Verkostungsnotiz
Der stille Tonfall dieses Weins täuscht: Basarin ist der subtilste unter Andrea Sottimanos fünf Einzellagen-Barbareschi – ein Nebbiolo, der nicht mit Lautstärke überzeugt, sondern mit Maß und Tiefe. Man muss ihm zuhören, dann erzählt er viel.
- Farbe & Aussehen
- Brillantes Kirschrot mit gleichmäßiger, klarer Färbung – klassische Nebbiolo-Transparenz.
- Nase
- Zunächst Sauerkirsche, Cassis, Holunderbeere und Himbeere – doch die Frucht ist nur das Vehikel. Dahinter liegt die eigentliche Substanz: Wacholder, schwarzer Pfeffer, Piment und Kubeben-Pfeffer, dazu Hagebuttentee, Cranberry und gedörrte Feige. Kalter Rauch, Waldboden und feine Röstnoten setzen Akzente, getrocknete Kräuter wie Majoran, Estragon und Bohnenkraut runden das Bild ab. Erdig, würzig, komplex – ein Wein, der seine Herkunft unüberhörbar zeigt.
- Gaumen
- Nichts sticht hervor, nichts drängt sich auf. Das Gefüge aus Tannin, Frucht, Säure, Bitterstoffen und Mineralität sitzt. Das Tannin gibt Stabilität und rüstet den Wein für Jahre der Flaschenreife. Saftig, animierend, mit markanter, vollkommen eingebundener Säure, die den Trinkfluss befeuert. Eine große Eleganz umhüllt das seidige Mundgefühl.
- Abgang
- Lang und würzig: Wacholder, Piment und getrocknete Kräuter prägen den Nachhall hörbar – ein Finale, das eher flüstert als ruft und gerade deshalb nachhallt.
- Terroir & Herkunft
- Die Cru Basarin liegt in Neive, im Herzen der Barbaresco-Zone. Sottimano erwarb die drei Hektar erst 2014; die rund 50 Jahre alten Reben sind ein Kapital, das man nicht kaufen, sondern nur über Jahrzehnte aufbauen kann. In Neive teilt man die Überzeugung, dass große Barbareschi aus alten Stöcken entstehen – der Basarin liefert dafür den Beleg.
- Rebsorte & Vinifikation
- Reiner Nebbiolo, entrappt und bis zu 60 Tage auf der Maische belassen – wo andere längst abpressen, wartet Andrea Sottimano. Der Tresterhut wird in offenen Edelstahlgärständern regelmäßig untergestoßen. Der Ausbau erfolgt rund 24 Monate in großen, leicht konischen Botti; neues Holz spielt nur eine Nebenrolle, das Terroir die Hauptrolle.
- Speiseempfehlungen
- Ein Wein für die Küche des Herbstes und Winters: Geschmorte Lammkeule mit frischen Erbsen und Rosmarinkartoffeln, Cassoulet von Bohnen, Speck und Spitzkohl oder knusprige Entenbrust mit Roter Bete und Meerrettichsauce.
- Besonderheiten
- Die Lage wurde nach dem Erwerb 2014 direkt auf biologischen und biodynamischen Anbau umgestellt. Spontan vergoren, ungeschönt und ungefiltert – der Basarin kommt ins Glas, wie er gewachsen ist. In schwierigen Jahren wird die Frucht dieser Parzelle übrigens zum Langhe Nebbiolo deklassiert; dass der 2021er als Barbaresco erscheint, spricht für den Jahrgang.





