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Cinque Campi

Seit über 200 Jahren bewirtschaftet die Familie Nizzoli ihre Weinberge in den Hügeln von Reggio Emilia. Die Azienda Agricola Cinque Campi, benannt nach der ältesten Parzelle des Weinguts, steht heute für authentischen, naturbelassenen Lambrusco – weit entfernt vom süßlichen Massenprodukt, das dem Namen einst schadete.
Vanni Nizzoli, ausgebildeter Önologe und Protagonist der Lambrusco-Renaissance, übernahm das Familiengut 2003 und stellte konsequent auf biologischen Anbau um. Seine Philosophie: Weine entstehen im Weinberg, nicht im Keller. Deshalb verzichtet er auf Schönung, Filtration und zugesetzte Sulfite – der Gesamtschwefel liegt unter 10 mg/L.
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Terroir am Fuße des Apennin
Die sieben Hektar Rebfläche verteilen sich auf vier Lagen – Cinque Campi, Le Marcone, Botteghe und La Bora Lungha – auf einem Pliozän-Terrazzo in 200 Metern Höhe. Die Böden aus Lehm, Sand und Schluff mit hohem Silikatanteil verleihen den Weinen jene mineralische Frische, die Vanni als „das Skelett des Weins“ bezeichnet. Die ältesten Reben stammen aus dem Jahr 1948, eine kleine Parzelle beherbergt sogar 120 Jahre alte Stöcke von Spergola, Trebbiano und Malbo.
Ausschließlich autochthone Rebsorten prägen das Sortiment: Lambrusco Grasparossa für die charaktervollen Rotweine, Malbo Gentile und Marzemino als Cuvée-Partner, Spergola und Trebbiano für die Weißen. Eine Begegnung mit dem Naturwein-Pionier Jean-Pierre Robinot bestärkte Vanni in seinem Weg: „Warum sich die Mühe machen, wenn du sowieso so wenig hinzufügst?“

Luna Calante, Vino Spumante
Die Weine von Cinque Campi entstehen nach einem jahrhundertealten Prinzip: Spontanvergärung mit wilden Hefen, keine Zusätze, keine Eingriffe. Die zweite Gärung in der Flasche erfolgt nicht mit industriellem Zucker oder Hefe, sondern ausschließlich mit gekühltem Most aus eigenen Trauben. Je nach Mostmenge entsteht ein leichterer Frizzante oder ein druckvollerer Spumante wie der Particella 128.
Ein lokales Sprichwort bestimmt den Rhythmus: „Luna Calante, Vino Spumante“ – bei abnehmendem Mond wird abgefüllt. Das Rütteln und Degorgieren geschieht von Hand, maximal 600 Flaschen pro Durchgang, gemeinsam mit den Eltern, die Vanni bis heute bei der Lese unterstützen. Selbst die Etiketten tragen Familiencharakter: Die Zeichnungen stammen von Vannis Sohn Flavio.

Die Weine: Ehrlich und ungeschönt
Der CinqueCampi Rosso ist das Aushängeschild: Ein Lambrusco Frizzante aus 75-80% Grasparossa, ergänzt durch Malbo Gentile und Marzemino. Dunkelviolett, mit Aromen von Waldbeeren und Veilchen, trocken ausgebaut mit feiner Perlage – so schmeckte Lambrusco, bevor die Industrie ihn verwässerte.
Der Rio degli Sgoccioli zeigt die weiße Seite: Ein Spumante aus Spergola mit goldener Farbe und komplexer Aromatik. Wer einen sommerlichen Rosé sucht, findet im Fuorleggero einen lebendigen Rosato Frizzante aus Lambrusco-Trauben – perfekt zu Mortadella, Parmigiano und anderen Spezialitäten der Emilia.
Mehr als nur Wein
Cinque Campi ist kein Weingut im klassischen Sinne, sondern ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Geschichte. Neben den Weinen produziert Vanni auch einen prämierten Condimento Balsamico, der mindestens 12 Jahre in Holzfässern reift – außerhalb der DOP-Regularien, aber mit derselben Hingabe. Und Saba, den gekochten Traubenmost, der traditionell über frisch gefallenen Schnee geträufelt wird.
Als Mitglied von VinNatur steht Cinque Campi für kompromisslose Natürlichkeit: 100% Trauben, nichts weiter. Wer diese Philosophie schätzt, findet auch bei Casa Coste Piane im Veneto verwandte Geister. Die Weine sind lebendig, manchmal eigenwillig, aber immer ehrlich – wie die Familie, die sie seit Generationen hervorbringt.







