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Sangarida

Im fernen Galicien, im Norden Spaniens, entschied sich vor Jahren Robustiano Fariña dazu, sein Weingut Bodegas y Viñedos Attis zu nennen. Es liegt im Val do Salnés im Herzen der Rías Baixas. Nun haben Robustianos Kinder ein zweites Weingut gegründet: Sangarida Es liegt nicht in den Rías Baixas, wohl aber ebenfalls in Galicien, nämlich im Bierzo. Das Bierzo gehört zu den großen, in den letzten 30 Jahren wiederentdeckten Terroirs, die eine besondere Klasse an Weinen aus autochthonen Sorten wie Mencía, Godello und Doña Blanca liefern, und das aus Weinbergen, die meist uralt sind.

Die Idee entstand, weil die Mutter der Fariñas aus El Bierzo stammte und die Familie Kontakte dorthin hatte. Als sich 2019 die Chance bot, dort ein Weingut zu eröffnen, ergriffen sie diese und suchten sich einen Namen aus, der zu Attis passen sollte, und entschieden sich für Sangarida. Die Etiketten gehen auf den morbiden Charme der Legende ein. Das Weingut wird von Lía Fariña geführt, und das mit tatkräftiger Unterstützung von Jean-François Hébrard, der schon lange die Bodegas Attis berät und selber mit der Quinta de la Quietud ein Weingut führt, das sich ebenfalls bei Lebendige Weine im Programm befindet.

El Bierzo und Sangarida

In den letzten Jahrzehnten sind in Galicien eine ganze Reihe von Weinbaugebieten aus der Vergessenheit gerissen worden. Das hat einiges mit dem Erfolg der Rías Baixas zu tun, wo man gemerkt hat, dass die dortige Leitrebsorte Albariño eine ganze Region entfesseln und Perspektiven bieten konnte. Das Gleiche ist nach und nach mit Valdeorras, Ribeiro, Ribera Sacra und vor allem mit dem Bierzo geschehen. Das dortige Anbaugebiet ist eine wahre Fundgrube.

Zum einen gibt es ein exzellentes Klima, das vom Atlantik und von den das Bierzo umschließenden Mittelgebirgen bestimmt wird. Und dazu gibt es dann oft eisenhaltige, kalkige und schieferhaltige Böden. Dort wurzeln oft uralte Reben, die nicht selten vor 100 Jahren gepflanzt wurden.

Auch Sangarida kann von Weinbergen profitieren, die teils 1901 und 1910 gepflanzt wurden. Mit dem Aufschwung dieser Region, der sehr eng mit dem besonderen Charakter der roten Mencía, zunehmend aber auch mit dem weißen Godello verknüpft ist, lohnt es sich, dort ökologischen Spitzenweinbau zu betreiben, der auch dann erfolgreich sein kann, wenn diese Weinberge nur kleine Mengen liefern

team von attis sangarida

Mencía, Godello & die Doña Blanca

Die rote Mencía liefert bei Sangarida zwei saftige dunkelrote Weine. Der Einstiegswein ist dunkelfruchtig, rund und von frischer Hefe geprägt, wird nur kurz im Edelstahl ausgebaut und ist die Bierzo-Version eines Bistrot-Weins.

Der Pico Tuerto dagegen ist schon das, was man einen klassischen Mencía nennen kann. Er stammt von besagten uralten Reben und verbindet eine dunkle Frucht mit feiner Würze und kühlen und steinigen Komponenten, besticht durch sein feinkörniges Tannin und eine tiefe Mineralität.

Die Mencía-Reben wurden damals zusammen mit der weißen, ursprünglich aus Portugal stammenden Doña Blanca gepflanzt. Aus dieser Rebsorte entsteht bei Sangarida die Cuvée La Yegua mit Godello, die zu gleichen Teilen gemeinsam vergoren werden.

La Yegua steht neben dem ebenfalls hochklassigen, eleganten, fordernden und kraftvollen Einzellagen-Godello namens La Tarea.

Die Winzerin Lía Fariña ergänzt diese beiden im Holz ausgebauten Weine durch einen jungen, überaus frischen und saftigen Godello, der wie der Einstiegs-Mencía nur kurz im Edelstahl auf der Feinhefe ausgebaut wurde.
Text und Weinexpertise: Christoph Raffelt.