Verkostungsnotiz
- Charakter
- Ein gereifter Rotwein, der zeigt, wie große Garnacha aus Navarra altern kann. Über ein Jahrzehnt Flaschenreife hat diesem Wein Tiefe und Geschmeidigkeit gegeben: dunkle Beerenfrucht ist in den Hintergrund getreten, Noten von getrockneten Kräutern, Leder und warmem Stein treten hervor. Trotz 14,5% Vol. wirkt er kühl gezeichnet – die fast burgundische Eleganz der Höhenlagen ist unverkennbar.
- Terroir & Herkunft
- Die Weinberge von Laderas de Montejurra liegen an den Hängen des Montejurra-Massivs bei Dicastillo, verteilt auf 70 Parzellen zwischen 400 und 700 Metern Höhe. Kühle Nächte in dieser Höhe schenken den Trauben eine lange Reifezeit bei moderaten Temperaturen. Die Kalksteinböden prägen die Weine mit einer spürbaren Mineralität – hier schmeckt man mehr den Boden als die Frucht. An klaren Tagen reicht der Blick bis zu den Pyrenäen.
- Rebsorte & Vinifikation
- Grenache und Tempranillo – teils von alten Stöcken, manche Garnacha-Reben sind bis zu 80 Jahre alt. Der französische Önologe Olivier Rivière verantwortet den Ausbau; er setzt auf französische Barriques, aber mit subtiler Hand: Das Holz soll die Mineralität stützen, nicht überdecken. Das Weingut ist seit 2002 bio-zertifiziert, arbeitet mit Pferden zur Bodenbearbeitung und verzichtet auf Bewässerung.
- Speiseempfehlungen
- Die gereifte Garnacha-Note ruft nach rustikaler Küche: Lammkeule mit Rosmarin, geschmorte Rinderbacke oder Wildschweinragout sind treffende Begleitungen. Auch zu gereiftem Manchego oder einem einfachen Linseneintopf mit Chorizo zeigt der Wein seine Herkunft – ein Glas, das den Tisch ebenso ernst nimmt wie den Berg, von dem es stammt.


