Verkostungsnotiz
Ein Sekt, der nicht nach Champagner schmeckt und es auch gar nicht will – sondern nach der Pfalz, nach Muschelkalk und kühler Handwerkskunst. Der „Pi“ No. Cuvée XII von Ökonomierat Rebholz ist ein Blanc de Noir aus reinem Spätburgunder, vier Jahre auf der Hefe gereift, ohne Dosage degorgiert. Das Ergebnis: ein Schaumwein von geradezu chirurgischer Klarheit und trotzdem sinnlicher Tiefe.
- Farbe & Aussehen
- Helles, funkelndes Goldgelb, durchzogen von einer feinsten, breit gestreuten Perlage, die im Glas kaum zur Ruhe kommen will.
- Nase
- Zunächst feine Würze und wilde Kräuter, dann Salzzitrone, frische Hefe und geröstete Haselnuss. Dahinter heller Nougat und ein Hauch Aprikose. Mit Luft kommen jodige, mineralische Anklänge hinzu – ein Duftbild von erstaunlicher Vielschichtigkeit, das sich von Minute zu Minute verändert.
- Gaumen
- Kompakt, mit belebendem Zug und äußerst anregendem Spiel. Saftige Frucht trifft auf feine, lebendige Kohlensäure; der salzige Ton setzt unmittelbar Speichel frei. Ein tänzelnder, überaus anspruchsvoller Sekt – kühl im Auftritt, aber niemals dünn.
- Abgang
- Lang und salzig, mit Kräuternoten und floralen Anklängen, die noch lange nachwirken. Der Nachhall bleibt trocken, kühl und präzise gezeichnet.
- Terroir & Herkunft
- Am Rande des Pfälzer Waldes bewirtschaftet Familie Rebholz in Siebeldingen ein Terroir-Mosaik aus vier Gesteinsformationen – Rotliegendes, Buntsandstein, Schiefer und Muschelkalk. Seit 2005 bio-zertifiziert und seit 2015 respekt-BIODYN-Mitglied, gilt das VDP-Weingut als kompromissloseste Adresse der Region: keine Zuckerung, keine Kosmetik, das reine Terroir im Glas.
- Rebsorte & Vinifikation
- Reiner Pinot Noir (Spätburgunder), als Blanc de Noir vinifiziert. Nach der Handlese erfolgte die Ganztraubenpressung; nur die erste Pressfraktion, die „Cuvée“, fand Verwendung. Vergärung und Lagerung des Grundweins in gebrauchten kleinen Holzfässern, danach vier Jahre Flaschenreifung auf der Hefe – degorgiert ganz ohne Dosage, wie es dem Rebholz’schen Purismus entspricht.
- Speiseempfehlungen
- Grandioser Apéritif, aber viel zu gut für den Empfang allein: kongenial zu Austern, Ceviche vom Steinbutt, gebeiztem Lachs mit Kräuteröl oder Spargel mit Sauce Hollandaise. Auch zu Comté und gereiftem Hartkäse ein Erlebnis.
- Besonderheiten
- Vier Jahre Hefelager, null Dosage, gebrauchte Holzfässer – diese Kombination aus Zeit, Verzicht und Holzfass-Grundwein ist in der deutschen Sektwelt eine Rarität. Ein Sekt, der beweist, dass Blanc de Noir hierzulande Champagner-Niveau erreichen kann – mit eigener, pfälzischer Handschrift.





