Verkostungsnotiz
Fixin gilt als der rustikale Bruder von Gevrey-Chambertin – doch in den Händen von Jérôme Galeyrand wird daraus ein Wein von erstaunlicher Finesse. Der Quereinsteiger von der Loire, einst im Käsegeschäft tätig, kaufte 2002 seine erste Parzelle von gerade einmal 0,05 Hektar. Heute bewirtschaftet seine Domaine in Saint-Philibert 5,25 Hektar in der Côte de Nuits und zählt zu den spannendsten Adressen der Region – 2020 mit einem Stern im Guide des Meilleurs Vins de France ausgezeichnet.
- Farbe & Aussehen
- Dunkles Rubinrot, transparent und klar leuchtend im Glas.
- Nase
- Kleine rote Früchte: Waldhimbeeren, feine Erdbeeren und Waldheidelbeeren. Darüber schweben florale Kopfnoten von Orangenblüten und violettem Flieder. Durchlässig, leichtfüßig, einladend.
- Gaumen
- Seidige Transparenz und filigrane Frucht. Lakritz und eine Spur Estragon treten hinzu, elegantes Tannin säumt den Zungenrand. Mittelkräftig, mit rasantem Fluss – ein Wein, der die Flasche im Handumdrehen leert.
- Abgang
- Klar und fruchtgetrieben, mit feingliedrigem Nachhall der roten Beeren und einer würzigen Anmutung.
- Terroir & Herkunft
- Die Lage Les Champs de Vosger liegt unterhalb des Ortes Fixin im Norden der Côte de Nuits. Hier wächst der Pinot Noir auf leichten, sandigen Böden – eine Unterlage, die dem Wein seine zugängliche, seidige Art gibt.
- Rebsorte & Vinifikation
- Reiner Pinot Noir, überwiegend entrappt, vergoren im Tank, danach Ausbau im 228-Liter-Fass aus französischer Eiche mit nur geringem Neuholzanteil. Galeyrand verzichtet auf Industriehefen, Schönungsmittel und Enzyme und gibt nur so viel Schwefel wie nötig – Terroir-Transparenz ohne technologische Eingriffe.
- Speiseempfehlungen
- Wurzeln aus dem Ofen mit Estragon-Butter, Waller auf gebratenen Ur-Karotten und Rote Bete mit Zitrus-Fumet oder Dicke Rippe mit roten Rüben. Er mag es erdig, ehrlich, aromatisch.
- Besonderheiten
- Ein Fixin, der zeigt, was aus dieser oft unterschätzten Appellation möglich ist: Tiefe und Struktur bei gleichzeitig müheloser Trinkbarkeit. Von einem Winzer ohne Winzerfamilie, der mit einem Zwanzigstel Hektar anfing – und heute rund 24.000 Flaschen pro Jahr erzeugt, die unter Kennern heiß begehrt sind.





