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Schätzel

7,5 Prozent Alkohol. Ein Kabinett aus einer der besten Lagen Deutschlands. Weingut Schätzel in Nierstein zeigt, dass große Weine nicht laut sein müssen. Seit 2008 führt Kai Schätzel das Familienweingut am Roten Hang – und setzt konsequent auf Leichtigkeit statt Wucht. Im über 800 Jahre alten Holzfasskeller reifen seine Rieslinge und Silvaner zu Weinen mit innerer Spannung: reduziert, präzise, eigenständig. Seit 2023 Demeter-zertifiziert, seit 2016 VDP-Mitglied.
Mehr über Schätzel
Der Keller als Zeitkapsel
Wer den Keller des Weinguts Schätzel betritt, taucht in acht Jahrhunderte Weinbaugeschichte ein. Seit 1350 bewirtschaftet die Familie ihre Parzellen am Niersteiner Roten Hang – und vinifiziert bis heute in denselben Gewölben, in denen schon ihre Vorfahren die Holzfässer füllten. Der rotbraune Tonschiefer des Rotliegenden, der die steilen Hänge prägt, spiegelt sich in den Weinen wider: mineralisch, erdig, mit einer fast salzigen Note.

Der eigene Silvaner-Klon
In den Parzellen der Lage Hipping wachsen keine gewöhnlichen Silvaner-Reben. Kai Schätzel pflegt dort einen eigenen Schätzel-Klon in 30 bis 40 Jahre alten Anlagen – kleine, dickschalige Beeren, die konzentrierte Weine mit famose Frische hervorbringen. Während Silvaner in Rheinhessen oft als Alltagswein abgetan wird, zeigt Schätzel das Potenzial der Rebsorte auf Silvaner-Niveau, das sonst nur wenige erreichen. Seine VDP.GROSSE LAGEN – Pettenthal, Ölberg und Hipping – gehören zum Besten, was deutsche Weinberge zu bieten haben. Am Pettenthal, wo auch das benachbarte Kühling-Gillot Reben bewirtschaftet, entstehen Rieslinge von enormer Tiefe.
Kabinett als Königsdisziplin
Während andere Winzer auf Kraft und Extraktion setzen, wählt Kai Schätzel einen anderen Weg. Sein Riesling Kabinett mit nur 7,5 Prozent Alkohol ist keine Konzession an den Zeitgeist, sondern Überzeugung. Die Balance aus Süße und Säure, die fedrige Leichtigkeit bei gleichzeitiger Tiefe – das erfordert penible Arbeit im Weinberg. Bis zu sechs Lesedurchgänge, extreme Selektion, frühe Ernte für Frische. Im Keller dann: spontane Vergärung im großen Holzfass, schonende Pressung über 20 Stunden, Lagerung bis zu zwei Jahre vor der Abfüllung.

Naturwein-Großgewächse: eine deutsche Premiere
2020 brachte Schätzel als erstes deutsches Weingut Naturwein-Großgewächse auf den Markt – spontan vergoren, ohne Schwefel, unfiltriert abgefüllt. Stephan Reinhardt vom Wine Advocate nannte Schätzel daraufhin „eine der aufregendsten und interessantesten Neuentdeckungen in der deutschen Weinkultur.“ Der Naturweiss zeigt diese Philosophie auf Gutsweinniveau: reduktiv, mit Ecken und Kanten, aber nie gewollt anders. Zusammen mit Juliane Eichblatt, die 2020 ins Weingut kam, treibt Kai Schätzel auch die biodynamische Zertifizierung voran – seit 2023 trägt das Gut das Demeter-Siegel. Sein Credo bleibt: „Leichter, länger und manchmal etwas wilder.“














