Ein kühler, seidiger Rioja-Einzellagenwein aus purem Tempranillo, der Fruchtfülle mit Eleganz statt Opulenz verbindet – ein Spitzenwein vom Kalk-Ton-Boden der Rioja Alavesa.
Leuchtend dunkles Purpur mit bläulich-violetten Reflexen.
Aroma
Intensive Nase aus blauen und violetten Blüten, Brombeere, Heidelbeere, Cassis, Feige und Süßkirsche; darunter Zartbitterschokolade, gerösteter Kaffee, Lakritz, Eukalyptus, Pfefferminze und ein zarter Kokos-Ton.
Geschmack
Kühl, seidig und elegant am Gaumen, mit großzügiger, intensiver Frucht, die Schwere vermeidet; der Alkohol ist bestens eingebunden, Schokolade und Lakritz prägen den Nachhall.
Charakter
Präzise, charaktervoller Lagenwein mit burgundischer Finesse – Fülle ohne Wucht, Tiefe ohne Schwere.
Dazu
Geschmorte Lammschulter mit Rotkohl und Kartoffel-Trüffel-Gratin, Hirschrücken vom Grill mit Maronen und Rosenkohl oder geschmorter Chicorée mit Brombeeren.
Besonderheiten
Tempranillo aus einer einzigen, 1960 bepflanzten, westexponierten Parzelle auf 600 Höhenmetern in Elvilar de Alava mit tiefgründigem, tonigem Kalkstein – seit Artadis Austritt aus der DOCa 2015 trägt der Wein den Namen seiner Lage, nicht einer Ausbaustufe.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Leuchtend dunkles Purpur mit bläulich-violetten Reflexen – dicht, jugendlich, vielversprechend.
Nase
Hohe Intensität von der ersten Nase an. Blaue und violette Blüten geben Charme und runden den Eindruck weich ab. Dahinter ein Füllhorn dunkler Frucht: Brombeere, Heidelbeere, Cassis neben Feige und Süßkirsche, keine drängt der anderen den Platz ab. Geschmolzene Zartbitterschokolade, gerösteter Kaffee und Lakritz bringen rauchige Tiefen; Eukalyptus und Pfefferminze eine etherische Kühle. Ein zarter Kokosnuss-Ton schließt ab.
Gaumen
Kühl, seidig, elegant. Die großzügige Fruchtkonzentration und die 14,5 % Alkohol sind derart fein eingebunden, dass sie sich fast verbergen – Kraft ohne Schwere, Intensität ohne Opulenz. Die dunkle Würze der Nase kehrt zurück: Schokolade und Lakritz, dazwischen die florale Seite. Präzision statt Protz.
Abgang
Lang und vielstimmig: ein Wechselspiel aus floralen und fruchtigen Aromen, begleitet von feiner Röstwürze, das lange nachhallt.
Terroir & Herkunft
Die Einzellage La Poza de Ballesteros liegt in Elvillar de Álava auf 600 Metern Höhe, umfasst 5,6 Hektar und ist komplett nach Westen ausgerichtet. Gepflanzt wurde sie 1960 mit Tempranillo – auf tiefgründigem, tonigem Kalkstein, jener eisenhaltigen Bodenart, die dem Wein seine kühle, dichte Art gibt. Die Sierra Cantabria schirmt die Rioja Alavesa ab; Kalk und Ton sorgen für Finesse statt bloßer Wucht.
Rebsorte & Vinifikation
Reiner Tempranillo aus einer über sechzig Jahre alten Parzelle. Juan Carlos López de Lacalle setzt auf französische statt amerikanische Eiche, auf sanfte Extraktion statt Barrique-Wettstreit – das Holz rahmt das Terroir, ohne es zu überdecken. Keine Crianza-, Reserva- oder Gran-Reserva-Kategorie: Auf dem Etikett steht die Lage, nicht das Fass.
Speiseempfehlungen
Geschmorte Lammschulter mit Lammjus, Rotkohl und Kartoffel-Trüffel-Gratin; Hirschrücken mit Maronen, Rosenkohl und Schupfnudeln; vegetarisch: geschmorter Chicorée mit Brombeeren, der die dunkle Frucht des Weins spiegelt.
Besonderheiten
Ein Lagenwein aus der Serie Single Plot Wines – früher Teil des Cuvées Pagos Viejos, heute eigenständig abgefüllt. Artadi verließ die DOCa Rioja aus Überzeugung: Weine wie dieser tragen den Namen ihrer Parzelle, nicht den einer Alterungsklasse. Das Ergebnis ist ein Rioja nach burgundischem Vorbild – kühl, präzise, lagerfähig, und in der Jugend bereits zugänglich.