Verkostungsnotiz
Wer glaubt, Fixin sei bloß der rustikale Nachbar von Gevrey-Chambertin, dem sei dieser Pinot Noir von Jérôme Galeyrand ans Herz gelegt. Der ehemalige Käseverkäufer aus der Loire, der 2002 mit 0,05 Hektar begann, beweist hier, warum er 2020 einen Stern im Guide des Meilleurs Vins de France erhielt.
- Farbe & Aussehen
- Mittleres Ziegelrot, klar und lebendig im Glas – bereits optisch ein Hinweis auf die Reife des Jahrgangs.
- Nase
- Intensiv würzig, deutlich erdiger als die Weine von den kalkgeprägten Böden der Nachbarschaft: Tabak, Unterholz und Torf, darunter reife Walderdbeeren, etwas Schlehe, dunkle Schokolade und der feine Bitter von Orangenzesten. Ein Duftbild, das an feuchten Herbstwald erinnert – und doch von Frucht getragen wird.
- Gaumen
- Saftig, zugewandt, einladend. Die leichte Süße reifer Beeren und Kirschen trifft auf Süßholz und herb-würzige Noten, die an einen guten Amaro denken lassen. Offen und geradlinig gezeichnet, rund und reif, mit seidigem Tannin und fein eingebundener Säure – ausbalanciert in Fülle und Länge.
- Abgang
- Lang und ruhig, mit nachklingender Würze und dunkler Beerenfrucht; das Tannin bleibt fein bis zuletzt.
- Terroir & Herkunft
- Die Lage Les Champs de Vosger liegt unterhalb des Ortes Fixin am nördlichen Ende der Côte de Nuits. Ihre leichten, sandigen Böden ergeben einen anderen, weicher getönten Ausdruck als die kalkreichen Lagen – das erklärt die würzig-erdige Eigenheit dieses Weins. Die Rebstöcke wurden in den 1980er Jahren gepflanzt.
- Rebsorte & Vinifikation
- Reiner Pinot Noir, zu 80 Prozent entrappt und in Tanks vergoren – ausschließlich mit einheimischen Hefen. Der Ausbau erfolgte über zwölf Monate in gebrauchten 228-Liter-Eichenfässern mit geringem Neuholzanteil. Ohne Schönung und Enzyme, nur leicht filtriert (sofern nötig), mit keiner bis minimaler Schwefelzugabe – ganz im Sinne von Galeyrands Credo, mit frischem Traubensaft ohne technologische Eingriffe zu vinifizieren.
- Speiseempfehlungen
- Die würzige Tiefe verlangt nach erdiger Küche: Rehrücken mit Wacholderjus, Entenbrust, Pilzrisotto oder ein reifer Époisses – eine Hommage an Galeyrands Käsevergangenheit.
- Besonderheiten
- Zertifiziert biologisch, teils biodynamisch bewirtschaftet – ein seltenes Maß an Konsequenz für diese Appellation. Dazu das erstaunliche Alterungspotenzial, das dieser Fixin seit jeher zeigt: Wer Geduld mitbringt, wird mit noch mehr Unterholz, Trüffel und seidiger Tiefe belohnt. Von einem Winzer, der mit einem Zwanzigstel Hektar anfing – und heute zu den Aufregendsten der Côte de Nuits zählt.





