Verkostungsnotiz
Gratallops liegt im Herzen des Priorat – und wer hier Grenache auf Llicorella-Schiefer anbaut, hat ein Versprechen abzugeben: Konzentration, die nicht schwer wirkt. Der L’Estaca 2018 von Trossos del Priorat löst genau das ein. Das Familienprojekt der Familie Vives, dessen Seele die Önologin Eva Escudé ist, arbeitet nach dem Grundsatz, dass die Qualität der Traube entscheidet – nicht die Hand im Keller. Man schmeckt es: Dieser Wein erklärt sich selbst.
- Farbe & Aussehen
- Leuchtendes Kirschrot, klar und einladend im Glas.
- Nase
- Reife Kirsche, Pflaume und Brombeere, dazu kräuterwürzige und balsamische Anklänge. Ein warmes, mediterranes Bukett, erdig-mineralisch unterfüttert und relativ komplex.
- Gaumen
- Saftig, weich, rund – die klassische mediterrane Garnacha im besten Sinn. Reife Frucht trifft auf pfeffrige Würze, seidige Tannine verleihen Geschmeidigkeit, und trotz aller Wärme sorgt eine lebendige Säure für Frische und Rückgrat. Der traditionelle Priorat-Stil, in dem Körperfülle und alkoholische Wärme eine wichtige Rolle spielen.
- Abgang
- Leicht süßlich wirkend und von guter Länge.
- Terroir & Herkunft
- Llicorella, der charakteristische Schiefer des Priorat, zerfällt in glitzernde Plättchen, bietet kaum Nährstoffe, speichert aber tagsüber die Hitze und gibt sie nachts an die Reben ab. Trossos del Priorat bewirtschaftet 21 Hektar auf acht Parzellen rund um Gratallops – hier im etwas wärmeren Teil des Weinbaugebiets. „Trossos“ heißt übrigens „Stücke“: acht Parzellen, acht Geschichten.
- Rebsorte & Vinifikation
- Rebsortenrein aus Garnacha Tinta (Grenache) gekeltert, reifte der Wein 12 Monate in französischen Barriques. Im Weingut wird schonend per Gravitation gearbeitet – der moderne, in die Landschaft eingebettete Keller nutzt das natürliche Gefälle des Geländes.
- Speiseempfehlungen
- Ein natürlicher Begleiter zu Moussaka – die würzige Frucht greift die mediterranen Kräuter des Auflaufs auf – und zu Wildgerichten, deren Kraft der runde Körper des Weins mühelos trägt.
- Besonderheiten
- Der Wein ist biologisch zertifiziert – passend zu einem Weingut, das seine acht Parzellen als eigene Welten begreift. Was ihn trägt, ist keine Kellertechnik, sondern das, was Eva Escudé betont: hervorragende Trauben.
Ein Priorat, der Wärme zeigt, ohne die Frische zu verlieren – und der zeigt, wie geschmeidig reiner Garnacha-Charakter auf Llicorella sein kann.





