Dunkelwürzig und extraktreich mit feiner Reduktionsnote, rauchigen Nuancen, Salzzitrone, zerstoßenem Feuerstein, Petrichor, Kräutern, Senfsaat und rosa Pfeffer.
Geschmack
Druckvoll und straff mit enormem Grip, Noten von dunklem Stein, Grafit, Salz, Hefe, Kräutern sowie saftigen Zitruszesten und dunklen Beeren.
Charakter
Elegant, distanziert, dramatisch und von einer enormen Festigkeit, die dem Wein ein großes Reifepotenzial schenkt.
Dazu
Hervorragend zu gebratener Jakobsmuschel mit Kräuterkruste, Steinbutt an einer salzigen Zitronen-Butter-Sauce oder Fasanenbrust mit Wildkräutern.
Besonderheiten
Dieser biodynamisch erzeugte Lagenwein stammt aus einer geschützten, mauerumgebenen Parzelle im Rothenberg, die 1934 mit wurzelechten Reben ohne amerikanische Unterlagen bepflanzt wurde und auf rotem Tonschiefer (Rotliegendes) gedeiht.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Ein mittleres, klares Strohgelb.
Nase
Der Auftakt ist von einer fast dramatischen, düsteren Expressivität geprägt. Eine hauchfeine, noble Reduktion paart sich mit einer dunkelwürzigen, extraktreichen Aromatik. Es duften rauchige Noten, zerstoßener Feuerstein, nasser Asphalt nach Sommerregen (Petrichor) und Salzzitrone, fein unterlegt mit Nuancen von Senfsaat, Kräutern und rosa Pfeffer. Ein faszinierendes Wechselspiel aus schattigen Tiefen und hellen Lichtreflexen.
Gaumen
Am Gaumen offenbart sich ein Monument von enormer Festigkeit und packendem Grip. Der Wein wirkt extrem straff und distanziert, baut dabei jedoch einen ungeheuren Druck auf. Es ist, als würde nackter Schiefer auf der Zunge zerbersten – ein hochelegantes, energetisches Konzentrat aus Grafit, dunkler Würze, salzigen Nuancen, Hefe und frischen Kräutern, kontrastiert von saftigen Zitruszesten und dunklen Beeren.
Terroir & Herkunft
Dieser Ausnahmewein entwächst einer legendären Parzelle in der nördlichsten Ecke des Roten Hanges in Nackenheim, unmittelbar an das Pettenthal angrenzend. Die steile, von einer kleinen Mauer umgebene Gewanne „Kapellchen“ im Rothenberg ist geprägt von verwittertem Rotliegendem, das dem Riesling seine unverkennbar rauchige Ader schenkt.
Rebsorte & Vinifikation
100 % Riesling. Die Trauben stammen von Rebstöcken, die bereits 1934 gepflanzt wurden. Erzeugt nach den strengen Prinzipien der biodynamischen Wirtschaftsweise (seit 2005 zertifiziert), bei der die Weinbergsarbeit den Mondphasen folgt. Im Keller wird auf Spontangärung im großen Holzfass gesetzt, begleitet von minimalem Schwefeleinsatz und dem konsequenten Verzicht auf Schönungsmittel.
Speiseempfehlungen
Ein aristokratischer Wein, der nach ebenso anspruchsvollen Speisen verlangt. Hervorragend zu gebratenem Steinbutt mit Beurre Blanc, intensiv aromatischen Jakobsmuscheln mit Kräuterkruste oder einer klassischen Bresse-Poularde.
Besonderheiten
Das absolute Alleinstellungsmerkmal ist das hohe Alter der Reben: Sie wurden 1934 wurzelecht – also ohne amerikanische Unterlage – gepflanzt und überlebten die Reblauskatastrophe. Hans Oliver Spanier bezeichnet diese Parzelle ehrfürchtig als „die DNA des deutschen Rieslings“.
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