Ein trockener Naturwein aus Rheinhessen: ein Solera-Riesling aus den Jahrgängen 2017 bis 2022, der am Roten Hang mit nur 10,5% Vol. Alkohol eine reduktive, hefegeprägte und ätherisch kühle Stilistik zeigt.
25,50 €34,00 € / l
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Abfüller: Weingut Schätzel, Obersdorfer Str. 34, 55283 Nierstein/Rheinhessen /Germany
Im Glas
Farbe
Sattes Strohgelb mit seidenmatter Trübung.
Aroma
Feine Florhefen, geröstete Nüsse und Mandeln, frisches Hefegebäck, Kamille sowie grüner und gelber Apfel – mürb und ohne plakative Frucht.
Geschmack
Seidig-cremiger Antrunk mit saftigem Schmelz, vertikaler, orchestraler Säure, stoffig-weichem Mundgefühl und ätherisch kühlem, lang anhaltendem Finale.
Charakter
Eigenwillig, präzise und reduktiv – ein kantiger, flauschig-weicher Naturriesling mit Tiefe, Tempo und kühlem Nachhall statt Wucht.
Dazu
Bagna Cauda, Sashimi fetter Fische wie Makrele oder Sardinen, Szegediner Gulasch.
Besonderheiten
Aus einer Solera der Jahrgänge 2017 bis 2022, im Halbstückfass spontan vergoren, unter Florhefe ausgebaut sowie ungefiltert, ungeschönt und ungeschwefelt abgefüllt; vom Demeter-zertifizierten VDP-Weingut am Niersteiner Roten Hang.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Sattes Strohgelb mit seidenmatter Trübung — ein Wein, der schon optisch verrät, dass hier nichts herausgefiltert wurde, was ihm Charakter gibt.
Nase
Ein reines Feuerwerk: feine Florhefen, geröstete Nüsse und Mandeln, der Duft frischen Hefegebäcks. Darüber Kamille und Kernobst — grüner und gelber Apfel. Keine plakative Frucht, stattdessen eine mürbe, erdige Aromatik, die neugierig macht.
Gaumen
Seidig-cremig im Antrunk, mit saftigem Schmelz. Die orchestrale Säure spannt sich hell und weit über den Rachen; am Gaumen wirkt der Wein stoffig, flauschig, fast wattig weich — getragen von feiner Hefe. Trotz dieser Fülle bleibt er leicht, mit rasendem Tempo.
Abgang
Ätherisch kühl, mit langem Nachhall — ein Finale, das mehr an einen Jerez erinnert als an einen klassischen Rheinhessen-Riesling.
Terroir & Herkunft
Kai Schätzel bewirtschaftet seit 2008 das Familienweingut in Nierstein, dessen Keller seit 1350 genutzt wird. Die steilen Parzellen am Roten Hang ruhen auf rotbraunem Tonschiefer des Rotliegenden, der den Weinen Mineralität und eine fast salzige, erdige Note verleiht.
Rebsorte & Vinifikation
Riesling aus den Jahren 2017 bis 2022 — ein Solera-Wein. Die einzelnen Jahrgänge reifen separat im Halbstückfass, bevor sie in einem 5000-Liter-Fass vereint werden. Gelesen wird nach dem Prinzip des „golden cuts“, wenn die Beeren von grün nach goldgelb wechseln. Spontane Gärung, langer Hefekontakt, Ausbau unter Florhefe — abgefüllt wird ungefiltert, ungeschönt und ungeschwefelt. Die Hälfte des Fasses bleibt als Solera-Mutter erhalten und wird mit Reserven aufgefüllt.
Speiseempfehlungen
Die nussige Hefewürze und die lebendige Säure verlangen nach Ebenbürtigem: Bagna Cauda mit knackigem Gemüse, Sashimi von fetten Fischen wie Makrele oder Sardine — oder mutig: Szegediner Gulasch, dessen Paprikatiefe der Wein souverän auffängt.
Besonderheiten
Ein Riesling, der bewusst gegen die Erwartung trinkt: keine Primärfrucht, dafür Flor, Nuss und Hefe — sensorisch näher am Vin Jaune oder Fino als am klassischen Niersteiner. Die mehrjährige Solera macht jede Füllung zu einem Schnappschuss, den es so nie wieder gibt. Wer Riesling nur fruchtig denkt, wird hier korrigiert — und zwar auf die angenehmste Weise. Übrig bleibt ein Glas, das man leer trinkt, um die Flasche noch einmal zu studieren.