Verkostungsnotiz
- Farbe & Aussehen
- Mitteldichtes Purpurrot – dunkel, aber nicht schwer, schon optisch mehr Saft als Schwere.
- Nase
- Ein Cahors zum Schlürfen: saftige Blaubeeren, Kirschen und Zwetschgen, dazu ein Hauch Tinte, Veilchen und kühlendes Gestein. Ein Vin de Copains – Frucht vorne, Mineralik dahinter.
- Gaumen
- Saftig und süffig, mit pudrigem Tannin, rescher Säure und knackiger dunkler Frucht. Nur 12 % Alkohol – wo Cahors oft wuchtig auftritt, bleibt der K-nom beweglich und durstlöschend.
- Abgang
- Klar und frisch, die blaue Frucht bleibt hängen, dazu ein feiner kalkiger Zug. Ein Finale ohne Ballast.
- Terroir & Herkunft
- Das Clos liegt wie eine Insel auf 350 Metern, umgeben von Eichenwäldern und Wildwiesen – ein natürlicher Schutzgürtel, in dem Schafe zwischen den Zeilen weiden. Die Mikroparzellen ruhen auf Lehm-Kalk mit eisenreichem siderolithischem Kalk sowie Kimmeridge-Kalk aus dem Jura, geologisch verwandt mit Chablis und reich an Fossilien. Das erklärt die für Cahors ungewöhnliche Mineralität.
- Rebsorte & Vinifikation
- 85 % Malbec – hier traditionell Côt genannt – und 15 % Merlot, Handlese mit 50 hl/ha Ertrag. Nach dem Entrappen gärt der Wein spontan, die Extraktion bleibt sanft, die Mazeration lang. Die kurze Reifung erfolgt im Beton-Cuve, ohne Klärung und Filtration; erst am Ende kommen minimale 16 mg/l Gesamtschwefel dazu.
- Speiseempfehlungen
- Geboren für Stunden am Grill: Lammkoteletts, Entrecôte, Würstchen vom Rost oder gereifter Cantal. Auch zu Linsengerichten und Pilzpfannen eine sichere Bank.
- Besonderheiten
- Der klassische Einstieg in Emmanuel Rybinskis Cuvée-Alphabet – und zugleich Gegenentwurf zum historischen »schwarzen Wein« von Cahors: dunkle Farbe, aber Frische und Zug statt Tanninmauer. Seit 2017 biodynamisch, seit 2021 Biodyvin-zertifiziert, mit Hornmist, Komposttees und spontaner Gärung – Biodynamie, die man hier im Glas als Leichtigkeit schmeckt.


