Duftig und intensiv: gelbe Pflaume, Quitte und grüner Apfel treffen auf Anklänge von Wachs, Minze und weißen Blüten – edel und fein gezeichnet.
Geschmack
Ausdrucksstark mit viel Substanz und Energie; reife Aprikose, Pfirsich, Orange und gelber Apfel, dazu die typische wächserne Süßholznote des Sémillon. Eine klare, weiche Säure balanciert das Volumen und trägt in ein langes Finale.
Charakter
Kraftvoll und zugleich feingliedrig – ein seidig strukturierter Bordeaux Blanc Sec, der zeigt, dass großer trockener Sémillon lebendig und nie schwer sein kann.
Dazu
Hummer mit Krustentierfonds und geschmortem Chicorée, Tempura aus Gemüse oder Meeresfrüchten, Muscheln in Wildfenchel-Zitronen-Sud.
Besonderheiten
Erster Jahrgang des Lilium, des Spitzen-Trockenweins des für edelsüße Weine berühmten Premier-Cru-Guts; Reben seit 2010 biodynamisch bewirtschaftet (Demeter-zertifiziert), Ausbau über neun Monate in gläsernen Wineglobes – ohne Holzeinfluss, mit seidiger Textur und reinem Terroir-Ausdruck.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Helles Strohgelb, klar und glänzend im Glas.
Nase
Duftig und erstaunlich intensiv: gelbe Pflaume, Quitte und grüner Apfel, dazu etwas Wachs, Minze und weiße Blüten. Wer ihn blind probiert, könnte ihn glatt für einen Chenin Blanc aus dem Anjou halten – fein, nobel, verblüffend kühl für Bordeaux.
Gaumen
Am Gaumen wird der Wein deutlich expressiver: viel Volumen, Energie und Substanz. Reife Aprikose, Pfirsich, Orange, Quitte und gelber Apfel treffen auf die typisch wächserne, an Süßholz erinnernde Sémillon-Note. Eine klare, aber weiche Säure hält Fülle und Würze souverän in der Balance.
Abgang
Lang, ausbalanciert, mit würziger, seidiger Ausdauer.
Terroir & Herkunft
Château Climens, der „Lord of Barsac“ und Premier Cru Classé seit 1855, besitzt 30 Hektar in einem einzigen Block auf einem Kalksteinplateau mit roter, tonhaltiger Sandauflage – die beste Drainage der Appellation. Diese Mineralität prägt auch den trockenen Lilium: lebendig, vibrierend, nie schwer.
Rebsorte & Vinifikation
100 % Sémillon – wie alle Weine des Hauses. Die rund 15 Jahre alten Reben wurden mit etwa 45 hl/ha gelesen, nur das Herz der Pressung kam zum Einsatz. Neun Monate Reifung in Wineglobes, 220-Liter-Glaskugeln, die weder oxidieren noch Holzaromen abgeben: seidige Textur bei voller Reinheit, ohne jede Fassnote.
Speiseempfehlungen
Ein Wein für die edle Küche: Hummer mit Krustentierfonds, geschmortem Chicorée und Erbsen, Muscheln in Wildfenchel-Zitronen-Sud oder – die luftige Struktur spielt wunderbar mit der Kraft des Weins – knusprige Tempura.
Besonderheiten
Ein Paradigmenwechsel aus Barsac: Das für seine edelsüßen Meisterwerke berühmte Haus beweist mit diesem trockenen Sémillon, was sein demeter-zertifiziertes Terroir jenseits der Botrytis kann. Der 2022er – erster Jahrgang unter neuer Führung – wurde von Kritikern gefeiert. Glaskugeln statt Holzfass: Das Ergebnis ist ein Wein von seltener Klarheit, den Sémillon-Skeptiker nicht erwarten.