Weinbeschreibung für Quintessence de Mondeuse AOP Vin de Savoie 2019 von Orchis
- Farbe & Aussehen
- Tiefes, fast undurchdringliches Purpur — und dennoch: Licht scheint durch. Eine visuelle Ankündigung dessen, was Savoyen-Rotwein selten leistet: Dichte ohne Schwere.
- Nase
- Dunkelfruchtig und doch durchsichtig, als wäre die Konzentration nur ein Spiel mit Licht. Holunderbeeren und Brombeeren, eine feine Süße, dazu Grafit, Tinte, Zimt und Marzipan — und darunter der Duft von warmem Waldboden, als hätte der Wein die Steilhänge von Poisy noch in der Nase.
- Gaumen
- Hier beginnt die eigentliche Überraschung. Der Wein wirkt wie ein Hochgebirgs-Syrah: Brombeeren und knackige Zwetschgen, Kirschen und Bittermandel, dazu Blutorangen-Zesten, etwas Bresaola und Pfeffer. Das Tannin ist geschliffen, die Säure hat den Druck eines Gebirgsbachs — klar, unbeirrbar, ohne Gnade für Trügheit.
- Abgang
- Lang und kühl, mit einer mineralischen Nachwirkung, die eher an Gestein erinnert als an Fruchtreste — sechs Monate Maischekontakte und zwei Winter im älteren Holz sprechen hier nicht von Eiche, sondern von Tiefe.
- Terroir & Herkunft
- Drei Weinberge zwischen 350 und 450 Metern, verteilt auf Desingy, Collonges und Peillonnex oberhalb von Frangy. Kalkiger Lehm, Gletscherschutt und Felsgestein — Moränenegestein, das einst der Mont Blanc formte und heute der Wurzel der Mondeuse ihr Temperament gibt. Philippe Héritier rodete 2006 verwaiste Steilhänge, nach einer Karriere als Bankmanager. Mit Blick auf den nahen Mont Blanc und Erträgen von nur 25 hl/ha entsteht hier ein Wein, der die Kargheit nutzt statt sie zu beklagen.
- Rebsorte & Vinifikation
- Mondeuse Noire, die autochthone Traube der Alpen, die seit Jahrhunderten in Savoyen wächst und bis heute zu Unrecht als rustikal abgetan wird. Héritier entrüstet zu 90 Prozent, um der Adstringenz zu entgehen, und lässt den Wein über zwei Winter in älteren Fässern reifen. Gefüllt wird er unfiltriert — mit 11,5 % Vol. und trockenem Ausbau ein Beleg, dass alpine Frische nicht mit burgundischer Zurückhaltung verwechselt werden darf.
- Speiseempfehlungen
- Die Vielseitigkeit ist fast unverfroren: Kurz gegrillter Thunfisch mit provenzalischen Kräutern — die Säure schneidet durch das Fischöl. Langsam gegartes B½uf bourguignon — die Pfeffer- und Bresaola-Noten im Wein greifen die Schmorung auf. Und natürlich Raclette, der Klassiker der Region, dessen Fettreichtum von dieser alpinen Klarheit gebändigt wird.
- Besonderheiten
- Es ist die Spannung zwischen Konzentration und Transparenz, Dunkelheit und Klarheit, die diesen Wein aus dem Savoyer Allerlei hebt. Dazu jene unaufdringliche Haltung, mit der Héritier nebenbei 300.000 Schnecken züchtet und Sterneköche wie Marc Veyrat und Jean Sulpice zu Kunden gewann — Qualität, die nicht laut sein muss, um gehört zu werden.
Steckbrief
| Stil | |
|---|---|
| Winzer | Orchis |
| Land | Frankreich |
| Region | Savoyen |
| Jahrgang | |
| Farbe | |
| Sorte | |
| Typ | |
| Inhalt | |
| Alkoholgehalt | 11,5% Vol. |
| Restsüße | |
| Allergene | Enthält Sulfite |
| Hersteller | Domaine des Orchis,67, rue de la Fontaine, 68340 Zellenberg / France |
| Vollständige Produktbezeichnung | Orchis Quintessence de Mondeuse AOP Vin de Savoie 2019 |





