
Inmitten von Eichenwäldern und Wildwiesen liegt das Clos Troteligotte – 16 Hektar Rebfläche wie eine Insel im Grünen. Emmanuel Rybinski übernahm das Familienweingut 2004 von seinem Vater und fand hier einen Ort, an dem Malbec Finesse zeigen darf.
Seit 2017 arbeitet das Weingut nach Demeter-Richtlinien, vier Jahre später kam das Biodyvin-Label. Die Weine tragen Namen wie K-nom oder K-or – eine Spielerei mit dem Buchstaben K, die Emmanuel für seine verschiedenen Cuvées erdacht hat. Viele davon entstehen ohne Schwefelzusatz.
Mehr über Clos Troteligotte
Eine Lichtung im Wald
Die Lage von Clos Troteligotte ist besonders für Cahors: Die 16 Hektar Rebflächen sind von Wald umgeben, ein natürlicher Schutzgürtel aus Eichen und Wildwiesen. Auch mitten in den Parzellen stehen Bäume, nach dem Prinzip der Agroforstwirtschaft. Schafe und Schweine weiden zwischen den Zeilen, Wildblumen locken Insekten an. Emmanuel Rybinski nutzt diese Isolation – hier braucht es weniger Eingriffe, die Natur reguliert sich selbst. Der Malbec, hier Côt genannt, wurzelt tief in den Kalk- und eisenhaltigen Böden des Causse du Quercy Blanc. Die Böden aus Kimmeridge-Kalk und Siderolith sind geologisch mit Chablis verwandt und verleihen den Weinen eine für Cahors ungewöhnliche Mineralität und Tiefe.

Ein eigenes Alphabet
K-nom, K-or, K-lys, K-barré – Emmanuel hat für seine Weine ein eigenes Benennungssystem entwickelt, das mit dem französischen Wort „Cahors“ spielt. Jeder Buchstabe steht für eine Cuvée mit eigenem Charakter: K-nom ist der klassische Cahors, K-or bringt mehr Körper mit, K-lys zeigt die florale Seite des Malbec. Das Wortspiel ist Absicht – hier spricht jemand, der seinen Weinen gern einen Tick Humor mitgibt. Die Etiketten der VdF-Weine, gestaltet von einer deutschen Künstlerin, sind ebenso individuell wie die Weine selbst.
Biodynamie im Südwesten
Seit 2017 arbeitet Clos Troteligotte biodynamisch. Diese Landwirtschaft, die das Lebendige achtet, zeigt sich im Detail: Hornmist und Hornkiesel, Komposttees, Präparate aus eigener Herstellung, Spontangärung im Keller. Emmanuel kam ganz natürlich zum Wein: Nach einigen Jahren Önologie-Studium im Ausland stieg er 2004 bei seinem Vater Christian ein, der den Familienweinberg 1987 wiederbelebt hatte; 2014 folgte die Bio-Zertifizierung. Viele Weine entstehen ohne Schwefelzusatz, etwa der Pét-Nat Waz-K auf Merlot-Basis, eine kleine Überraschung im Malbec-Land.

Malbec mit Trinkfluss
Cahors steht oft für wuchtige, tanninbetonte Rotweine – die historischen „schwarzen Weine“, die einst in Bordeaux zum Verschneiden geschätzt wurden. Emmanuel Rybinski geht einen anderen Weg: Seine Malbecs sind mitunter dunkel in der Farbe, zeigen aber Frische und Trinkfluss. Die Vergärung kann mit Ganztrauben erfolgen, der Ausbau in großen Holzfässern (Foudres) und Betontanks. Wer ähnlich konsequente Biodynamie sucht, findet sie etwa bei La Soufrandière im Burgund. Hier wie dort gilt: Der Aufwand im Weinberg macht den Unterschied im Glas.







