Verkostungsnotiz
Fünfzig Mondphasen auf der Hefe – über vier Jahre, in denen dieser Sekt in der Flasche reift, während sich die Welt draußen weiterdreht. Michael Andres und Steffen Mugler, seit Jahrzehnten befreundet und 2021 von Eichelmann für die beste Sektkollektion Deutschlands ausgezeichnet, beweisen mit dieser Cuvée, dass Geduld im Keller die höchste Tugend des Sektmachers ist. Das Ergebnis: ein Brut Nature von geradezu champagnerhafter Tiefe, wie man ihn in Deutschland nur selten findet.
- Farbe & Aussehen
- Strahlendes Goldgelb, das die lange Reife bereits ankündigt. Die Perlage steigt feingliedrig und breitgestreut auf – ruhig, dicht, unaufgeregt.
- Nase
- Überaus komplex und animierend: Apfel und Weinbergpfirsich treffen auf frisch gebackenes Baguette, Salzbutter und einen feinen Anklang von Muschelschale. Umami pur, noch bevor der erste Schluck den Gaumen berührt.
- Gaumen
- Pure Saftigkeit bei gleichzeitig bemerkenswerter Kraft. Erneut Apfel und Pfirsich, dazu feine Röstnoten aus dem langen Hefelager. Die Kohlensäure ist extrem fein und vollständig in den Fruchtschmelz eingewoben – cremig, aber nie schwer.
- Abgang
- Lang, salzig und tiefgründig. Die mineralische, fast maritime Salznote bleibt minutenlang präsent und gibt dem Sekt seine ernsthafte, gastronomische Dimension.
- Terroir & Herkunft
- Die Trauben stammen aus den Weinbergen der beiden Freunde in der Pfalz – von Deidesheim über den Ruppertsberger Reiterpfad bis nach Maikammer. Seit 2010 wird biodynamisch gearbeitet; in der steilen, sandigen Deidesheimer Mäushöhle sorgen sogar Bienenstöcke für Artenvielfalt.
- Rebsorte & Vinifikation
- Die klassische Trias Chardonnay, Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Meunier, zu 100 % im Holzfass ausgebaut. Traditionelle Flaschengärung, danach 50 Mondphasen Hefelager – der Name ist hier wörtlich zu nehmen. Als Brut Nature kommt der Sekt vollkommen trocken und ohne versüßende Dosage daher.
- Speiseempfehlungen
- Durch seine Kraft und Tiefe ein ernstzunehmender Essenspartner: ideal zu Gerichten mit erdigen und nussigen Anklängen – etwa Steinpilzrisotto, gerösteter Blumenkohl mit Haselnüssen oder gebratenes Perlhuhn. Auch zu Austern eine spannende Kombination, die die Muschelschalen-Note des Sekts aufgreift.
- Besonderheiten
- Das außergewöhnlich lange Hefelager von über vier Jahren und der komplette Holzfassausbau aller drei Rebsorten geben diesem Sekt eine Reife und Substanz, die ihn weit über die Kategorie Aperitif hinaushebt. Sektmacherkunst in Perfektion – ein Schaumwein, der am Tisch zeigt, was er wirklich kann.




