Ein spanischer Grand Cru aus der Rioja Alavesa: reiner Tempranillo von 1945 gepflanzten Reben, die auf 480 Metern Höhe in einem Amphitheater aus Kalk und Kreide wurzeln.
Tiefes, dichtes Rubinrot mit violetten Reflexen am Glasrand.
Aroma
Reife dunkle Beeren wie Brombeere und Schwarzkirsche, dazu Veilchen, feine Kräuterwürze, mineralische Kreidenoten und ein dezenter Hauch französischer Eiche.
Geschmack
Konzentriert und dennoch feingliedrig, mit seidigem Tannin, präziser Frische und langem, kalkig-mineralischem Nachhall; trotz 14,5 % Vol. bemerkenswert elegant am Gaumen.
Charakter
Ein lagenreiner Terroirwein von großer Finesse – kraftvoll ohne Schwere, präzise statt pompös, mit enormem Reifepotenzial über Jahrzehnte.
Dazu
Gebratenes Lammkarree mit Rosmarin, gereiftes Rinderfilet oder Pilz-Risotto mit Parmigiano.
Besonderheiten
Einzellagen-Wein von über 75 Jahre alten Reben, biologisch bewirtschaftet und teils mit dem Pferd bearbeitet; Artadi verließ 2015 aus Überzeugung die DOCa Rioja, um die Parzelle statt einer Reifekategorie aufs Etikett zu schreiben – dieser Wein erhielt von Parker einmal die volle Punktzahl.
Verkostungsnotiz
Charakter
Der Viña El Pisón gilt als Aushängeschild von Artadi – ein Wein, dem Robert Parker einst die Höchstwertung von 100 Punkten zuerkannte. Im Glas zeigt er sich präzise statt pompös: dunkle Kirsche, Veilchen, ein Hauch Kreide und feine Würze, dabei seidig im Fluss und von bemerkenswerter Tiefe. Ein Tempranillo, der Finesse über Kraft stellt und dennoch Jahrzehnte reifen kann, ohne sich je zu verschließen.
Terroir & Herkunft
Die Lage liegt auf 480 Metern Höhe in der Rioja Alavesa, geborgen am Fuß der Sierra Cantabria. Ihre Reben wurden 1945 gepflanzt und wurzeln in einem Amphitheater aus Kalk und Kreide – Böden, die dem Wein seine straffe Mineralik und kühle Klarheit geben. Seit Artadi 2015 die DOCa Rioja verließ, trägt der Wein stolz den Namen seiner Parzelle statt einer Reifekategorie: Hier zählt der Boden, nicht das Fass.
Rebsorte & Vinifikation
Reiner Tempranillo aus über 75 Jahre alten Stöcken, biologisch bewirtschaftet, ohne Herbizide und synthetische Chemie. Juan Carlos López de Lacalle orientierte sich am Burgund: sanfte Extraktion in offenen Gärbehältern, Ausbau in französischen Barriques, die Gerüst geben, ohne zu dominieren. Das Ergebnis ist ein Wein von 14,5 % Vol., der trotz seiner Wärme trocken, kühl und geradlinig bleibt.
Speiseempfehlungen
Ein Wein für geduldige Abende: zu gebratenem Lammrücken mit Kräutern, Rehrücken in dunkler Jus oder gegrillter Entenbrust. Auch gereifter Manchego und einfache Chorizo schmeicheln seiner Würze. Wer ihn jung öffnet, sollte ihn großzügig karaffieren – wer wartet, wird mit einem der großen Einzellagenweine Spaniens belohnt.