ist ein Bourgogne, der unkompliziert trinkt und trotzdem Anspruch stellt – mit 13,5% Vol. kühl serviert ein Glas, das man am Tisch schneller leert, als man plante.





