Ein reinsortiger Carignan aus dem Priorat, der trotz heißer Südhang-Lage mit Frische, Finesse und erstaunlicher Leichtigkeit überzeugt – ein katalanischer Rotwein, der tanzt statt zu poltern.
Abfüller: Terroir al Limit, c/ Baixa Font 12, 43737 Torroja del Priorat / Spain
Im Glas
Farbe
Dunkel leuchtendes Kirschrot.
Aroma
Dunkle Brombeere und Cassis treffen auf Lakritz, Teer und schwarze Olive, dazu Veilchen, Stiefmütterchen, schwarzer Pfeffer und die kühlen Noten von Graphit, Minze und nassem Schiefer.
Geschmack
Saftige Sauerkirsche und rote Johannisbeere mit präsenter, fein eingebundener Säure; seidiges, zartes Tannin, rassige Schieferwürze und ein phänomenal langes Finale mit Heidelbeeren.
Charakter
Üppig in der Nase, doch am Gaumen erstaunlich elegant und feingliedrig – Kraft wirkt hier feminin, kühl und klar statt opulent.
Dazu
Geschmorte Kalbsbäckchen mit Rucola-Polenta und Preiselbeeren, rosa gegarte Taubenbrust mit Portweinjus oder geröstete Möhren mit Harissa und Granatapfel.
Besonderheiten
Ganztrauben-Vergärung nach dem Prinzip „Infusion statt Extraktion“ – ohne Pigeage – und Ausbau in Stockinger-Fudern verleihen diesem Carignan vom heißen Südhang durch frühe Lese eine Finesse und Trinkigkeit, die im Priorat ihresgleichen sucht.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Dunkel leuchtendes Kirschrot — tief im Ton, aber nie trüb oder schwerfällig. Ein Rot, das im Glas bereits an kühle Sommernächte denken lässt.
Nase
Ein Duell zweier Welten: Auf der einen Seite Lakritz, Teer, dunkle Schokolade, Brombeere und Cassis. Auf der anderen Veilchen und Stiefmütterchen, schwarzer Pfeffer, Wacholder und die kühle Schiefernote des Priorats. Rosmarin, Salbei und Thymian mischen sich dazu, Graphit, Minze und Eukalyptus liefern die etherische, fast alpine Frische, die diesen Wein von der Konzentration entkoppelt.
Gaumen
Hier zeigt sich Hubers Handschrift. Statt der von der Nase erwarteten Wucht kommen Sauerkirsche und rote Johannisbeere — saftig, säuerlich, intensiv. Die Säure ist präsent, aber nahtlos integriert, der Schiefer meldet sich mit rassiger Würze und kühler Mineralität. Seidig, galant, fast zerbrechlich: Kraft erscheint plötzlich feingliedrig. Nur ein feines Tannin schmeichelt am Gaumen.
Abgang
Sauerkirsche trifft auf Heidelbeere — ein phänomenal langes, präzises Finale, das eher tröpfelt als versiegt.
Terroir & Herkunft
Die Carignan-Reben stehen auf einem heißen Südhang im Priorat, tief im katalanischen Schieferland. Dominik Huber — der das Gut einst mit Eben Sadie gründete und es heute mit Önologin Tatjana Peceric führt — erntet früher als nahezu alle in der Region und kontert so die Hitze, statt ihr zu erliegen. Die rund 15 Hektar werden organisch und biodynamisch bewirtschaftet.
Rebsorte & Vinifikation
Reiner Carignan, vergoren als Ganztraube — „Infusion statt Extraktion“ ist Hubers Credo: kein Pigeage, kein Quetschen, kaum Pressdruck. Als eines der wenigen Cuvées des Hauses reift der Dits del Terra zu 100 % in Stockinger-Fudern, Holz also, das trägt statt dominiert. 13,5 % Vol., trocken.
Speiseempfehlungen
Geschmorte Kalbsbäckchen mit Rucola-Polenta und Preiselbeeren, rosa gegarte Taubenbrust mit Portweinjus oder geröstete Möhren mit Harissa und Granatapfel.
Besonderheiten
Huber nannte den Wein wegen seiner Fruchtkonzentration einst augenzwinkernd „US-Cuvée“ — der 2018er beweist das Gegenteil: ein Priorat vom heißen Südhang, der nach Eleganz ruft statt nach Muskeln, und der mit demselben Hitzemanagement arbeitet, das dem Schwesterwein Les Manyes 2016 hundert Punkte einbrachte.