Verkostungsnotiz
- Farbe & Aussehen
- Kirschrot mit mittlerer Farbintensität — die behutsame Extraktion ist dem Glas abzulesen. Klar, lebendig, ohne jede Schwere.
- Nase
- Bemerkenswert klar und kühl: rote Kirsche und Himbeere, darunter eine erdige Mineralität, die den Duft trägt. Nichts Überreifes, nichts Süßliches — Frische von der ersten Sekunde an.
- Gaumen
- Mittlerer Körper, feinkörnige Tannine, seidige Textur. Rote Früchte und ein Hauch Würze bleiben nobel zurückhaltend, während die Mineralität das Geschehen bestimmt. Vibrierend und kraftvoll, aber keineswegs schwer — ein Wein mit Spannung und echtem Griff.
- Abgang
- Lang, salzig-mineralisch, mit einem feinen, tanninbetonten Nachhall, der eher an Struktur als an Frucht denken lässt.
- Terroir & Herkunft
- Ortswein aus fünfzehn Parzellen rund um Ábalos, einem Dorf am Fuße der Sierra Cantabria in der Rioja Alavesa. Die Weinberge der Brüder Arturo und Kike de Miguel Blanco liegen auf kalk- und sandsteingeprägten Böden in Höhenlagen bis zu 720 Metern — die kühlen Nächte schenken dem Wein seine Frische. Bewirtschaftet wird biologisch, Handarbeit inklusive.
- Rebsorte & Vinifikation
- 85 % Tempranillo und 15 % Graciano, spontan vergoren. Der Großteil reifte in 500-Liter-Eichenfässern, eine kleinere Partie in Zement — Holz bleibt hier Folie, niemals Kostüm.
- Speiseempfehlungen
- Ein Wein für den Tisch: zu gegrilltem Lamm mit Rosmarin, zu Tapas mit Chorizo und Paprika, zu Pilzpfanne mit Thymian oder zu einem kräftigen Manchego.
- Besonderheiten
- Pies Negros erzählt nicht von Barrique, sondern von Herkunft — so klingt die neue Rioja. Die Brüder de Miguel Blanco klassifizieren nach burgundischem Vorbild ihre Weine nach Lage statt nach Reifezeit und gehören mit der Bewegung Rioja & Roll zur Avantgarde der Region. Dieser Ortswein zeigt, wie viel Tiefe ein vermeintlich einfacher Rioja haben kann: ungeschminkt, mineralisch, und von einer Eleganz, die man in dieser Preislage selten findet.





