Die norditalienische Marzemino besitzt eine faszinierende, fast schattige Tiefe, die schon in Mozarts Don Giovanni besungen wurde. Ihre Heimat liegt im alpinen Norden und den Hügeln entlang des Po-Tals, wo sie vor allem für ihre saftige Säure, die dunkle, an Waldbeeren und Veilchen erinnernde Frucht und ein feines, zutiefst animierendes Tanningerüst geschätzt wird. Marzemino drängt sich selten laut in den Vordergrund, sondern verleiht traditionellen Cuvées Struktur und lebendigen Zug.
Wie wunderbar diese kühle Frische im lachsrosa Gewand funktioniert, zeigt das Weingut Marangona am Gardasee, wo die Traube gemeinsam mit Groppello und Sangiovese einen salzig-mineralischen Chiaretto formt. In der Emilia-Romagna wiederum bringt sie Farbe und Würze in den tiefgründigen, schäumenden Rosso Frizzante von Cinque Campi, in dem sie an der Seite von Lambrusco und Malbo Gentile ihre herbe, rotbeerige Lebendigkeit ausspielt.
