Ein trockener Spitzenriesling aus dem Rheingau: biodynamisch erzeugt (Demeter), von bis zu 65 Jahre alten Reben am Rheinufer in Mittelheim – luftig, salzig und von tiefer Energie.
Abfüller: Weingut Peter Jakob Kühn, Mühlstraße 70, 65375 Oestrich-Winkel / Germany
Im Glas
Farbe
Intensives Strohgelb mit Anklängen an blasses Goldgelb.
Aroma
Zwei Pole aus rauchig-steiniger Reduktion und Noten von mürbem Apfel, Apfelschale, Hopfen und Hefe – dazu Zitronenöl, blonder Tabak, Patisserie, Kräuter und Aprikose.
Geschmack
Saftig und salzig, pikant und lebendig; schwebend leicht, zugleich erdverbunden mit Steinigkeit und Kraft. Straffe, charmante Säure und ein mundwässernd salziges Finale.
Charakter
Ein kraftvoller, vielschichtiger Riesling von kristalliner Klarheit – leichtfüßig und tiefgründig zugleich, mit straffer Struktur und großem Reifepotenzial.
Dazu
Ideal zu gebratenem Zander oder Forelle, zu Kalbsrücken mit Kräuterjus sowie zu reifem Hartkäse.
Besonderheiten
Aus bis zu 65 Jahre alten Reben der Lage Sankt Nikolaus auf kalkhaltigem, sandigem Löss mit Meeressand der Alzey-Formation. Handlese, Spontanvergärung und 16 Monate Vollhefelager im traditionellen Stück- und Doppelstückfass – vom Demeter-zertifizierten Weingut in zwölfter Generation.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Zwischen intensivem Strohgelb und blassem Goldgelb — schon im Glas ankündigend, dass hier Substanz auf Anmut trifft.
Nase
Ein Riesling mit zwei Polen: zunächst leicht reduktiv mit Rauch und kühlem Stein, dann eine fast oxidativ anmutende Seite aus mürbem Apfel, Apfelschalen, Hopfen und Hefe. Dazwischen tanzen Zitronenöl, blonder Tabak, Patisserie, Kräuter und Aprikose — ein Bukett, das sich stündlich neu sortiert.
Gaumen
Überraschend luftig und schwebend im Antrunk, doch darunter liegt etwas Erdverbundenes: Steinigkeit, Kraft, eine saftige Salzigkeit. Pikant und lebendig, mit einer Säure, die straff ist und trotzdem charmant — kein Widerspruch, sondern Spannung im besten Sinn.
Abgang
Tiefe Energie, Eindringlichkeit und ein mundwässernd salziges Finale, das lange nachhallt und die mineralische Signatur der Lage offenlegt.
Terroir & Herkunft
Der Mittelheimer Sankt Nikolaus liegt direkt am Rhein, gegenüber der Fähre nach Ingelheim, mit leichtem Gefälle nach Süden. Der Boden aus kalkhaltigem, sandigem Löss, durchsetzt mit Terrassensedimenten und Meeressand der Alzey-Formation, trägt die bis zu 65 Jahre alten Reben — die ältesten des Hauses. Auf den 21 Hektar von Peter Jakob Kühn wächst fast ausschließlich Riesling, bewirtschaftet nach Demeter-Richtlinien: Was 2004 im konservativen Rheingau als Spinnerei galt, ist heute die Grundlage für Lagenweine dieser Güte.
Rebsorte & Vinifikation
Handlese, ganze Trauben, mehrstündige Pressung, Spontanvergärung — dann 16 Monate auf der Vollhefe im traditionellen Stück- und Doppelstückfass (1.200 und 2.400 Liter). Kühn greift nicht ein, er lässt den Wein seinen Weg finden. Trocken, nur 11,5 % Vol. — und dennoch von beachtlicher Dichte.
Speiseempfehlungen
Die salzige Spannung verlangt nach Substanz: pochierte Forelle mit Meerrettich, Kalbsbries, reifer Comté oder einfach Ofengemüse mit Kräuterbutter. Auch zu Käsespätzle ein erhellendes Duett.
Besonderheiten
Ein Großes Gewächs von den ältesten Reben des Weinguts — biodynamisch erzeugt, von Rebstöcken, die älter sind als mancher Winzer. Die seltene Doppelung aus Schwerelosigkeit und Erdenschwere macht diesen 2022er unverwechselbar: ein Riesling, der heute schon fasziniert und noch Jahre im Keller gewinnen wird.