Im Nordwesten der Provinz León liegt ein weites, von Bergen umschlossenes Becken, in dem die Reben an Hängen aus Schiefer und auf lehmigen Terrassen stehen, den Blick auf die Gipfel der Montes de León und der Sierra de los Ancares. Bierzo Wein kommt von der Grenze zwischen Kastilien und Galicien und trägt beide Welten in sich: atlantische Feuchtigkeit und kühle Nächte aus dem Westen, warme, trockene Sommertage aus dem Inneren Spaniens. Die rote Hauptsorte ist die Mencía, oft von alten Buschreben, die duftige Rotweine mit Kirsche, Veilchen und einem rauchigen Schieferton ergibt; unter den weißen Sorten setzt der Godello die Maßstäbe. Unsere Weine aus dem Bierzo stammen vom jungen Weingut Sangarida in San Lorenzo del Bierzo.
Mehr über Bierzo
Wein aus dem Bierzo: ein Becken zwischen Kastilien und Galicien
Politisch gehört das Bierzo zu Kastilien und León, landschaftlich schaut es nach Galicien. Die Region um Ponferrada, Cacabelos und Villafranca del Bierzo ist ein Talkessel, den Gebirgszüge von allen Seiten einfassen; sie halten die schwersten Atlantikregen ab und lassen doch genug Feuchtigkeit und Kühle herein. Der Jakobsweg führt mitten hindurch, und die Klöster entlang der Pilgerroute haben den Weinbau hier über Jahrhunderte getragen. Seit 1989 ist Bierzo eine eigene D.O., und der Wein aus dem Bierzo steht heute für eine kühle, duftige Spielart des spanischen Rotweins mit moderatem Alkohol und frischer Säure.
Mencía und Godello auf Schiefer und Lehm
Zwei Böden prägen die Weine. An den Hängen liegt Schiefer, oft eisenhaltig, karg und durchlässig; die Wurzeln gehen tief, die Erträge bleiben klein, und die Weine bekommen jene straffe, kühle Mineralität, die man im Bierzo sofort erkennt. In der Talsohle und auf den unteren Terrassen liegen schwerere Lehm- und Tonböden, die mehr Wasser halten und den Weinen Fülle geben. Auf beiden wächst die Mencía, die rote Hauptsorte der Region: dünnschalig, früh reifend, mit Aromen von Sauerkirsche, Veilchen, Kräutern und schwarzem Pfeffer. Viele Weinberge sind alte Buschreben, gepflanzt vor hundert und mehr Jahren, im Gemischten Satz mit anderen Sorten. Bei den Weißen führt der Godello mit Zitrus, Steinobst und einer salzigen Länge; daneben steht die seltene Doña Blanca, die Blütenduft und Textur beisteuert. Seit 2017 ordnet eine Herkunftspyramide die Weine nach burgundischem Vorbild: vom regionalen Bierzo über Dorfweine (Vino de Villa) und Lagenweine (Vino de Paraje) bis zu klassifizierten Einzelweinbergen.
Sangarida: alte Reben rund um San Lorenzo del Bierzo
Lía Fariña hat Sangarida 2019 gegründet. Sie ist die Tochter von Robustiano Fariña, dem Gründer der Attis Bodegas y Viñedos in den Rías Baixas, und ihre Mutter stammt aus dem Bierzo. Beraten wird sie vom Önologen Jean-François Hébrard. Die Weinberge liegen um San Lorenzo del Bierzo in 550 bis 650 Metern Höhe, teils in den Jahren 1901 und 1910 gepflanzt. Die Trauben werden entrappt, spontan vergoren und reifen in gebrauchten Eichenfässern von 225 und 500 Litern, damit das Holz die Frucht nur umrahmt. Der El Morredero 2021 ist ein Mencía aus einer einzelnen Parzelle auf Lehm in 600 Metern Höhe, schlank, mit Kirsche, Veilchen, einer rauchigen, fast fleischigen Note und 12,5 Prozent Alkohol.
Weißwein aus dem Bierzo: Godello und Doña Blanca
Die weißen Weine von Sangarida zeigen, wie viel Frische die Höhenlagen dem Bierzo schenken. Der Godello 2024 duftet nach Zitrus, grünem Apfel und hellem Stein. Der La Guiana 2022 ist ein Godello mit mehr Tiefe, Steinobst und salzigem Finale. Die La Yegua 2021 verbindet Godello und Doña Blanca zu gleichen Teilen; die Doña-Blanca-Stöcke sind weit über hundert Jahre alt und stehen auf eisenhaltigem Schiefer, der Wein reift zwölf Monate auf der Feinhefe und bleibt trocken, straff und strukturiert. Alle lieferbaren Weine aus dem Bierzo finden Sie oben in der Liste.






