Verkostungsnotiz
- Farbe & Aussehen
- Dicht leuchtendes Purpur mit violetten Reflexen, jugendlich und kraftvoll in der Ausstrahlung.
- Nase
- Intensiv und kühl: Heidelbeere, Holunder, Brombeere und saftige Süßkirsche bilden das fruchtige Fundament. Darüber legen sich Lakritz, Süßholz, Rosmarin, dunkle Schokolade und Kaffee. Anklänge von Eukalyptus und Kaffirlimette sorgen für eine fast burgundische Frische, florale Noten von Veilchen und Hibiskus runden das Bild ab. Eine dezente Reduktion verleiht dem Duft zusätzliche Spannung.
- Gaumen
- Saftig, knackig, griffig. Die Frucht ist lebendig und präzise, das Tannin bleibt als feiner, seidiger Schleier im Hintergrund. Eine mittelkräftige, exzellent eingebundene Säure sorgt für Zug und Trinkfluss, während eine steinige Mineralität die Struktur trägt. Kein Gramm Schwere – stattdessen Eleganz und Kühle, die für einen burgenländischen Blaufränkisch überraschen.
- Abgang
- Lang und präzise: Die kräuterwürzigen Komponenten – Wacholder, Piment, schwarzer Pfeffer – treten noch einmal hervor und verbinden sich mit klarer Frucht und mineralischer Frische zu einem sauberen, animierenden Finale.
- Terroir & Herkunft
- Roland Velichs Weinberge liegen in Lutzmannsburg und Neckenmarkt auf einem prähistorischen Vulkan. Die eisenreichen Böden verleihen dem Blaufränkisch seine unverwechselbare Mineralität. Viele Rebstöcke sind 50 bis 110 Jahre alt – genetische Schätze aus einer Zeit, bevor die Sorte auf Ertrag gezüchtet wurde.
- Rebsorte & Vinifikation
- Blaufränkisch, vinifiziert mit burgundischer Zurückhaltung: Spontangärung in offenen Holzbottichen, 22 Tage Mazeration, dann 20 Monate Ausbau auf der Feinhefe in großem, gebrauchtem Holz. Keine Schönung, keine Filtration. Die biodynamische Bewirtschaftung unterstreicht Velichs minimalistischen Ansatz.
- Speiseempfehlungen
- Die kühle Frucht und die feine Struktur machen diesen Wein zum idealen Begleiter für gebratene Entenbrust mit Rotkraut, Lammkarree mit Rosmarinjus oder Rindertatar mit geräuchertem Paprika. Auch zu Pilzgerichten – etwa Steinpilzrisotto – eine erstklassige Wahl.
- Besonderheiten
- Roland Velich, einst Skilehrer und Croupier, hat Blaufränkisch auf die Weltkarte gesetzt: 95 Parker-Punkte für den Neckenmarkt Alte Reben (2009), James Suckling zählt Moric zu den neun besten Weingütern weltweit, und 2023 wurde Velich zum Falstaff Winzer des Jahres gekürt. Dieser Blaufränkisch Burgenland ist der Einstieg in seine Welt – ein Wein, der beweist, dass Österreichs Rotwein nicht Opulenz braucht, um zu überzeugen.





