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Jérôme Galeyrand

Vom Käseverkäufer zum gefeierten Winzer – Jérôme Galeyrands Weg ins Burgund ist alles andere als gewöhnlich. Der gebürtige Loire-Bewohner kam ohne Winzerfamilie im Rücken nach Gevrey-Chambertin und kaufte 2002 seine erste Parzelle: gerade einmal 0,05 Hektar. Domaine Jérôme Galeyrand in Saint-Philibert bewirtschaftet heute 5,25 Hektar in den besten Lagen der Côte de Nuits – von Marsannay über Fixin bis Gevrey-Chambertin. Sein Credo: Terroir-Transparenz ohne technologische Eingriffe. Keine Industriehefen, keine Schönungsmittel, keine Enzyme, nur wenig Schwefel. Die Weine sind präzise, elegant und wunderbar duftend. 2020 erhielt er einen Stern im Guide des Meilleurs Vins de France – eine Auszeichnung, die seinen Ruf als einer der aufregendsten Winzer der Region zementierte.
Mehr über Jérôme Galeyrand
Vom Käse zum Wein
Acht Jahre lang arbeitete Jérôme Galeyrand in der Lebensmittelindustrie – genauer gesagt im Käsegeschäft. Über die Liebe zum guten Essen fand er zum Wein. Als er ab 1996 bei Domaine Alain Burguet in Gevrey-Chambertin bei der Ernte half, packte ihn die Leidenschaft für den Weinbau. Er kündigte seinen sicheren Job, schrieb sich am renommierten Weininstitut in Beaune ein und wagte den Neuanfang. 2002 kaufte er seine erste winzige Parzelle: 0,05 Hektar – kleiner geht es kaum. Im September desselben Jahres führte er seine erste eigene Vinifikation durch. Heute, gut zwanzig Jahre später, umfasst die Domaine 5,25 Hektar in Saint-Philibert, östlich von Gevrey-Chambertin. Der Fasskeller liegt mitten im Herzen des berühmten Weinortes. Jedes Jahr erntet Jérôme gemeinsam mit einer Gruppe gut ausgebildeter Freunde – ein Familienbetrieb ohne Familie, aber mit umso mehr Herzblut und Hingabe.

Terroir ohne Maske
„Nous travaillons le jus de raisin frais sans procédé technologique et œnologique“ – wir arbeiten mit frischem Traubensaft, ohne technologische und önologische Prozesse. So beschreibt Jérôme seine Philosophie. Das bedeutet konkret: keine Industriehefen, keine Schönungsmittel, keine Enzyme, wenig Schwefel. Das Ziel ist es, das Terroir zu enthüllen, ohne die intrinsische Natur der Traube zu verändern. 70 Prozent der Weinberge werden biologisch bewirtschaftet, 30 Prozent nach nachhaltigen Prinzipien. Pestizide sind komplett tabu, alle Rebstöcke werden mechanisch gepflügt statt chemisch behandelt. Je nach Cuvée und Jahrgang variiert Jérôme zwischen 100 Prozent entrappten Trauben und 100 Prozent ganzen Trauben – immer abhängig davon, was der Charakter des Weins verlangt. Dieser puristische Ansatz erinnert an andere Querdenker der Côte de Nuits wie Charlopin Tissier, die ebenfalls Terroir-Ausdruck über Technik stellen.
Präzision im kleinen Keller
Die Vinifikation erfolgt in einer kleinen Kellerei bei Jérôme zu Hause – keine industrielle Anlage, sondern ein handwerklicher Betrieb, in dem jedes Fass persönliche Aufmerksamkeit erhält. Alle Weine reifen in Eichenfässern aus französischen Wäldern: 12 Monate für die Weißweine, 18 bis 24 Monate für die Rotweine. Der Neuholzanteil bleibt bewusst niedrig, um den Charakter der Trauben nicht zu überdecken. Die Produktion ist überschaubar – je nach Jahrgang entstehen etwa 2.000 Kisten, also rund 24.000 Flaschen. Diese Knappheit erklärt, warum Galeyrands Weine unter Kennern so begehrt sind. Sie sind präzise, verfeinert und elegant, mit betörenden Düften und absoluter Trinkfreude. Die Weine sprechen leise, aber eindringlich.

Von Marsannay bis Gevrey-Chambertin
Das Sortiment spannt sich über mehrere Appellationen der nördlichen Côte de Nuits – ein bemerkenswertes Portfolio für einen Winzer, der einst mit einem Zwanzigstel Hektar begann. Der Gevrey-Chambertin „En Billard“ zeigt die ganze Klasse dieser prestigeträchtigen Appellation mit seiner seidigen Textur und den Noten von dunklen Kirschen, Walderde und einem Hauch von Gewürzen. Der Fixin „Champs de Vosger“ überrascht mit seiner Tiefe, Struktur und einem erstaunlichen Alterungspotenzial. Bei den Weißweinen glänzt besonders der Bourgogne Aligoté aus verschiedenen Parzellen – Chaumont, Les Blanches, Alligotay – jeder mit eigenem Charakter und Ausdruck. Die Weine aus Marsannay verbinden Zugänglichkeit mit Komplexität. Gemeinsam ist allen Weinen von Jérôme Galeyrand: Sie schmecken nach Burgund und seinem Boden, nicht nach Keller und Technik.














