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Loimer

Fred Loimer vom Weingut Loimer im Kamptal

Ein schwarzer Kubus ragt aus den Weinbergen von Langenlois – minimalistisch, fast provokant. So baut nur jemand, der weiß, dass die wahre Komplexität unter der Erde liegt: in 150 Jahre alten Lösskellern und in Böden, die von Urgestein bis Vulkangestein alles bieten. Das Weingut Loimer im Kamptal gehört zu den prägenden Betrieben Österreichs. Fred Loimer, der 1998 übernahm, hat hier nicht nur architektonische Zeichen gesetzt, sondern auch weinbauliche: Als Mitgründer von respekt-BIODYN treibt er die biodynamische Bewegung voran – strenger als Demeter, kompromissloser im Anspruch. Seine Grünen Veltliner und Rieslinge aus den Ersten Lagen Heiligenstein, Käferberg und Loiserberg zeigen, was Terroir-Präzision bedeutet.




Mehr über Loimer

Der Architekt des Terroirs

Fred Loimer müsste eigentlich Geologe sein. Das Kamptal, das er bespielt, ist ein Flickenteppich aus Urgestein, Löss und vulkanischen Relikten. Von Norden strömt kühle Waldviertler Luft durch das Kamp-Tal, von Süden drückt die pannonische Wärme heran. Das Ergebnis: Temperaturamplituden wie nirgendwo sonst in Österreich – perfekt für aromaintensive Trauben. Fred nutzt diese Vielfalt mit chirurgischer Präzision. Sein Ried Heiligenstein Riesling wächst auf vulkanischem Quarzporphyr und rotem Sandstein, der Ried Käferberg Grüner Veltliner auf Urgesteinsverwitterung. Gleiche Hand, völlig verschiedene Weine.

Der schwarze Kubus des Weinguts Loimer inmitten der Weinberge im Kamptal

Respekt statt Dogma

2006 stellte Fred Loimer auf Biodynamie um. Ein Jahr später gründete er mit Kollegen respekt-BIODYN – eine Zertifizierung, die ihm wichtiger war als das Demeter-Siegel. Der Unterschied? Respekt-BIODYN fordert nicht nur biologisch-dynamische Arbeit im Weinberg, sondern auch Qualitätsstandards im Keller. Keine Beliebigkeit, keine Ausreden. Die Weine erzählen davon: präzise, klar, mit einer Mineralität, die an nassen Kalkstein erinnert. Der Grüne Veltliner aus dem Kamptal zeigt hier seine eleganteste Seite – weit entfernt von pfeffrigen Klischees.

Wenn Blasen Geschichte schreiben

Seit 2013 produziert Loimer Sekt nach der Méthode traditionnelle. Der Durchbruch kam schnell: Sekt des Jahres 2023 beim Gault&Millau für den Langenlois Große Reserve Blanc de Blancs Brut Nature. Lange Hefelagerung, kein Dosage-Zucker – Purismus, der schmeckt. In Gumpoldskirchen, wo Fred 2004 das Weingut Schellmann übernahm, experimentiert er mit Blanc de Noirs aus St. Laurent und Pinot Noir. Die Thermenregion mit ihren kalkhaltigen Böden erinnert ihn an das Burgund – nur dass hier niemand Hunderttausende für eine Flasche verlangt. Der Brut Rosé Reserve bringt diese burgundische Finesse mit zartem Lachston ins Glas.

Holzkisten mit Loimer-Branding im Weinkeller

Mit Achtung genießen

Die Linie „mit ACHTUNG“ ist Loimers Spielwiese für Naturweine: Spontangärung, langer Schalenkontakt, keine Zusätze. Der Name ist halb ironisch, halb ernst gemeint – eine Warnung an alle, die Wein nur als gefälliges Getränk verstehen. Wer das Risiko liebt, findet hier Tropfen mit Charakter und Kante. Wer es klassischer mag, greift zu den Lagenweinen. Beide Welten zeigen denselben Winzer: einen, der Grenzen testet, aber nie den Boden unter den Füßen verliert. Ähnlich kompromisslos arbeitet Tement in der Südsteiermark – ein würdiger Nachbar im Geiste.

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