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Olek Bondonio

Hier spricht die Essenz dessen, was Nebbiolo auf höchstem Niveau sein kann: präzise, tiefgründig, mit einer Eleganz, die sich erst auf den zweiten Blick vollständig offenbart. Olek Bondonio bewirtschaftet die Spitzenlagen von Barbaresco mit der Intuition eines Athleten und dem Respekt für ein über 200 Jahre altes Familienerbe. Seine Cascina La Berchialla thront am legendären Roncagliette Cru, Tür an Tür mit Angelo Gaja. Biodynamischer Weinbau, null Marketing, kein Tasting Room – stattdessen konzentrierte Arbeit in Lagen, die Geschichte geschrieben haben. Die Weine sind rar, begehrt und gehören zur aufregendsten neuen Barbaresco-Generation, die das Piemont derzeit zu bieten hat.
Mehr über Olek Bondonio
Vom Snowboard zwischen die Nebbiolo-Reben
Die Geschichte klingt zu gut, um wahr zu sein: Ein professioneller Snowboarder, der Italien in dieser Sportart eroberte, kehrt zum 200 Jahre alten Familienhof zurück und beginnt, einige der bemerkenswertesten Barbarescos der Region zu vinifizieren. Doch genau das ist Olek Bondonios Realität. Die Cascina La Berchialla liegt an der absoluten Spitze des Roncagliette Cru – jener Lage, die Angelo Gaja als „Sorì Tildìn“ weltberühmt gemacht hat. Der Nachbar ist nicht irgendwer, die Messlatte liegt stratosphärisch hoch.
Bondonios Ur-Ur-Ur-Großvater gehörte 1894 zu den Mitgründern der legendären Produttori del Barbaresco. Das Erbe wiegt schwer, doch Olek trägt es mit der Leichtigkeit eines Mannes, der gewohnt ist, sich in der Luft zu drehen. In seinem Keller steht zwischen den Weinfässern eine echte Skateboard-Halfpipe – ein Detail, das alles über seine Herangehensweise verrät. Hier arbeitet jemand, der Perfektion anstrebt, ohne sich dabei zu ernst zu nehmen.
Lagen, die für sich sprechen
Bondonios sieben Hektar verteilen sich auf Barbarescos absolute Crème de la Crème: Roncagliette, Starderi, Altavilla, Neive und Catagnole delle Lanze. Seit 2018 ist das Weingut bio-zertifiziert, doch die Arbeit geht weit darüber hinaus. Biodynamische Prinzipien prägen den Alltag in den Weinbergen, ohne dass Bondonio daraus ein Marketing-Spektakel macht. Überhaupt: Marketing ist nicht seine Sache. Keine Website, kein Tasting Room, stattdessen teilt er online hauptsächlich Fotos von neugeborenen Kätzchen. Die Weine müssen für sich selbst sprechen – und das tun sie eindrucksvoll.
Der Barbaresco Roncagliette DOCG 2021 zeigt die ganze Finesse dieser außergewöhnlichen Lage: straff, präzise, mit einem Tanningerüst, das Jahrzehnte tragen wird. Wer das Format in der Magnumflasche erleben möchte, findet mit dem Barbaresco Starderi DOCG 2021 Magnum einen Wein, der die etwas kühlere, nordexponierte Lage mit vibrierender Säure und floraler Eleganz übersetzt.

Mehr als nur Barbaresco
Doch Bondonio wäre nicht Bondonio, wenn er sich ausschließlich auf die großen Appellationen konzentrieren würde. Sein Barbera d'Alba DOC 2022 ist alles andere als eine Nebenrolle – hier zeigt sich, dass große Winzer auch aus vermeintlich einfacheren Rebsorten Außergewöhnliches herausholen können. Frisch, saftig, mit einer Energie, die süchtig macht.
Und dann gibt es da noch den Vino Rosso „The Drunk Fly“ – ein Wein, der schon durch seinen Namen verrät, dass hier jemand am Werk ist, der sich nicht alle Freiheiten hat nehmen lassen. Ein unkomplizierter Rotwein, der trotzdem Bondonios Handschrift trägt: ehrlich, direkt, mit Charakter.

Die neue Barbaresco-Generation
Olek Bondonio gehört zu jener Generation piemontesischer Winzer, die Tradition und Moderne nicht als Gegensätze begreifen. Neben Persönlichkeiten wie Roagna oder Giovanni Almondo definiert er, was zeitgemäßer Weinbau im Piemont bedeuten kann: respektvoll gegenüber dem Terroir, kompromisslos in der Qualität, befreit von unnötigem Ballast.
Seine Weine sind rar und begehrt – nicht, weil er sie künstlich verknappt, sondern weil sieben Hektar nun mal nur begrenzte Mengen hergeben. Wer einen der Barbarescos ergattert, hält nicht nur einen großen Wein in Händen, sondern ein Stück lebendiger Weingeschichte aus einer der privilegiertesten Lagen der Welt.





