Tiefes, dichtes Rubinrot mit violetten Reflexen am Rand.
Aroma
Reife dunkle Beeren wie Brombeere und Schwarzkirsche, dazu feine Noten von Veilchen, Gewürzen und einer erdig-mineralischen Anmutung.
Geschmack
Trocken und kraftvoll am Gaumen mit reifen, fein gewobenen Tanninen, saftiger Fruchtfülle und einer straffen, eisenhaltigen Mineralität; lang anhaltender, eleganter Abgang.
Charakter
Ein Parzellenwein mit Tiefgang und Finesse — eindrucksvoll, aber niemals schwerfällig; von den eisenhaltigen Tonböden der Lage geprägt und auf Jahrzehnte angelegt.
Dazu
Lammrücken in Kräuterkruste, Wildgerichte wie Hirschragout oder gereifter Manchego.
Besonderheiten
Wein aus einer einzigen, namhaften Lage — Artadi trägt den Weinberg auf dem Etikett statt einer Reifestufe und verließ dafür 2015 die DOCa Rioja. Biologischer Anbau, teilweise Pferdebearbeitung der Böden und Ausbau in französischen Barriques sorgen für Struktur ohne Holzdominanz.
Verkostungsnotiz
Charakter
Ein Einzellagen-Rioja von seltener Klarheit: dunkle Beerenfrucht, eine erdig-mineralische Tiefenschärfe und feingliedrige Tannine, die eher an großen Burgunder erinnern als an die opulenten Rioja-Klassiker. Trotz 14,5 % Vol. bleibt der Wein sehnig und straff – Kraft ohne Übertreibung, Dichte ohne Schwere.
Terroir & Herkunft
La Poza de Ballesteros gehört zu den neun Einzellagen, die Artadi in der Rioja Alavesa um Laguardia bewirtschaftet – geschützt von der Sierra Cantabria. Diese Parzelle ist geprägt von eisenhaltigen, tonreichen Böden, die dem Tempranillo Würze und eine gewisse Erdtiefe verleihen. Das Etikett trägt den Namen der Lage statt einer Crianza- oder Reserva-Stufe: Artadi verließ 2015 die DOCa Rioja, weil das System vom Holzfass erzählte statt vom Boden.
Rebsorte & Vinifikation
Reiner Tempranillo von alten Reben, biologisch bewirtschaftet – ohne Herbizide, ohne synthetische Chemie, teils mit dem Pferd gepflügt. Im Weinkeller gilt Zurückhaltung: offene Gärbehälter für sanfte Extraktion, französische Barriques statt amerikanischer Eiche, damit das Holz Struktur gibt, aber niemals dominiert. Der Jahrgang 2020 zeigt diese Handschrift besonders klar: Finesse statt Fruchtkonzentration.
Speiseempfehlungen
Zu einem Wein dieser Art passen Gerichte mit Tiefe und Röstaromen: Lammkeule mit Rosmarin, gegrilltes Iberico-Schwein, Wildterrine oder ein kräftiger Pilztopf mit getrockneten Steinpilzen. Auch zu gereiftem Manchego ein überzeugender Tischgenosse.