Verkostungsnotiz
- Farbe & Aussehen
- Transparentes Rubinrot — leuchtend, klar, typisch schlank für einen Pinot Noir mit moderaten 12,5 % Vol.
- Nase
- Dunkelfruchtig und ausladend: Maulbeere, Preiselbeere, Feige und Granatapfel, dazu ein Hauch Schlehe und eingelegte schwarze Nüsse. Darunter schwebt eine distinktiv würzige Note, die an Umami und gedörrtes Fleisch denken lässt — dichtes Parfum, mittelkräftiger Eindruck.
- Gaumen
- Im Antrunk überraschend diszipliniert: saftige, frische Frucht, feingliedriger Säurenerv, samtige Textur mit elegant gearbeitetem Gerbstoff. Griffig, mit gutem Biss — ein Pinot, der Struktur vor Opulenz setzt.
- Abgang
- Kühl und strahlend, geprägt von Kalkschotter — das Finale trägt die Handschrift der Gumpoldskirchner Böden und bleibt lang und mineralisch nachhallend.
- Terroir & Herkunft
- Zwei Herkunftsorte, zwei Böden: Aus Langenlois im Kamptal stammen Trauben von Lössböden, aus Gumpoldskirchen in der Thermenregion von ton- und kalkschotterreichen Lagen. Fred Loimer kennt beide Welten — im Kamptal, wo kühle Waldviertler Luft auf pannonische Wärme trifft, ist er mit seinem Weingut beheimatet; in Gumpoldskirchen führt er seit 2004 das Weingut Schellmann. Die kalkhaltigen Böden dort erinnern ihn selbst ans Burgund.
- Rebsorte & Vinifikation
- Pinot Noir (Spätburgunder) von bis zu 30 Jahre alten Reben, biologisch-dynamisch bewirtschaftet. Selektive Handlese Mitte September, Ganztraubengärung spontan in offenen Holzgärständern bei maximal 28 °C über vier Wochen. Zwölf Monate Ausbau in 300-Liter-Eichenfässern, dann drei Monate Ruhe im Stahltank. Unfiltriert abgefüllt, mit minimaler Schwefelgabe.
- Speiseempfehlungen
- Die würzige, fast fleischige Würze und der kühle Zug machen ihn zum natürlichen Partner für Entenbrust mit Preiselbeeren, Rehrücken in Wacholderjus oder Pilzragout auf Polenta. Auch zu gereiftem Hartkäse eine sichere Bank.
- Besonderheiten
- Loimer ist Mitgründer von respekt-BIODYN — biodynamische Arbeit ist hier keine Pose, sondern Fundament. Dass er diese Strenge auf einen Rotwein aus zwei Regionen überträgt, ist selten: Das Ergebnis ist ein österreichischer Pinot Noir mit burgundischem Anspruch, ohne burgundischen Preis.





