Verkostungsnotiz
Es gibt Winzer, die ins Burgund hineingeboren werden – und es gibt Jérôme Galeyrand, der als Käseverkäufer aus der Loire kam und 2002 mit gerade einmal 0,05 Hektar anfing. Heute zählt er zu den aufregendsten Namen der Côte de Nuits. Sein Côte de Nuits-Villages „Vieilles Vignes“ 2023 ist ein leises, eindringliches Bekenntnis zum Pinot Noir – und zugleich ein Abschied: 2023 ist der letzte Jahrgang dieses Weins, ab 2024 tritt der Fixin Sélection Pinots Fins an seine Stelle.
- Farbe & Aussehen
- Tiefes, intensives Kirschrot von mittlerer Transparenz – dicht, aber glänzend, wie man es von alten Reben erhofft.
- Nase
- Ein Bukett, das sofort in die Vollen geht: reife Kirsche, Himbeere und Brombeere, fast gebacken wie in einem Kuchen mit Streuseln und einem Hauch Quatre-épices. Doch der Wein bleibt kühl unter der Frucht – steinige, mineralische Züge sorgen für Spannung und verhindern jede Üppigkeit.
- Gaumen
- Saftig, voll und rund zugleich. Der Pinot zeigt sich offen und zugänglich, mit runder Säure und seidigem Tannin. Reif, aber nie schwer; würzig, aber elegant. Ein Wein, der jetzt schon Freude macht, ohne sein Potenzial zu verspielen.
- Abgang
- Lang und feingliedrig, mit nachhallender roter Frucht und einer feinen, kühlen Würze, die den Gaumen sauber hinterlässt.
- Terroir & Herkunft
- Die Trauben stammen aus dem Climat En Vignois in Brochon, unmittelbar nördlich von Gevrey-Chambertin. Auf nur 0,36 Hektar wachsen hier Reben aus den Jahren 1947 und 1960 in Südostlage am mittleren Hang – wahrhaft alte Stöcke, die Tiefe und Konzentration liefern.
- Rebsorte & Vinifikation
- Reiner Pinot Noir, zu 85 % entrappt, nach knapp einer Woche Kaltmazeration mit einheimischen Hefen im Tank vergoren. Der Ausbau erfolgte 12 bis 16 Monate in gebrauchten 228-Liter-Eichenfässern mit rund 20 % Neuholz. Keine Schönung, keine Enzyme, nur behutsame Filtration und minimaler Schwefeleinsatz – Galeyrands Credo der Terroir-Transparenz in Reinform.
- Speiseempfehlungen
- Idealer Begleiter zu Entenbrust mit Kirschsauce, Coq au vin, Lammkoteletts mit Rosmarin oder einer einfachen Platte mit Pilzen und gereiftem Comté – ganz im Geist des ehemaligen Käsehändlers.
- Besonderheiten
- Der Weinberg wird seit 2019 biologisch zertifiziert und teils biodynamisch bewirtschaftet. Dazu die raren alten Reben und die Tatsache, dass 2023 der finale Jahrgang dieser Cuvée ist: Wer Burgund ohne Maske schmecken will, sollte hier nicht zögern – von dieser Partie wird es keine weitere geben.





