Zum Inhalt springen

Moric

Roland Velich, Winzer und Gründer von Moric

Ein ehemaliger Croupier, der eine Rebsorte rettete: Das ist Roland Velich und sein Weingut Moric. Während Österreich in den 2000ern auf Opulenz setzte, wagte er das genaue Gegenteil. Mit burgundischem Ansatz und uralten Blaufränkisch-Reben aus Lutzmannsburg und Neckenmarkt schuf er Weine, die James Suckling unter die Top 9 Weingüter weltweit zählt. Der erste österreichische Rotwein mit 95 Parker-Punkten stammt aus seinem Keller. 2023 wurde er zum Falstaff Winzer des Jahres gekürt – die Krönung für einen Mann, der Blaufränkisch endgültig auf die Weltkarte gesetzt hat.




Mehr über Moric

Der Mann, der Blaufränkisch auf die Weltkarte setzte

Skilehrer, Croupier, Weinlegende – Roland Velichs Werdegang ist alles andere als gradlinig. Nach seiner unkonventionellen Laufbahn brachte er zusammen mit Bruder Velich das Familienweingut an die österreichische Spitze, bevor er 2001 seinen eigenen Weg einschlug. Moric – ausgesprochen wie „Moritz“ – war seine Antwort auf die damals vorherrschende österreichische Opulenz. Während andere auf viel Holz und überreife Frucht setzten, suchte Velich nach burgundischer Eleganz im Burgenland. Seine Vision: Blaufränkisch so zu vinifizieren, als wäre es Grand Cru Burgunder.

Roland Velich im historischen Weinkeller

Vulkanböden und jahrhundertealte Rebstöcke

Das Geheimnis von Moric liegt in den 22,5 Hektaren außergewöhnlicher Weinberge. In Lutzmannsburg wurzeln Velichs Reben auf einem prähistorischen Vulkan, dessen eisenreiche Böden dem Blaufränkisch eine unverwechselbare Mineralität verleihen. Die Einzellagen Kirchberg, Schwemmer und Maissner unterscheiden sich dramatisch: von steilem, kalkhaltigem Kirchberg bis zum tonreichen Maissner-Plateau. Das Besondere: Viele Rebstöcke sind 50 bis 110 Jahre alt – genetische Schätze einer Zeit, als Blaufränkisch noch nicht auf Ertrag gezüchtet war. Diese alten Reben produzieren winzige Erträge, aber konzentrierte Weine von außergewöhnlicher Komplexität.

Biodynamie trifft burgundische Kellertechnik

Im Keller praktiziert Velich radikale Zurückhaltung. Spontangärung in offenen Holzbottichen, 22 Tage Mazeration, dann 20 Monate Ausbau auf der Feinhefe in großem, gebrauchtem Holz. Keine Schönung, keine Filtration. Die biodynamische Bewirtschaftung ergänzt diesen minimalistischen Ansatz – die Reben sollen ihr Terroir ungefiltert ausdrücken. Sein Lutzmannsburg Alte Reben schmeckt nach nassem Kalkstein und schwarzen Kirschen, der Blaufränkisch Burgenland zeigt kühle Eleganz statt warme Opulenz.

Alte Blaufränkisch Reben in Lutzmannsburg

Weltweite Anerkennung für österreichischen Rotwein

Die Erfolge sprechen für sich: 2009 erhielt der Neckenmarkt Alte Reben als erster österreichischer Rotwein 95 Parker-Punkte. James Suckling listete Moric unter den weltweit besten neun Weingütern. Falstaff kürte Roland Velich 2023 zum Winzer des Jahres. Doch Velich ruht sich nicht aus: Mit dem Jagini-Projekt rettete er die letzten alten Blaufränkisch-Reben in Zagersdorf, mit „Hidden Treasures“ arbeitet er mit ungarischen Winzern zusammen. Sein Moric Reserve zeigt, wohin die Reise geht: Weine, die ihre Herkunft eindeutig erkennen lassen und Blaufränkisch endgültig in die Weltklasse katapultiert haben.

de_DEDE